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DGK (Deutsche Gesellschaft für Kardiologie)Kardiologie

Ambulante kardiologische Leistungen: DGK-Positionspapier

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf DGK (Deutsche Gesellschaft für Kardiologie) Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Die Entscheidung für eine ambulante Durchführung basiert auf Patientencharakteristika, Anatomie und prozeduralen Aspekten im Rahmen eines Shared Decision Making.
  • Diagnostische Linksherzkatheter und unkomplizierte PCIs (bevorzugt über A. radialis) können bei 4- bis 6-stündiger Überwachung ambulant erfolgen.
  • Strukturelle Herzinterventionen (Klappen, Vorhofohr, PFO/ASD) erfordern stets eine stationäre Aufnahme.
  • Die Implantation von 1- und 2-Kammer-Schrittmachern/ICDs sowie Ereignisrekordern ist ambulant möglich, CRT-Systeme und Sondenextraktionen hingegen nicht.
  • Vorhofflimmer-Ablationen dürfen nur bei streng selektierten Patienten (z.B. Alter < 65, EF > 40%, BMI < 35) ambulant durchgeführt werden.
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Hintergrund

Die Ambulantisierung bisher stationär durchgeführter Eingriffe gewinnt in der Kardiologie zunehmend an Bedeutung. Treiber dieser Entwicklung sind der medizinisch-technische Fortschritt, der Pflegepersonalmangel, der Kostendruck im Gesundheitswesen sowie die Ausrichtung auf Patientenbedürfnisse. Das Positionspapier der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) definiert die strukturellen, prozeduralen und personellen Voraussetzungen, um kardiologische Eingriffe ambulant durchzuführen, ohne die Patientensicherheit zu gefährden.

Entscheidungskriterien

Die finale Entscheidung, ob ein Eingriff ambulant oder stationär erbracht wird, obliegt dem behandelnden Arzt und sollte gemeinsam mit dem Patienten getroffen werden (Shared Decision Making). Die Beurteilung stützt sich auf drei Säulen:

  • Patientencharakteristika: Stationäre Aufnahme indiziert bei z.B. Herzinsuffizienz (EF ≤40%), Niereninsuffizienz, hohem Blutungsrisiko, instabiler Angina/NSTEMI/STEMI oder Dyspnoe (NYHA III/IV).
  • Anatomische Voraussetzungen: Stationäre Aufnahme indiziert bei z.B. Bifurkationsläsionen, stark verkalkten Läsionen, CTO oder Hauptstammläsionen.
  • Prozedurale Aspekte: Stationäre Aufnahme indiziert bei z.B. femoralem Zugang >6 French, transseptaler Punktion oder Sondenextraktionen.

Koronardiagnostik und -intervention

Der Zugangsweg bei elektiver Diagnostik und perkutaner Koronarintervention (PCI) sollte primär über die A. radialis erfolgen. Eine ärztliche Kontrolle der Punktionsstelle vor Entlassung ist obligat.

EingriffBevorzugter ZugangMinimale ÜberwachungAmbulant möglich
Diagnostischer LinksherzkatheterA. radialis4 hJa
Intrakoronare Druckmessung (FFR, iFR)A. radialis4-12 hJa
PCI (1 Koronararterie, unkompliziert)A. radialis6 hJa
PCI (>1 Koronararterie)A. radialis / A. femoralis6 hNein
Hauptstammintervention / CTOA. femoralis12-24 hNein

Strukturelle Herzerkrankungen

Interventionen an Herzklappen, Vorhofohrverschlüsse sowie Septumdefektverschlüsse (PFO, ASD, VSD) müssen aufgrund ihrer Komplexität, der Notwendigkeit großlumiger venöser Schleusen und spezifischer Risiken (z.B. Perikardtamponade, Embolien) immer unter stationären Bedingungen durchgeführt werden.

Elektrophysiologie und Ablation

Diagnostische elektrophysiologische Untersuchungen (EPU) sind prinzipiell ambulant durchführbar, sofern keine schweren Komorbiditäten oder angeborenen Herzfehler vorliegen.

EingriffMinimale ÜberwachungAmbulant möglich
Diagnostische EPU (ohne angeborenen Herzfehler)Abhängig von ArrhythmieJa
Diagnostische EPU (mit angeborenem Herzfehler)Abhängig von ArrhythmieNein
Katheterablation Vorhofflimmern6-24 hBedingt (nur bei fehlenden Ausschlusskriterien)

Spezielle Ausschlusskriterien für eine ambulante Vorhofflimmer-Ablation:

  • Alter > 65 Jahre
  • Klinisch manifeste Herzinsuffizienz (NYHA > II) bzw. EF < 40 %
  • Ausgeprägte Adipositas (BMI > 35 kg/m²)
  • Z.n. Schlaganfall/TIA oder CHA2DS2-VASc Score > 3
  • Niereninsuffizienz mit Kreatinin-Clearance < 30 ml/min
  • Fehlender häuslicher Support oder Transportdauer > 1 h nach Hause

Device-Therapie (Schrittmacher und ICD)

Viele Eingriffe im Bereich der Rhythmusimplantate können sicher ambulant erbracht werden. Eingriffe, die eine Sondenextraktion beinhalten, sind aufgrund des Mortalitätsrisikos (> 1 %) stationär durchzuführen.

EingriffMinimale ÜberwachungAmbulant möglichErforderliche Kontrolle
Ereignisrekorder (Im-/Explantation)1-2 hJaSystemabfrage
1- oder 2-Kammer-Schrittmacher/ICD4 hJaSystemabfrage, Rö-Thorax
Biventrikuläre Systeme (CRT)4 hNeinSystemabfrage, Rö-Thorax, Echo
Sondenextraktion12 hNeinRö-Thorax, Echo
Aggregatwechsel (ohne Sonde)1-2 hJaSystemabfrage

Postoperative Überwachung und Entlassmanagement

Im Anschluss an einen kardiologischen Eingriff ist eine Überwachung mit EKG-Monitoring, nichtinvasiver Blutdruckmessung und Pulsoxymetrie sicherzustellen. Qualifiziertes Pflegepersonal und ein erreichbarer Facharzt sind zwingend erforderlich.

Vor der Entlassung muss eine ärztliche Visite erfolgen. Diese umfasst:

  • Abfrage von Symptomen (Angina pectoris, Dyspnoe)
  • Überprüfung des Bewusstseinszustands (nach Analgosedierung 24 h keine aktive Teilnahme am Straßenverkehr)
  • Inspektion der Operationswunde bzw. Punktionsstelle
  • Aushändigung eines Kurzberichts, eines Medikamentenplans und von Notfallnummern
  • Sicherstellung der häuslichen Weiterversorgung

💡Praxis-Tipp

Überprüfen Sie vor jeder geplanten ambulanten Entlassung zwingend die Punktionsstelle und stellen Sie sicher, dass der Patient nach einer Analgosedierung für 24 Stunden nicht aktiv am Straßenverkehr teilnimmt und unter Aufsicht ist.

Häufig gestellte Fragen

Unkomplizierte PCIs an einer Koronararterie (bevorzugt über den radialen Zugang) können bei einer minimalen Überwachungsdauer von 6 Stunden ambulant erfolgen. Komplexe Eingriffe wie Hauptstamm- oder CTO-Interventionen erfordern eine stationäre Aufnahme.
Ja, die Implantation von 1- oder 2-Kammer-Schrittmachern und ICDs ist ambulant möglich (Überwachung ca. 4 Stunden). CRT-Systeme und Eingriffe mit Sondenextraktion müssen jedoch stationär erfolgen.
Nur unter strengen Voraussetzungen. Ausschlusskriterien für eine ambulante Durchführung sind unter anderem ein Alter > 65 Jahre, eine EF < 40 %, ein BMI > 35 kg/m² oder eine Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance < 30 ml/min).
Bei einem Zugang über die A. radialis beträgt die minimale Überwachungsdauer 4 Stunden. Bei einem femoralen Zugang mit einer 6-French-Schleuse sind ebenfalls mindestens 4 Stunden (mit Druckverband) erforderlich.

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