ClariMedClariMed

Parodontitis Stadium I-III: S3-Leitlinie (AWMF/EFP)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf AWMF Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Parodontitis ist eine multifaktorielle, chronisch entzündliche Erkrankung im Zusammenhang mit einem dysbiotischen Biofilm.
  • Unbehandelt führt sie zu Zahnverlust und steht in Zusammenhang mit systemischen Erkrankungen wie Diabetes mellitus und kardiovaskulären Erkrankungen.
  • Die Therapie gliedert sich in vier Stufen: Erste, Zweite und Dritte Therapiestufe sowie die Unterstützende Parodontaltherapie (UPT).
  • Als primärer Endpunkt zur Prädiktion von Zahnverlust wird die Reduktion der Taschensondierungstiefe (TST) herangezogen.
Frage zu dieser Leitlinie stellen...

Hintergrund

Die Parodontitis ist eine multifaktorielle, chronisch entzündliche Erkrankung, die in Zusammenhang mit einem dysbiotischen Biofilm steht. Primäre Merkmale sind der Verlust der parodontalen Gewebe (Verlust an klinischem Attachmentlevel [CAL], radiologisch nachweisbarer Knochenabbau), die Ausbildung parodontaler Taschen und gingivale Blutung.

Unbehandelt führt die Erkrankung zur Zerstörung der zahntragenden Gewebe und zu Zahnverlust. Zudem stehen parodontale Infektionen in Zusammenhang mit systemischen Erkrankungen wie Diabetes mellitus, kardiovaskulären Erkrankungen und Schwangerschaftskomplikationen.

Struktur der Parodontaltherapie

Die Leitlinie gliedert die Behandlung systematisch in vier Therapiestufen. Basierend auf den formulierten klinischen Fragestellungen (PICO) umfasst die Therapie folgende Bereiche:

StufeTherapiebereichEvaluierte Interventionen
Erste TherapiestufeVerhaltensänderung & RisikokontrolleHäusliches Biofilmmanagement, professionelle supragingivale Plaquereduktion, Kontrolle von Risikofaktoren (Rauchen, Diabetes, Ernährung)
Zweite TherapiestufeSubgingivale InstrumentierungHand-/Ultraschallinstrumente, adjuvante Laser/aPDT, lokale/systemische Antibiotika, immunmodulatorische Adjuvanzien
Dritte TherapiestufeParodontalchirurgieZugangslappen, resektive Chirurgie, Management von Knochentaschen und Furkationsbefall
UPTUnterstützende ParodontaltherapieHäusliche/professionelle Plaquekontrolle, Risikofaktorenkontrolle im Erhaltungsintervall

Zielparameter der Therapie

Zur Bewertung des Therapieerfolgs definiert die Leitlinie klare klinische Endpunkte:

  • Taschensondierungstiefe (TST): Die Reduktion der TST ist der primäre Endpunkt, da sie am besten geeignet ist, um zukünftigen Zahnverlust prädiktiv einzuschätzen.
  • Klinisches Attachmentlevel (CAL): Bei regenerativen Interventionen wird der Gewinn an CAL als primärer Endpunkt herangezogen.

Methodik und Empfehlungsgrade

Die Leitlinie nutzt das GRADE-System zur Bewertung der Evidenz. Die Empfehlungsgrade werden wie folgt eingestuft:

EmpfehlungsgradBeschreibungSyntax
AStarke Empfehlungsoll (↑↑) / soll nicht (↓↓)
BEmpfehlungsollte (↑) / sollte nicht (↓)
0Offene Empfehlungkann erwogen werden / kann verzichtet werden (↔)

💡Praxis-Tipp

Nutzen Sie die Reduktion der Taschensondierungstiefe (TST) als primären klinischen Endpunkt, um das Risiko eines zukünftigen Zahnverlusts bei Ihren Patienten prädiktiv einzuschätzen.

Häufig gestellte Fragen

Verlust an klinischem Attachmentlevel (CAL), radiologisch nachweisbarer Knochenabbau, parodontale Taschen und gingivale Blutung.
Unter anderem Diabetes mellitus, kardiovaskuläre Erkrankungen und Schwangerschaftskomplikationen.
Die Reduktion der Taschensondierungstiefe (TST), da diese am besten geeignet ist, um Zahnverlust prädiktiv einzuschätzen. Bei regenerativen Eingriffen ist es der Gewinn an klinischem Attachmentlevel (CAL).

Verwandte Leitlinien