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WHO2025

STI-Versorgung 2025: Neue Leitlinie (WHO)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf WHO Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Dezentralisierung von STI-Diensten wird empfohlen, um den Zugang zur Versorgung zu verbessern.
  • STI-Dienste sollten in andere Gesundheitsbereiche (z. B. HIV-Dienste, Familienplanung) integriert werden.
  • Task-Sharing: Geschultes Gesundheitspersonal und Gemeindearbeiter koennen STI-Dienste uebernehmen.
  • Digitale Gesundheitsinterventionen sollen die persoenliche Vor-Ort-Versorgung ergaenzen.
  • Selbsttests und die Selbstentnahme von Proben (z. B. fuer HPV, Gonorrhoe, Syphilis) werden als zusaetzliche Ansaetze unterstuetzt.
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Hintergrund

Die weltweite Belastung durch sexuell uebertragbare Infektionen (STI) ist hoch. Die WHO schaetzt fuer das Jahr 2020 rund 374 Millionen Neuinfektionen mit heilbaren STIs (Chlamydien, Gonorrhoe, Syphilis, Trichomoniasis) bei den 15- bis 49-Jaehrigen. Die globale Gesundheitsstrategie zielt darauf ab, Gonorrhoe- und Syphilis-Infektionen bis 2030 um 90 % zu reduzieren. Um diese Ziele zu erreichen, muessen STI-Dienste zugaenglicher und personen-zentrierter gestaltet werden.

Kernempfehlungen zur Servicebereitstellung

Die Leitlinie formuliert vier zentrale Empfehlungen zur Strukturierung von STI-Diensten. Alle vier Empfehlungen sind bedingt (conditional) bei niedriger Evidenzqualitaet.

InterventionEmpfehlungWichtige Bemerkung
DezentralisierungDezentralisierung von Diensten zur Verbesserung des Zugangs.Sollte zentralisierte Dienste ergaenzen, nicht ersetzen.
IntegrationIntegration von STI-Diensten in andere Gesundheitsdienste.Prioritaet in Primaerversorgung, HIV-Diensten, Familienplanung und Muettergesundheit.
Task-SharingGeschultes Gesundheitspersonal und Gemeindearbeiter koennen Dienste erbringen.Erfordert Qualitaetssicherung, regelmaessiges Training und Supervision.
Digitale GesundheitNutzung digitaler Interventionen als Ergaenzung zur Vor-Ort-Versorgung.Datensicherheit und Vertraulichkeit sind essenziell.

Dezentralisierung

Dezentralisierung bedeutet, STI-Dienste ausserhalb zentraler Einrichtungen (z. B. in der Primaerversorgung oder in gemeindenahen Einrichtungen) anzubieten.

  • Ziel: Abbau von Zugangsbarrieren und Verkuerzung von Wartezeiten.
  • Umsetzung: Lokale Einrichtungen sollen Praevention, syndromatisches Management und Same-Day-Treatment (Behandlung am selben Tag, z. B. mittels Point-of-Care-Tests) anbieten.
  • Spezialisierte Kliniken bleiben fuer komplexe Faelle, Forschung und Training weiterhin wichtig.

Integration

Die Integration verbindet STI-Dienste mit anderen Gesundheitsbereichen, um eine umfassende Versorgung in einem einzigen Besuch zu ermoeglichen.

  • Fokusbereiche: HIV-Dienste (inkl. PrEP), Schwangerenvorsorge (Antenatal Care), Familienplanung und Jugendgesundheit.
  • Vorteile: Erhoehte Screening-Raten, insbesondere bei Schluesselpopulationen (z. B. Schwangere, Sexarbeiter, MSM).
  • Massnahmen: Asymptomatisches Screening und die Evaluation symptomatischer Patienten in die Primaerversorgung integrieren.

Task-Sharing

Aufgaben werden von hochspezialisierten Aerzten auf weniger spezialisiertes Personal (z. B. Pflegekraefte, Apotheker, Community Health Workers) uebertragen.

  • Moegliche Aufgaben: Screening, Tests, Gesundheitsfoerderung, Kondomvergabe und Partnerbenachrichtigung.
  • Voraussetzung: Angemessene Schulung (insbesondere zur Erhebung der Sexualanamnese ohne Stigmatisierung), kontinuierliches Mentoring und faire Verguetung.

Digitale Gesundheitsinterventionen und Self-Care

Digitale Tools (Telemedizin, automatisierte Testerinnerungen, sichere Portale) sollen den persoenlichen Kontakt ergaenzen. Zudem verweist die WHO auf bestehende Empfehlungen zu Self-Care-Interventionen, um Barrieren wie Stigma oder mangelnde Privatsphaere abzubauen:

InterventionErreger / IndikationEmpfehlungsgrad
Selbstentnahme von ProbenNeisseria gonorrhoeae, Chlamydia trachomatisStark
Selbstentnahme von ProbenTreponema pallidum, Trichomonas vaginalisBedingt
HPV-SelbstabstrichZervixkarzinom-Screening (30-60 Jahre)Stark
SelbsttestsSyphilisBedingt

💡Praxis-Tipp

Nutzen Sie bestehende Kontakte in der Primaerversorgung oder Familienplanung, um asymptomatische Risikopatienten aktiv auf STIs zu screenen (Integration). Bieten Sie, wo moeglich, Same-Day-Treatment an, um Infektionsketten sofort zu unterbrechen.

Häufig gestellte Fragen

Den Zugang zu Praevention, Diagnose und Therapie durch personen-zentrierte Ansaetze wie Dezentralisierung, Integration und Task-Sharing zu verbessern, um die globalen STI-Ziele bis 2030 zu erreichen.
Durch sogenanntes 'Task-Sharing' koennen sie nach entsprechender Schulung Aufgaben wie Screening, Tests und Gesundheitsaufklaerung uebernehmen.
Ja, die Selbstentnahme von Proben (z. B. fuer Chlamydien, Gonorrhoe, HPV) wird stark empfohlen, Syphilis-Selbsttests werden bedingt empfohlen.
Nein, dezentrale Dienste sollen spezialisierte Einrichtungen lediglich ergaenzen. Spezialkliniken werden weiterhin fuer komplexe Faelle und zu Schulungszwecken benoetigt.

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