ClariMedClariMed

Fertilitätserhalt bei Onkologie: S2k-Leitlinie (AWMF)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf AWMF Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Onkologische Therapien führen sehr häufig zu einer partiellen oder kompletten Schädigung der Gonadenfunktion.
  • Das Risiko für einen Fertilitätsverlust hängt maßgeblich von Alter, Art, Dosis und Dauer der Therapie ab.
  • Konzepte zum Erhalt der Fertilität müssen integraler Bestandteil der onkologischen Behandlung sein.
  • Die Leitlinie richtet sich an präpubertäre Mädchen und Jungen sowie Patient*innen im reproduktiven Alter.
Frage zu dieser Leitlinie stellen...

Hintergrund

Aufgrund der Optimierung der medikamentösen, systemischen (Chemotherapie, zielgerichtete Therapien) und der lokoregionalen Therapie (Operation, Strahlentherapie) hat sich die Überlebensrate bei malignen Erkrankungen signifikant verbessert. Diese Therapien führen jedoch sehr häufig zu einer partiellen oder kompletten Schädigung der Gonadenfunktion bei beiden Geschlechtern.

Für die Betroffenen wird die Möglichkeit einer therapiebedingten Infertilität (vorzeitige ovarielle Insuffizienz bei Frauen oder Zeugungsunfähigkeit bei Männern) oft als ähnlich belastend eingestuft wie die maligne Erkrankung selbst. Konzepte zum Erhalt der Fertilität und die entsprechende Beratung müssen daher integraler Bestandteil onkologischer Behandlungen von Präpubertären oder Patient*innen im reproduktiven Alter sein.

Risikofaktoren für Gonadotoxizität

Die mögliche gonadale Schädigung und der Verlust von Keimzellen hängen von verschiedenen individuellen und therapiebedingten Faktoren ab:

RisikofaktorAuswirkung auf die Fertilität
AlterEin höheres Alter bedeutet ein höheres Risiko für einen Fertilitätsverlust.
TherapieartOperationen, Chemotherapien, zielgerichtete Therapien und Strahlentherapien können gonadotoxisch wirken.
Dosis & DauerDas Risiko für eine Schädigung steigt mit der Dosis und der Dauer der medizinischen Therapie.

Zielgruppen der Leitlinie

Die Leitlinie richtet sich an alle Ärztinnen und Berufsgruppen, die an der Versorgung von Patientinnen mit gonadotoxischer Therapie beteiligt sind. Dazu gehören unter anderem:

  • Gynäkologen und Urologen
  • Reproduktionsmediziner und Andrologen
  • Onkologen und Radioonkologen
  • Pädiater und Psychoonkologen

Methoden der Fertilitätsprotektion

Basierend auf der Struktur der Leitlinie stehen verschiedene etablierte und experimentelle fertilitätsprotektive Techniken zur Verfügung, die eine realistische Chance auf eine spätere Schwangerschaft bieten:

PatientengruppeMögliche Maßnahmen (gemäß Leitlinienstruktur)
Mädchen und FrauenOrganerhaltende Operationsverfahren, Ovariopexie, GnRH-Agonisten, Kryokonservierung (Oozyten, Vorkernstadien, Embryonen, Ovarialgewebe)
Jungen und MännerKryokonservierung (Ejakulat, Hodengewebe), Gonadenschutz bei Bestrahlung, experimentell: Kryokonservierung von spermatogonialen Stammzellen

(Hinweis: Da der vorliegende Quelltext primär die Methodik, Zielsetzung und Struktur der Leitlinie abbildet, sind spezifische Dosierungen und detaillierte Empfehlungsgrade zu den einzelnen Verfahren hier nicht aufgeführt.)

💡Praxis-Tipp

Integrieren Sie die Beratung über fertilitätserhaltende Maßnahmen frühzeitig vor Beginn einer zytotoxischen Therapie in das onkologische Gesamtkonzept, da der drohende Fertilitätsverlust für Patient*innen extrem belastend ist.

Häufig gestellte Fragen

Das Risiko hängt vor allem vom Alter der Patient*innen (höheres Alter bedeutet höheres Risiko) sowie von der Art, Dosis und Dauer der onkologischen Therapie ab.
Die Maßnahmen richten sich an präpubertäre Mädchen und Jungen sowie an Patient*innen im reproduktiven Alter, die sich einer gonadotoxischen Behandlung unterziehen müssen.
Zu den in der Leitlinie behandelten Methoden gehören die Kryokonservierung von Ejakulat und Hodengewebe, der Gonadenschutz bei Bestrahlung sowie experimentelle Ansätze wie die Kryokonservierung von spermatogonialen Stammzellen.

Verwandte Leitlinien