Terminale Herzinsuffizienz: MCS und Herztransplantation
Hintergrund
Die Einjahresmortalität bei terminaler Herzinsuffizienz liegt trotz verbesserter medikamentöser und nichtpharmakologischer Therapien bei 20 bis 50 Prozent. Das Konsensuspapier der DGK und DGTHG definiert einheitliche Algorithmen für die Diagnostik und Behandlung dieser hochvulnerablen Patientengruppe.
Eine zentrale Rolle spielt die rechtzeitige Evaluation für erweiterte Therapieoptionen wie die mechanische Kreislaufunterstützung (MCS) oder die Herztransplantation (HTx). Hierfür ist eine interdisziplinäre Betreuung in spezialisierten Herzinsuffizienz-Netzwerken und -Einheiten essenziell.
Die Leitlinie betont, dass der optimale klinische Korridor für eine dauerhafte MCS-Therapie nicht verpasst werden darf. Dieser liegt laut Expertenkonsens im Bereich der INTERMACS-Stadien 2 bis 5, bevor manifeste Endorganschäden eintreten.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie warnt davor, den optimalen Zeitpunkt für eine erweiterte Herzinsuffizienztherapie zu verpassen. Es wird darauf hingewiesen, dass Betroffene häufig erst sehr spät an ein Referenzzentrum überwiesen werden, da frühe Warnzeichen übersehen werden. Eine frühzeitige Vorstellung im stabilen Stadium wird dringend empfohlen, um sekundäre Organschäden zu vermeiden.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie verschlechtert sich die Prognose ab einer maximalen Sauerstoffaufnahme (VO2max) von < 14 ml/min/kg deutlich. Unter aktueller leitliniengerechter medikamentöser Therapie gilt ein Wert von < 12 ml/min/kg als Indikator, spätestens dann eine Evaluation für eine HTx oder ein VAD einzuleiten.
Das Konsensuspapier beschreibt, dass es insbesondere bei subkutanen ICDs zu elektromagnetischen Interferenzen mit dem LVAD kommen kann. Bei ineffektiven oder inadäquaten Schocks wird eine Deaktivierung oder Explantation des ICDs empfohlen.
Als erste Eskalationsstrategie wird die Verdopplung der Schleifendiuretika-Dosis sowie die Kombination mit Thiaziden empfohlen. Bei fehlendem Ansprechen sollte gemäß Leitlinie eine Nierenersatztherapie, wie Ultrafiltration oder Peritonealdialyse, evaluiert werden.
Die Leitlinie gibt an, dass eine ungenügende Therapieadhärenz, gravierende psychische Erkrankungen und Substanzmissbrauch schwerwiegende Probleme darstellen. Diese Faktoren können eine Kontraindikation für eine MCS-Implantation oder HTx-Listung bilden.
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Quelle: Implantation mechanischer Unterstützungssysteme und Herztransplantation bei Patienten mit terminaler Herzinsuffizienz Konsensuspapier DGK, DGTHG (DGK (Deutsche Gesellschaft für Kardiologie)). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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