Tumortherapie bei Schwangeren: Diagnostik und Therapie
Hintergrund
Krebserkrankungen treten bei etwa 1 bis 2 von 1.000 Schwangerschaften auf, wobei die Inzidenz aufgrund des steigenden mütterlichen Alters zunimmt. Die Onkopedia-Leitlinie listet folgende Verteilung der häufigsten Erstdiagnosen auf:
| Maligne Erkrankung | Relative Häufigkeit |
|---|---|
| Mammakarzinom | 39 % |
| Zervixkarzinom | 13 % |
| Lymphome | 10 % |
| Ovarialkarzinom | 6 % |
Die physiologischen Veränderungen während der Schwangerschaft, wie ein erhöhtes Plasmavolumen und eine gesteigerte renale Clearance, beeinflussen die Pharmakokinetik. Dennoch werden antineoplastische Wirkstoffe nach dem aktuellen Körpergewicht und ohne grundsätzliche Dosisanpassung verabreicht.
Die meisten Chemotherapeutika sind plazentagängig. Die Entscheidung für eine Therapie erfordert daher stets eine interdisziplinäre Nutzen-Risiko-Abwägung unter Berücksichtigung des Schwangerschaftsstadiums.
💡Praxis-Tipp
Laut Leitlinie erfordert die medikamentöse Tumortherapie in der Schwangerschaft keine Dosisreduktion, sondern wird nach dem aktuellen Körpergewicht der Schwangeren berechnet. Bei der Supportivtherapie wird betont, dass im Falle einer Glukokortikoidgabe zwingend Prednisolon oder Methylprednisolon bevorzugt werden sollten, da diese eine geringe Plazentagängigkeit aufweisen und den Fötus durch eine ausgeprägte plazentare Metabolisierung schützen.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie ist eine systemische Chemotherapie im ersten Trimenon aufgrund des hohen Fehlbildungsrisikos kontraindiziert. Ab dem zweiten Trimenon kann eine medikamentöse Tumortherapie bei entsprechender Indikation durchgeführt werden.
Die Leitlinie empfiehlt keine grundsätzliche Dosisanpassung für Schwangere. Die Dosierung der antineoplastischen Wirkstoffe erfolgt nach den Standardvorgaben und richtet sich nach dem aktuellen Körpergewicht der Patientin.
Es wird primär der Einsatz von Ultraschall und Magnetresonanztomographie (MRT) ohne Kontrastmittel empfohlen. Auf Gadolinium sollte verzichtet werden, während Röntgen und CT nur unter strenger Nutzen-Risiko-Abwägung zum Einsatz kommen dürfen.
Nein, die Leitlinie stuft molekular zielgerichtete Therapien und monoklonale Antikörper wie Trastuzumab in der Schwangerschaft als kontraindiziert ein. Die Behandlung sollte sich ab dem zweiten Trimenon auf Anthrazykline und Taxane beschränken.
Penicilline, Cephalosporine und Makrolide gelten laut Leitlinie als unproblematisch. Aminoglykoside, Fluorochinolone und Tetracycline sollten hingegen vermieden werden.
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Quelle: Medikamentöse Tumortherapie bei Schwangeren (Onkopedia). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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