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Transkatheter-Schrittmacher (TPS): Indikation & Technik

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: DGK (Deutsche Gesellschaft für Kardiologie)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die Implantation eines transvenösen konventionellen Schrittmachers gilt weiterhin als Goldstandard in der Therapie der meisten symptomatischen bradykarden Herzrhythmusstörungen. Die technische Weiterentwicklung ermöglicht jedoch zunehmend den Einsatz von komplett sondenlosen Transkatheter-Schrittmachersystemen (TPS).

Diese kompakten Systeme vereinen elektronische Bauteile, Batterie sowie Sensing- und Stimulationselektrode in einer Kapsel. Die Implantation erfolgt minimalinvasiv über die Vena femoralis direkt in die rechte Herzkammer, wodurch die pektorale Aggregattasche und intravasale Sonden entfallen.

Das vorliegende Positionspapier der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) fasst den aktuellen Kenntnisstand zur Indikationsstellung und sicheren Durchführung der TPS-Implantation zusammen.

Klinischer Kontext

Epidemiologie: Bradykarde Herzrhythmusstörungen, die eine Schrittmachertherapie erfordern, treten vorwiegend im höheren Lebensalter auf. Die Inzidenz von Schrittmacherimplantationen steigt mit der demografischen Alterung stetig an. Transkatheter-Schrittmachersysteme (TPS) bieten hierbei eine Alternative für spezifische Patientengruppen. Pathophysiologie: Herkömmliche Schrittmachersysteme nutzen transvenöse Sonden, die mit Komplikationen wie Sondenbrüchen, Infektionen oder Venenverschlüssen assoziiert sein können. Sondenlose Schrittmacher werden direkt in den rechten Ventrikel implantiert und umgehen diese klassischen Schwachstellen. Sie stimulieren das Myokard lokal und autark ohne subkutane Tasche. Klinische Bedeutung: Für Ärzte sind TPS besonders bei Patienten mit hohem Infektionsrisiko, fehlenden venösen Zugängen oder nach vorheriger Sondenextraktion relevant. Die Vermeidung einer Schrittmachertasche reduziert zudem das Risiko für Taschenhämatome und lokale Infektionen erheblich. Diagnostische Grundlagen: Die Indikation zur ventrikulären Stimulation basiert auf der EKG-Diagnostik von symptomatischen Bradykardien, wie höhergradigen AV-Blöcken oder einem Sick-Sinus-Syndrom. Vor einer TPS-Implantation erfolgt in der Regel eine echokardiografische Beurteilung der rechtsventrikulären Anatomie und Trikuspidalklappenfunktion.

Wissenswertes

Transkatheter-Schrittmachersysteme werden häufig bei Patienten erwogen, die ein hohes Risiko für Sonden- oder Tascheninfektionen aufweisen. Auch bei fehlenden venösen Zugängen im Oberkörperbereich stellt diese Technologie eine wichtige Alternative dar.

Eine Implantation ist meist kontraindiziert, wenn anatomische Besonderheiten des rechten Ventrikels oder der Vena femoralis den Zugang oder die Fixierung unmöglich machen. Ebenso stellen mechanische Trikuspidalklappen oder bestehende Rechtsherzthromben in der Regel absolute Hindernisse dar.

Zu den typischen prozeduralen Risiken zählen Perforationen des rechten Ventrikels mit möglicher Perikardtamponade sowie Gefäßkomplikationen an der femoralen Punktionsstelle. Dislokationen des Geräts sind selten, erfordern jedoch ein rasches interventionelles Management.

Die Batterielebensdauer moderner sondenloser Schrittmacher ist vergleichbar mit herkömmlichen Systemen und liegt meist zwischen acht und dreizehn Jahren. Die tatsächliche Laufzeit hängt stark vom individuellen Stimulationsbedarf und den programmierten Parametern ab.

Eine Explantation am Ende der Batterielaufzeit ist technisch anspruchsvoll und mit einem erhöhten Risiko für Myokardverletzungen verbunden. Häufig wird stattdessen ein neues System zusätzlich implantiert, sofern die anatomischen Platzverhältnisse im rechten Ventrikel dies zulassen.

Die meisten aktuell verfügbaren Transkatheter-Schrittmachersysteme sind unter bestimmten Bedingungen MRT-tauglich. Vor einer Untersuchung müssen die spezifischen Herstellervorgaben geprüft und das Gerät in einen entsprechenden MRT-Modus umprogrammiert werden.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Ein zentraler Praxisaspekt des Positionspapiers ist die korrekte anatomische Positionierung des Transkatheter-Schrittmachers. Es wird nachdrücklich darauf hingewiesen, das System septal im rechten Ventrikel zu verankern und eine Platzierung apikal oder an der freien Wand zu vermeiden. Zudem wird die Wichtigkeit des Zugtests betont, um die sichere Fixierung von mindestens zwei Ankerhaken vor der endgültigen Freisetzung zu bestätigen.

Häufig gestellte Fragen

Laut DGK-Positionspapier sollte die Implantation durch interventionell erfahrene Kardiologen oder Elektrophysiologen erfolgen. Vor dem ersten Eingriff wird ein verpflichtendes Trainingsprogramm aus Online-Schulung, Simulatortraining und Hospitation vorausgesetzt.

Die Dokumentation zeigt, dass die Gesamtkomplikationsrate bei etwa 4 Prozent liegt. Damit fällt sie laut den zitierten Registerdaten um fast 50 Prozent niedriger aus als bei konventionell implantierten Schrittmachersystemen.

Das System wird kathetergestützt über die rechte Vena femoralis in der Leiste eingeführt. Hierfür wird eine großlumige 27-French-Schleuse verwendet, die nach der Platzierung im rechten Ventrikel wieder vollständig entfernt wird.

Obwohl diese Komplikation selten auftritt, fordert das Positionspapier das Vorliegen eines Standardprotokolls zur notfallmäßigen Versorgung. Die meisten aufgetretenen Tamponaden konnten in den Studien interventionell entlastet werden, in sehr seltenen Fällen war eine chirurgische Intervention nötig.

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Quelle: Implantation von Transkatheter Schrittmachersystemen (TPS) zur ventrikulären Stimulation Empfehlung der AG 1 Rhythmologie der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) (DGK (Deutsche Gesellschaft für Kardiologie)). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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