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Prävention von Gestationsdiabetes: Cochrane Review

Diese Leitlinie stammt aus 2020 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2020)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der Gestationsdiabetes (GDM) betrifft weltweit etwa 15 Prozent der Schwangeren, wobei die Prävalenz je nach Land, ethnischer Zugehörigkeit und diagnostischen Grenzwerten variiert. Die Erkrankung ist durch eine unzureichende Anpassung der Betazellen an die physiologisch verminderte Insulinsensitivität im zweiten und dritten Trimester gekennzeichnet.

Ein GDM birgt sowohl kurz- als auch langfristige Gesundheitsrisiken für Mutter und Kind. Dazu zählen ein erhöhtes Risiko für Präeklampsie, Makrosomie, Geburtsverletzungen sowie die spätere Entwicklung eines Typ-2-Diabetes bei der Mutter und metabolische Störungen beim Kind.

Es existieren zahlreiche Risikofaktoren wie ein erhöhter Body-Mass-Index (BMI), ein fortgeschrittenes mütterliches Alter oder ein GDM in einer früheren Schwangerschaft. Da viele dieser Faktoren potenziell modifizierbar sind, untersucht der vorliegende Cochrane Review verschiedene präventive Interventionen vor und während der Schwangerschaft.

Empfehlungen

Dieser Artikel basiert auf einem systematischen Cochrane Review zur Prävention von Gestationsdiabetes. Der Review kommt zu dem Schluss, dass keine der untersuchten Interventionen einen eindeutig belegten Nutzen oder Schaden aufweist.

Ernährung und Bewegung

Laut Review zeigt die Kombination aus Ernährungs- und Bewegungsinterventionen einen möglichen Nutzen:

  • Eine kombinierte Intervention aus Diät und Bewegung reduziert möglicherweise das GDM-Risiko (moderate Qualität der Evidenz).

  • Ernährungsberatung allein oder Diäten mit niedrigem glykämischen Index haben einen unklaren Effekt auf das GDM-Risiko (sehr niedrige bis niedrige Qualität der Evidenz).

  • Körperliche Bewegung als alleinige Maßnahme zeigt ebenfalls eine unklare Wirkung (niedrige Qualität der Evidenz).

Nahrungsergänzungsmittel

Der Review bewertet verschiedene Supplemente hinsichtlich ihrer präventiven Wirkung:

  • Eine Supplementierung mit Myo-Inositol während der Schwangerschaft verringert möglicherweise das Risiko für einen GDM (niedrige Qualität der Evidenz).

  • Auch eine Vitamin-D-Gabe zeigt einen möglichen Nutzen, wobei die Datenlage auf asiatischen Populationen mit weitgehend unbekanntem Ausgangsspiegel basiert (niedrige Qualität der Evidenz).

  • Für Omega-3-Fettsäuren wird eindeutig kein Effekt auf die GDM-Prävention festgestellt (hohe Qualität der Evidenz).

  • Probiotika in Kombination mit einer diätetischen Intervention haben eine unklare Wirkung (sehr niedrige Qualität der Evidenz).

Medikamentöse und weitere Interventionen

  • Die Gabe von Metformin bei adipösen Schwangeren reduziert möglicherweise das GDM-Risiko (moderate Qualität der Evidenz).

  • Ein universelles Screening auf Schilddrüsenfunktionsstörungen im Vergleich zu einem risikobasierten Screening hat keinen Einfluss auf das GDM-Risiko (moderate Qualität der Evidenz).

  • Für Medikamente wie Heparin oder Aspirin bei Frauen mit vorangegangener Totgeburt ist die Wirkung auf das GDM-Risiko unklar.

Übersicht der Interventionen

InterventionEffekt auf GDM-RisikoQualität der Evidenz
Diät + Bewegung kombiniertMöglicher NutzenModerat
Metformin (bei Adipositas)Möglicher NutzenModerat
Myo-InositolMöglicher NutzenNiedrig
Vitamin DMöglicher NutzenNiedrig
Omega-3-FettsäurenKein EffektHoch
Universelles Schilddrüsen-ScreeningKein EffektModerat
Diät oder Bewegung alleinUnklarer EffektSehr niedrig bis niedrig
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💡Praxis-Tipp

Der Review hebt hervor, dass die alleinige Gabe von Omega-3-Fettsäuren oder ein universelles Schilddrüsen-Screening nicht zur Prävention eines Gestationsdiabetes beitragen. Es wird stattdessen auf den möglichen Nutzen einer Kombination aus Ernährungs- und Bewegungsinterventionen sowie auf Myo-Inositol oder Vitamin D verwiesen, auch wenn hierfür noch weitere hochqualitative Studien erforderlich sind.

Häufig gestellte Fragen

Laut Cochrane Review gibt es keine Maßnahme mit eindeutig belegtem Nutzen. Es wird jedoch ein möglicher Nutzen für eine Kombination aus Diät und Bewegung sowie für die Supplementierung von Myo-Inositol oder Vitamin D beschrieben.

Der Review stellt mit hoher Evidenzqualität fest, dass die Einnahme von Omega-3-Fettsäuren während der Schwangerschaft keinen schützenden Effekt vor einem Gestationsdiabetes hat.

Die Auswertung zeigt, dass die Gabe von Metformin bei adipösen Schwangeren das Risiko für einen Gestationsdiabetes möglicherweise reduzieren kann. Die Qualität der Evidenz hierfür wird als moderat eingestuft.

Gemäß den vorliegenden Daten hat körperliche Bewegung als alleinige Intervention einen unklaren Effekt auf das Risiko. Erst die Kombination aus Bewegung und einer Ernährungsumstellung zeigt einen möglichen präventiven Nutzen.

Der Review belegt, dass ein universelles Screening auf Schilddrüsenfunktionsstörungen im Vergleich zu einem rein risikobasierten Screening keinen Einfluss auf die Entstehung eines Gestationsdiabetes hat.

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Quelle: Cochrane Review: Interventions to prevent women from developing gestational diabetes mellitus: an overview of Cochrane Reviews (Cochrane, 2020). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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