Zink in der Schwangerschaft: Indikation und Empfehlung

Diese Leitlinie stammt aus 2021 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: WHO (2021)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Zink ist ein essenzielles Spurenelement, das für das menschliche Wachstum, die Entwicklung und das Immunsystem eine wichtige Rolle spielt. Da der Körper Zink nicht speichern kann, muss der physiologische Bedarf, der sich im dritten Trimenon verdoppelt, über die Nahrung gedeckt werden.

Ein Zinkmangel tritt besonders häufig in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen auf. Eine unzureichende Zufuhr wird mit möglichen Schwangerschaftskomplikationen wie verlängerter Wehentätigkeit, Präeklampsie oder Frühgeburten in Verbindung gebracht.

Die routinemäßige Einnahme von Eisen- oder Kalziumpräparaten in der Schwangerschaft kann die Zinkaufnahme hemmen. Die vorliegende Aktualisierung der WHO-Leitlinie zur Schwangerenvorsorge (2021) evaluiert die aktuelle Evidenzlage zur Zinksupplementierung.

Empfehlungen

Kernempfehlung zur Supplementierung

Die WHO-Leitlinie empfiehlt eine Zinksupplementierung bei schwangeren Frauen ausschließlich im Rahmen strenger Forschungsstudien. Eine routinemäßige Gabe von Zink als Teil der regulären Schwangerenvorsorge wird ausdrücklich nicht empfohlen.

Ernährung und Alternativen

Anstelle einer medikamentösen Supplementierung wird empfohlen, schwangere Frauen bei der Umsetzung einer adäquaten Ernährung zu unterstützen. Der Zinkbedarf sollte laut Leitlinie primär über eine gesunde und ausgewogene Diät gedeckt werden.

Evidenzlage zu klinischen Endpunkten

Die Auswertung von 25 randomisiert-kontrollierten Studien zeigte keinen klaren klinischen Nutzen der Zinkgabe. Die Leitlinie stellt fest, dass die Supplementierung wahrscheinlich keinen oder nur einen geringen Effekt auf folgende Parameter hat:

  • Präeklampsie und mütterliche Infektionen (niedrige Evidenzqualität)

  • Frühgeburten und niedriges Geburtsgewicht (moderate Evidenzqualität)

  • Neonatale Mortalität und angeborene Fehlbildungen (niedrige Evidenzqualität)

Forschungsbedarf

Es wird weiterer Forschungsbedarf zur Wirksamkeit von Zink in Kombination mit anderen Nahrungsergänzungsmitteln gesehen. Insbesondere die Interaktion von Zink mit routinemäßig verabreichtem Eisen und Kalzium soll in zukünftigen Studien untersucht werden.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Ein häufiger Irrtum in der Schwangerenvorsorge ist die Annahme, dass eine generelle Zinksupplementierung klinische Endpunkte wie Frühgeburten oder Präeklampsie verbessert. Die Leitlinie betont, dass Zinkpräparate nicht routinemäßig verschrieben werden sollen, da die aktuelle Evidenz keinen Nutzen belegt. Stattdessen wird eine Aufklärung über eine zinkreiche, ausgewogene Ernährung empfohlen.

Häufig gestellte Fragen

Nein, die WHO-Leitlinie empfiehlt eine Zinksupplementierung bei Schwangeren nicht für die klinische Routine. Die Gabe wird ausschließlich im Rahmen von Forschungsstudien befürwortet.

Laut der aktuellen Evidenz hat eine Zinkgabe wahrscheinlich keinen signifikanten Effekt auf das Risiko für Präeklampsie oder Frühgeburten. Die Datenlage zeigt keinen klaren klinischen Nutzen für diese Endpunkte.

Die Leitlinie weist darauf hin, dass die routinemäßige Einnahme von Eisenpräparaten die Bioverfügbarkeit und Aufnahme von Zink verringern kann. Dies gilt ebenso für Kalziumpräparate, weshalb weitere Forschung zu diesen Interaktionen gefordert wird.

Es wird empfohlen, den erhöhten Zinkbedarf in der Schwangerschaft über eine gesunde und ausgewogene Ernährung zu decken. Eine medikamentöse Supplementierung ist außerhalb von klinischen Studien nicht indiziert.

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Quelle: Nutritional interventions update: zinc supplements during pregnancy (WHO, 2021). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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