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WHO2020

Multiple Mikronährstoffe in der Schwangerschaft (WHO)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf WHO Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Multiple Mikronährstoffpräparate (MMS) mit Eisen und Folsäure werden im Rahmen strenger Forschung empfohlen.
  • MMS reduzieren das Risiko für ein niedriges Geburtsgewicht im Vergleich zu reinen Eisen-Folsäure-Präparaten (IFA) um etwa 12-13 %.
  • Die Evidenz stammt primär aus Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen (LMIC); die Übertragbarkeit auf einkommensstarke Länder ist unklar.
  • Die meisten untersuchten MMS (wie UNIMMAP) enthalten 30 mg Eisen, während die WHO in Gebieten mit hoher Anämieprävalenz 60 mg Eisen empfiehlt.
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Hintergrund

Eine gesunde Ernährung in der Schwangerschaft erfordert eine ausreichende Zufuhr von Energie, Proteinen, Vitaminen und Mineralien. In vielen Regionen ist die über die Nahrung aufgenommene Menge unzureichend, was zu Mikronährstoffmängeln führt. Traditionell empfiehlt die WHO die Supplementierung von Eisen und Folsäure (IFA), um mütterlicher Anämie und Neuralrohrdefekten vorzubeugen. Diese Leitlinie aktualisiert die Empfehlung von 2016 bezüglich des Einsatzes von multiplen Mikronährstoffpräparaten (MMS) anstelle von reinen IFA-Präparaten.

Empfehlung der WHO

Die WHO hat ihre bisherige Ablehnung revidiert und spricht nun folgende Empfehlung aus:

  • Multiple Mikronährstoffpräparate (MMS), die Eisen und Folsäure enthalten, werden im Kontext strenger Forschung empfohlen.

Diese Empfehlung gilt für schwangere Frauen und heranwachsende Mädchen im Rahmen der routinemäßigen Schwangerenvorsorge (Antenatal Care, ANC).

UNIMMAP-Zusammensetzung

Die Evidenz basiert maßgeblich auf Studien, die das standardisierte UNIMMAP-Präparat (United Nations International Multiple Micronutrient Antenatal Preparation) verwenden. Dieses enthält 15 Mikronährstoffe:

MikronährstoffDosis
Vitamin A800 μg
Vitamin D200 IU
Vitamin E10 mg
Niacin18 mg
Folsäure400 μg
Vitamin B11,4 mg
Vitamin B21,4 mg
Vitamin B61,9 mg
Vitamin B122,6 μg
Vitamin C70 mg
Zink15 mg
Eisen30 mg
Selen65 μg
Kupfer2 mg
Jod150 μg

Klinische Effekte: MMS vs. IFA

Der Vergleich von MMS (insbesondere UNIMMAP) mit reinen Eisen-Folsäure-Präparaten zeigt folgende klinische Effekte:

OutcomeEffekt von MMS im Vergleich zu IFAEvidenzgrad
Niedriges GeburtsgewichtReduktion um 12-13 %Hoch / Moderat
Small for Gestational Age (SGA)Reduktion um ca. 9 % (bei UNIMMAP)Moderat
Maternale AnämieWahrscheinlich kein UnterschiedHoch
FrühgeburtWahrscheinlich kein UnterschiedModerat
Maternale MortalitätWahrscheinlich kein UnterschiedNiedrig

Forschungskontext und Implementierung

Da die Empfehlung an den Kontext "strenger Forschung" gebunden ist, definiert die WHO spezifische Anforderungen an zukünftige Studien und Implementierungsprogramme:

  • Gestationsalter: Zukünftige klinische Studien müssen das Gestationsalter zwingend durch Ultraschall in der Frühschwangerschaft exakt bestimmen, da die Effekte auf niedriges Geburtsgewicht, Frühgeburtlichkeit und SGA in bisherigen Studien schwer zu interpretieren waren.
  • Eisen-Dosierung: Viele MMS (wie UNIMMAP) enthalten 30 mg elementares Eisen. Die WHO empfiehlt jedoch 60 mg Eisen in Populationen, in denen Anämie ein schweres öffentliches Gesundheitsproblem darstellt (Prävalenz ≥ 40 %). Die Auswirkungen einer Dosisreduktion bei der Umstellung von IFA auf MMS müssen evaluiert werden.
  • Implementierungsforschung: Bei der Einführung von MMS-Programmen müssen Akzeptanz, Machbarkeit, Nachhaltigkeit, Kosteneffizienz und Auswirkungen auf die gesundheitliche Chancengleichheit (Equity) untersucht werden.

💡Praxis-Tipp

Prüfen Sie bei der Erwägung von multiplen Mikronährstoffpräparaten (MMS) stets die regionale Anämieprävalenz. Da gängige MMS wie UNIMMAP nur 30 mg Eisen enthalten, könnte dies für Patientinnen in Hochrisikogebieten (Empfehlung: 60 mg Eisen) unzureichend sein.

Häufig gestellte Fragen

Die WHO empfiehlt MMS derzeit nur im Rahmen strenger Forschung, um offene Fragen zur Dosierungsumstellung und zu den genauen Effekten auf das Geburtsgewicht zu klären.
UNIMMAP ist ein standardisiertes Präparat der Vereinten Nationen, das 15 Mikronährstoffe enthält, darunter 30 mg Eisen und 0,4 mg Folsäure.
Die aktuelle Evidenz zeigt, dass MMS das Risiko für ein niedriges Geburtsgewicht um etwa 12-13 % und für "Small for Gestational Age" (SGA) um ca. 9 % senken können.
Das ist unklar. Die zugrundeliegende Evidenz stammt fast ausschließlich aus Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen (LMIC). Für Populationen ohne Risiko für Mikronährstoffmängel gibt es keine klaren Daten.

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