IQWiG2024Onkologie

Trastuzumab-Deruxtecan (NSCLC): Indikation und Therapie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2024)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der IQWiG-Bericht A23-115 bewertet den Zusatznutzen von Trastuzumab-Deruxtecan als Monotherapie. Das Anwendungsgebiet umfasst Erwachsene mit fortgeschrittenem, nicht kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC) und einer aktivierenden HER2(ERBB2)-Mutation.

Voraussetzung für die Behandlung ist, dass die betroffenen Personen nach einer platinbasierten Chemotherapie mit oder ohne Immuntherapie eine systemische Therapie benötigen. Zudem darf keine Indikation zur definitiven Lokaltherapie bestehen.

Bisher waren keine spezifischen Therapien für das HER2-mutierte NSCLC zugelassen. Der Bericht prüft die Evidenz gegenüber der vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) festgelegten zweckmäßigen Vergleichstherapie.

Empfehlungen

Bewertung des Zusatznutzens

Laut Bericht ist ein Zusatznutzen nicht belegt. Es wurden keine randomisierten kontrollierten Studien (RCTs) identifiziert, die einen direkten Vergleich mit der zweckmäßigen Vergleichstherapie ermöglichen.

Der pharmazeutische Unternehmer legte lediglich Daten aus einem Studienarm der Dosisfindungsstudie DESTINY-Lung02 vor. Diese Daten ohne Kontrollarm sind für die Ableitung eines Zusatznutzens methodisch nicht geeignet.

Zweckmäßige Vergleichstherapie

Die Bewertung unterscheidet zwei Fragestellungen basierend auf der Vortherapie. Nach alleiniger platinbasierter Chemotherapie umfasst die Vergleichstherapie:

  • Docetaxel oder Pemetrexed

  • Nivolumab, Pembrolizumab oder Atezolizumab

  • Docetaxel in Kombination mit Nintedanib

Nach Vortherapie mit einem PD-1/PD-L1-Antikörper und platinhaltiger Chemotherapie werden folgende Optionen herangezogen:

  • Docetaxel (ggf. in Kombination mit Nintedanib oder Ramucirumab)

  • Pemetrexed

  • Vinorelbin

Dosierung

Die Fachinformation gibt folgende Dosierung für Trastuzumab-Deruxtecan bei NSCLC vor:

MedikamentDosisZyklusDauer
Trastuzumab-Deruxtecan5,4 mg/kg Körpergewicht i.v.Alle 3 Wochen (21 Tage)Bis zur Krankheitsprogression oder inakzeptablen Toxizität

Bei Nebenwirkungen kann eine vorübergehende Behandlungsunterbrechung, Dosisreduktion oder ein Abbruch erforderlich sein. Nach einer Dosisreduktion darf die Dosis nicht wieder erhöht werden.

Kontraindikationen

Der Bericht verweist auf folgende Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen der Fachinformation:

  • Interstitielle Lungenerkrankung (ILD)/Pneumonitis: Es wurden tödliche Verläufe berichtet. Bei symptomatischer ILD (ab Grad 2) muss die Therapie dauerhaft abgesetzt und eine Kortikosteroidbehandlung begonnen werden.

  • Neutropenie: Vor jeder Dosis ist ein großes Blutbild zu erstellen.

  • Kardiotoxizität: Eine Abnahme der linksventrikulären Ejektionsfraktion (LVEF) wurde beobachtet. Bei einer LVEF unter 40 % oder einer Abnahme um mehr als 20 % vom Ausgangswert ist das Medikament dauerhaft abzusetzen.

  • Embryofetale Toxizität: Eine zuverlässige Empfängnisverhütung ist während und nach der Therapie zwingend erforderlich.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Laut den Anforderungen an eine qualitätsgesicherte Anwendung wird bei neuen oder sich verschlechternden Atemwegssymptomen eine sofortige Untersuchung auf eine interstitielle Lungenerkrankung (ILD) oder Pneumonitis empfohlen. Es wird darauf hingewiesen, dass bei Bestätigung einer symptomatischer ILD ab Grad 2 die Therapie mit Trastuzumab-Deruxtecan dauerhaft beendet werden muss. Eine engmaschige klinische und radiologische Überwachung ist daher essenziell.

Häufig gestellte Fragen

Der IQWiG-Bericht kommt zu dem Schluss, dass ein Zusatznutzen nicht belegt ist. Es liegen keine geeigneten Studiendaten für einen direkten Vergleich mit der zweckmäßigen Vergleichstherapie vor.

Die empfohlene Dosis beträgt 5,4 mg/kg Körpergewicht als intravenöse Infusion. Die Gabe erfolgt alle drei Wochen bis zum Progress oder bis zum Auftreten inakzeptabler Toxizität.

Das Medikament ist für Personen zugelassen, die zuvor eine platinbasierte Chemotherapie erhalten haben. Diese Vortherapie kann mit oder ohne eine zusätzliche Immuntherapie erfolgt sein.

Es wird eine regelmäßige Kontrolle der linksventrikulären Ejektionsfraktion (LVEF) mittels Echokardiogramm oder MUGA-Scan empfohlen. Fällt die LVEF unter 40 %, muss die Therapie dauerhaft abgesetzt werden.

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Quelle: IQWiG A23-115: Trastuzumab deruxtecan (NSCLC) - Nutzenbewertung gemäß §35a SGB V (IQWiG, 2024). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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