Wächter-Lymphknoten (SLNE): Indikation und Durchführung
Hintergrund
Die AWMF-Leitlinie (S1) der Deutschen Gesellschaft für Nuklearmedizin behandelt die prä- und intraoperative Lokalisierung von Wächterlymphknoten (Sentinel Lymph Node, SLN). Wesentliche Ziele des Verfahrens sind die Minimierung des Operationsausmaßes, die Senkung der postoperativen Morbidität sowie die Optimierung der histopathologischen Aufarbeitung.
Die Wächterlymphknoten-Szintigraphie ist primär eine diagnostische Maßnahme zur Festlegung des Stadiums und der Prognose. Die Untersuchung selbst trifft keine Aussage über einen eventuellen tumorösen Befall der Lymphknoten.
Das Verfahren kommt bei verschiedenen Entitäten zum Einsatz, darunter das maligne Melanom, das Mammakarzinom, Genitaltumoren (Vulva- und Peniskarzinom) sowie Kopf-Hals-Tumoren. Neuere Entwicklungen umfassen den Einsatz von SPECT/CT zur besseren anatomischen Orientierung sowie neue Radiopharmaka.
💡Praxis-Tipp
Laut Leitlinie ist die alleinige Dokumentation der intraoperativ gemessenen Sonden-Zählraten für die gesetzlich vorgeschriebene Qualitätssicherung nicht ausreichend. Es wird nachdrücklich darauf hingewiesen, dass für die Überprüfung durch die Ärztlichen Stellen zwingend ein präoperatives Szintigramm angefertigt und dokumentiert werden muss.
Häufig gestellte Fragen
Die Leitlinie stuft eine Schwangerschaft nicht als grundsätzliche Kontraindikation ein, da die Strahlenexposition des Uterus sehr gering ist. Es wird ein 1-Tages-Protokoll mit niedriger Aktivität empfohlen, wobei der zusätzliche Einsatz von blauen Farbstoffen kontraindiziert ist.
Aufgrund der sehr geringen Strahlenexposition von unter 1 mSv pro Jahr ist dies laut Leitlinie nicht erforderlich. Weder der Operateur noch das OP-Personal oder der Pathologe müssen als beruflich strahlenexponierte Personen geführt werden.
Die Leitlinie bevorzugt heutzutage die periareoläre Injektionstechnik mit ein bis zwei Injektionen. Eine mehrfache Injektion in jeden Quadranten gilt als obsolet, da der Lymphabtransport über den subareolären Plexus erfolgt.
Gemäß der Leitlinie ist die Forderung nach einer dynamischen Datenakquisition beim Mammakarzinom überholt. Sie wird nur noch bei Tumoren wie dem malignen Melanom als sinnvoll erachtet, bei denen das primäre Lymphabstromgebiet nicht vorhersehbar ist.
Die Richtlinie zum Strahlenschutz schreibt vor, dass Operateure einmalig an einem 6-stündigen SLN-Kurs teilnehmen müssen. Darüber hinaus muss ein Vertrag zwischen dem verantwortlichen Nuklearmediziner und dem Operateur geschlossen werden.
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Quelle: Nuklearmedizinische Wächter-Lymphknoten-Diagnostik (AWMF). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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