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WHO2025

Diabetes in der Schwangerschaft: WHO-Leitlinie 2025

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf WHO Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Eine multidisziplinäre, spezialisierte Betreuung wird für Schwangere mit Typ-1- und Typ-2-Diabetes empfohlen.
  • Kontinuierliche Glukosemessung (CGM) wird für Typ-1-Diabetes empfohlen, jedoch nicht routinemäßig für Typ-2- oder Gestationsdiabetes (GDM).
  • Der HbA1c-Wert soll bei Typ-1- und Typ-2-Diabetes im ersten Trimenon bestimmt werden, bei GDM nicht routinemäßig.
  • Bei Typ-2-Diabetes und GDM ist Metformin oder Insulin indiziert, wenn Diät und Bewegung nicht ausreichen.
  • Blutzuckerzielwerte sollen bei allen Diabetestypen individuell angepasst werden, um mütterliche und neonatale Outcomes zu optimieren.
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Hintergrund

Diabetes in der Schwangerschaft betrifft etwa eine von sechs Lebendgeburten. Er umfasst präexistenten Typ-1- und Typ-2-Diabetes sowie den Gestationsdiabetes (GDM). Unbehandelt erhöht sich das Risiko für mütterliche und fetale Komplikationen wie Präeklampsie, Totgeburten, Makrosomie und neonatale Hypoglykämien signifikant. Die WHO-Leitlinie 2025 liefert evidenzbasierte Empfehlungen zur optimalen Betreuung.

Allgemeine Maßnahmen und Schulung

Für alle Schwangeren mit Diabetes (Typ 1, Typ 2, GDM) wird eine individualisierte Beratung zu Ernährung, körperlicher Aktivität und Gewichtskontrolle empfohlen.

  • Multidisziplinäre Betreuung: Bei Typ-1- und Typ-2-Diabetes soll die Versorgung durch ein spezialisiertes, multidisziplinäres Team erfolgen. Bei GDM sollte dies je nach lokaler Verfügbarkeit erwogen werden.
  • Schulung: Umfassende Aufklärung über die Auswirkungen des Diabetes auf die Schwangerschaft, das Blutzuckermanagement und die Notwendigkeit zusätzlicher fetaler Überwachung ist essenziell.

Glukosemonitoring und Zielwerte

Die Wahl der Messmethode und Diagnostik unterscheidet sich je nach Diabetestyp:

MaßnahmeTyp-1-DiabetesTyp-2-DiabetesGestationsdiabetes (GDM)
SMBG (Kapilläre Selbstmessung)EmpfohlenEmpfohlenEmpfohlen
CGM (Kontinuierliche Messung)EmpfohlenNicht routinemäßigNicht routinemäßig
HbA1c-BestimmungIm 1. TrimenonIm 1. TrimenonNicht routinemäßig
  • Zielwerte: Die glykämischen Zielwerte müssen für alle Patientinnen individuell angepasst werden, um die Blutzuckerkontrolle zu optimieren und gleichzeitig das Risiko für Hypoglykämien (insbesondere bei Typ 1) zu minimieren.

Pharmakologische Therapie

Typ-1-Diabetes

  • Insulintherapie: Die vor der Schwangerschaft verwendete Insulinart und Applikationsform (z. B. Pen oder Pumpe) soll beibehalten werden, es sei denn, eine Änderung ist zur Optimierung der Blutzuckerkontrolle zwingend erforderlich.

Typ-2-Diabetes und Gestationsdiabetes (GDM)

Wenn Diät und körperliche Aktivität nicht ausreichen, kommt folgendes Stufenschema zur Anwendung:

StufeTherapieBemerkung
1LebensstilanpassungBasistherapie (Diät und Bewegung)
2Metformin ODER InsulinBei unzureichender Blutzuckerkontrolle
3Metformin + InsulinKombination bei Versagen der Monotherapie
  • Zusatz bei Typ-2-Diabetes: Medikamente mit Sicherheitsbedenken in der Schwangerschaft müssen abgesetzt und durch Insulin und/oder Metformin ersetzt werden.

Erweiterte Diagnostik und Überwachung

UntersuchungTyp-1- und Typ-2-DiabetesGestationsdiabetes (GDM)
Ultraschall (<24. SSW)So früh wie möglich + 2. TrimenonRoutinescan vor der 24. SSW
Wachstumsschall (>24. SSW)Bei klinischer IndikationBei klinischer Indikation
Retinopathie-ScreeningBei Erstvorstellung in der SchwangerschaftNicht routinemäßig empfohlen
NierenfunktionsprüfungBei Erstvorstellung in der SchwangerschaftNicht routinemäßig empfohlen
  • Blutdruckmanagement: Bei Typ-1- oder Typ-2-Diabetes mit eingeschränkter Nierenfunktion muss der Blutdruck strikt auf < 130/80 mmHg eingestellt werden. Es sollen schwangerschaftsverträgliche Antihypertensiva eingesetzt werden.

💡Praxis-Tipp

Bestimmen Sie den HbA1c-Wert bei Schwangeren mit Typ-1- und Typ-2-Diabetes direkt bei der ersten Vorsorgeuntersuchung. Bei reinem Gestationsdiabetes (GDM) bietet der HbA1c hingegen keinen routinemäßigen Mehrwert.

Häufig gestellte Fragen

Die WHO empfiehlt die kapilläre Selbstmessung (SMBG). Kontinuierliche Glukosemesssysteme (CGM) werden bei GDM nicht routinemäßig empfohlen.
Bei Typ-2-Diabetes und GDM, wenn Diät und körperliche Aktivität allein nicht ausreichen, um die Blutzuckerzielwerte zu erreichen.
Nein, die WHO empfiehlt ein routinemäßiges Retinopathie- und Nierenfunktions-Screening nur bei präexistentem Typ-1- und Typ-2-Diabetes.
Die Zielwerte sollen individuell angepasst werden, um eine optimale glykämische Kontrolle zu erreichen und das Risiko für Hypoglykämien (besonders bei Typ 1) zu minimieren.

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