IQWiG2021Kardiologie

Herzinsuffizienz DMP-Update: IQWiG-Synopse

Diese Leitlinie stammt aus 2021 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2021)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der IQWiG-Bericht V20-05 dient als Leitliniensynopse zur Aktualisierung des Disease-Management-Programms (DMP) für chronische Herzinsuffizienz. Ziel ist es, die strukturierte Versorgung an den aktuellen Stand der Wissenschaft anzupassen.

Herzinsuffizienz ist ein klinisches Syndrom mit verminderter Herzleistung, das oft auf Grunderkrankungen wie koronarer Herzkrankheit oder arterieller Hypertonie basiert. Die Erkrankung geht mit einer hohen Hospitalisierungs- und Mortalitätsrate einher.

Laut Bericht wird die Erkrankung anhand der Symptomatik in die NYHA-Stadien I bis IV eingeteilt. Zudem erfolgt eine essenzielle Klassifikation nach der linksventrikulären Ejektionsfraktion (LVEF).

Empfehlungen

Diagnostische Kriterien

Die Leitliniensynopse definiert klare Kriterien für die Diagnosestellung einer Herzinsuffizienz. Ein objektiver Nachweis einer kardiogenen pulmonalen oder systemischen Stauung durch bildgebende Verfahren oder hämodynamische Messungen wird gefordert.

Zudem sind laut Bericht erhöhte natriuretische Peptidwerte ein zentrales Diagnosekriterium. Es gelten folgende Grenzwerte:

BiomarkerSettingGrenzwert
BNPAmbulant≥ 35 pg/ml
BNPStationär/Dekompensiert≥ 100 pg/ml
NT-proBNPAmbulant≥ 125 pg/ml
NT-proBNPStationär/Dekompensiert≥ 300 pg/ml

Klassifikation der Herzinsuffizienz

Für die klinische Arbeit und die Zielgruppenabgrenzung im DMP ist die Einteilung nach der linksventrikulären Ejektionsfraktion (LVEF) von wesentlicher Bedeutung. Das Dokument unterscheidet folgende Gruppen:

KlassifikationLVEF-WertBedeutung
HFrEF< 40 %Reduzierte Ejektionsfraktion
HFmrEF40 bis 49 %Mittelgradig/geringgradig eingeschränkte Ejektionsfraktion
HFpEF≥ 50 %Erhaltene Ejektionsfraktion

Zusätzlich wird die Symptomatik anhand der NYHA-Klassifikation bewertet. Diese Einteilung spiegelt die körperliche Leistungsfähigkeit wider:

StadiumSymptomatik
NYHA IAsymptomatisch bei normaler Belastung
NYHA IIGeringe Einschränkung, Erschöpfung bei alltäglicher Belastung
NYHA IIIStarke Einschränkung, Erschöpfung bei geringer Belastung
NYHA IVBeschwerden in Ruhe oder bei geringster Belastung, Bettlägerigkeit

Therapeutische Maßnahmen und Monitoring

Der Bericht identifiziert für die Aktualisierung des DMP relevanten Anpassungsbedarf bei verschiedenen therapeutischen Strategien. Folgende Bereiche werden für die medikamentöse und interventionelle Therapie hervorgehoben:

  • Spezifische medikamentöse Therapien, einschließlich ARNI und SGLT-2-Hemmer

  • Behandlung von Komorbiditäten wie Eisenmangel, Anämie und Diabetes mellitus Typ 2

  • Spezielle interventionelle Maßnahmen wie die kardiale Resynchronisationstherapie (CRT) und implantierbare Kardioverter-Defibrillatoren (ICD)

Im Bereich des Monitorings verweist das Dokument auf die Bedeutung von multidisziplinären Teams. Zudem werden eine intensivierte Betreuung und das Telemonitoring als relevante Versorgungsaspekte aufgeführt.

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💡Praxis-Tipp

Laut dem IQWiG-Bericht ist eine Herzinsuffizienz nicht unabhängig von ihren Grunderkrankungen zu betrachten. Es wird hervorgehoben, dass für eine präzise Diagnostik im Rahmen des DMP stets die Bestimmung der natriuretischen Peptide sowie die echokardiografische Einteilung der LVEF erfolgen sollte.

Häufig gestellte Fragen

Laut Bericht gilt im ambulanten Setting ein NT-proBNP-Wert von ≥ 125 pg/ml als Diagnosekriterium. Bei stationären oder dekompensierten Verläufen liegt der Grenzwert bei ≥ 300 pg/ml.

Die Leitliniensynopse unterscheidet drei Formen: HFrEF (LVEF < 40 %), HFmrEF (LVEF 40 bis 49 %) und HFpEF (LVEF ≥ 50 %). Diese Einteilung ist für die weitere Therapieplanung essenziell.

Das Dokument nennt unter anderem chronisch obstruktive Lungenerkrankungen (COPD), arterielle Hypertonie, Diabetes mellitus, Anämie und chronische Niereninsuffizienz als häufige und relevante Begleiterkrankungen.

Die Einteilung reicht von NYHA I (völlige Beschwerdefreiheit bei normaler Belastung) bis NYHA IV (Einschränkung der Leistungsfähigkeit selbst bei geringer Belastung oder in Ruhe, Bettlägerigkeit).

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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