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Eisen-Supplementierung bei Kindern: Leitlinie (WHO)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf WHO Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Eine tägliche Eisen-Supplementierung wird als präventive Maßnahme in Regionen mit einer Anämie-Prävalenz von ≥40 % empfohlen.
  • Die Dosierung richtet sich nach dem Alter: 10–12,5 mg (6–23 Monate), 30 mg (24–59 Monate) und 30–60 mg (5–12 Jahre).
  • Die Einnahme sollte täglich über drei aufeinanderfolgende Monate im Jahr erfolgen.
  • In Malaria-Endemiegebieten darf Eisen nur in strikter Kombination mit Malaria-Prävention, -Diagnostik und -Therapie verabreicht werden.
  • Ein vorheriges Screening auf Anämie ist vor der präventiven Gabe in Hochrisikogebieten nicht erforderlich.
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Hintergrund

Weltweit waren im Jahr 2011 etwa 300 Millionen Kinder von Anämie betroffen. Eisenmangel gilt als die häufigste Ursache und kann durch unzureichende Nahrungsaufnahme, erhöhten Bedarf während des Wachstums oder parasitäre Infektionen entstehen. Eisen ist essenziell für die Entwicklung des Immun- und Nervensystems sowie für das Zellwachstum. Ein Mangel im frühen Kindesalter kann die kognitive und motorische Entwicklung irreversibel beeinträchtigen. Die WHO empfiehlt die orale Eisen-Supplementierung als wirksame Public-Health-Intervention zur Senkung der Anämie-Prävalenz.

Indikation und Dosierungsschemata

Die präventive tägliche Eisen-Supplementierung ist indiziert in Regionen, in denen die Anämie-Prävalenz bei Säuglingen und Kleinkindern 40 % oder höher liegt. Die Dosierung von elementarem Eisen variiert je nach Altersgruppe:

AltersgruppeAlterDosis (elementares Eisen)DarreichungsformDauer
Säuglinge & Kleinkinder6–23 Monate10–12,5 mgTropfen / SirupTäglich für 3 aufeinanderfolgende Monate im Jahr
Vorschulkinder24–59 Monate30 mgTropfen / Sirup / TablettenTäglich für 3 aufeinanderfolgende Monate im Jahr
Schulkinder5–12 Jahre30–60 mgTabletten / KapselnTäglich für 3 aufeinanderfolgende Monate im Jahr

Empfehlungsgrade nach Altersgruppen

Die WHO stuft die Empfehlungen basierend auf der verfügbaren Evidenz wie folgt ein:

  • Säuglinge und Kleinkinder (6–23 Monate): Zur Prävention von Eisenmangel und Anämie (Starke Empfehlung, moderate Evidenzqualität).
  • Vorschulkinder (24–59 Monate): Zur Erhöhung der Hämoglobinkonzentration und Verbesserung des Eisenstatus (Starke Empfehlung, sehr niedrige Evidenzqualität).
  • Schulkinder (ab 60 Monaten): Zur Prävention von Eisenmangel und Anämie (Starke Empfehlung, hohe Evidenzqualität).

Besonderheiten in Malaria-Endemiegebieten

Da Eisen für das Überleben und die Virulenz vieler Pathogene (einschließlich Plasmodium falciparum) benötigt wird, gab es in der Vergangenheit Bedenken bezüglich der Eisengabe in Malaria-Gebieten. Die Leitlinie stellt hierzu klar:

  • Die Gabe von Eisen-Supplementen bei Säuglingen und Kindern in Malaria-Endemiegebieten muss zwingend in Verbindung mit Public-Health-Maßnahmen zur Prävention, Diagnostik und Behandlung von Malaria erfolgen (Starke Empfehlung, hohe Evidenzqualität).
  • Wenn reguläre Malaria-Überwachung und -Behandlung gewährleistet sind, erhöht die Eisen-Supplementierung nicht das Risiko für klinische Malaria oder Tod.
  • Kinder ohne Zugang zu Malaria-Prävention (z. B. insektizidbehandelte Moskitonetze) und rascher medikamentöser Therapie sollten keine oralen Eisen-Interventionen erhalten.
  • Ein vorheriges Screening auf Anämie ist vor der Eisengabe nicht notwendig, da das Malaria-Risiko auch bei eisenrepleten Kindern durch die Supplementierung nicht steigt, sofern Schutzmaßnahmen etabliert sind.

💡Praxis-Tipp

Bei einer regionalen Anämie-Prävalenz von 20–40 % kann laut WHO alternativ auch eine intermittierende Eisen-Gabe erwogen werden. Beachten Sie zudem: Diese Leitlinie dient der Prävention auf Populationsebene. Bei einer individuell diagnostizierten manifesten Anämie müssen therapeutische Dosierungen gemäß nationalen Richtlinien angewendet werden.

Häufig gestellte Fragen

Die präventive Supplementierung wird ab einer regionalen Anämie-Prävalenz von 40 % oder höher bei Säuglingen und Kleinkindern empfohlen.
Die WHO empfiehlt die tägliche Gabe über einen Zeitraum von drei aufeinanderfolgenden Monaten pro Jahr.
Ja, aber zwingend nur in Kombination mit etablierten Maßnahmen zur Prävention (z. B. Moskitonetze), Diagnostik und Behandlung von Malaria.
Nein, in Hochrisikogebieten (Prävalenz ≥40 %) ist ein vorheriges Screening nicht erforderlich, auch nicht in Malaria-Endemiegebieten.

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