IQWiG2023Pädiatrie

Systemische Therapie bei Kindern: Indikation und Nutzen

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2023)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der IQWiG-Bericht N21-03 untersucht die Systemische Therapie als Psychotherapieverfahren bei Kindern und Jugendlichen mit psychischen Störungen. Ziel der Untersuchung ist die systematische Nutzenbewertung hinsichtlich patientenrelevanter Endpunkte.

Als Vergleichsinterventionen dienen unter anderem Richtlinientherapien, andere psychotherapeutische oder medikamentöse Behandlungen sowie Placebo oder keine Behandlung. Die Systemische Therapie fokussiert dabei auf den sozialen Kontext psychischer Störungen und misst dem interpersonellen Umfeld eine besondere Bedeutung bei.

Die Bewertung basiert auf 50 randomisierten, kontrollierten Studien, von denen 42 verwertbare Daten lieferten. Die untersuchten psychischen Störungen wurden in Anlehnung an die Anwendungsbereiche der Psychotherapie-Richtlinie zusammengefasst und ausgewertet.

Empfehlungen

Der Bericht fasst die Evidenz zum Nutzen und Schaden der Systemischen Therapie in verschiedenen klinischen Anwendungsbereichen zusammen.

Nutzenbewertung nach Indikation

Das IQWiG kommt im Vergleich zu Richtlinientherapien, medikamentösen oder sonstigen Behandlungen zu folgenden Bewertungen:

AnwendungsbereichVergleichsinterventionBewertung des Nutzens
Affektive StörungenRichtlinientherapieAnhaltspunkt für geringeren Nutzen
Angst- und ZwangsstörungenRichtlinientherapie (als Add-on)Anhaltspunkt für höheren Nutzen
EssstörungenSonstige Psychotherapie / BehandlungenAnhaltspunkt für Nutzen
Hyperkinetische StörungenMedikamentöse Behandlung (als Add-on)Anhaltspunkt für Nutzen
SubstanzkonsumstörungenRichtlinientherapieAnhaltspunkt für höheren Nutzen
Gemischte StörungenRichtlinientherapieAnhaltspunkt für vergleichbaren Nutzen
Störungen des SozialverhaltensDiverseKein Anhaltspunkt für Nutzen/Schaden

Detaillierte Ergebnisse

Laut IQWiG ergibt sich bei affektiven Störungen ein Anhaltspunkt für einen geringeren Nutzen der Systemischen Therapie. Dies basiert auf dem direkten Vergleich mit etablierten Richtlinientherapien.

Bei Angst- und Zwangsstörungen zeigt sich hingegen ein Anhaltspunkt für einen höheren Nutzen. Dies gilt spezifisch für den Einsatz der Systemischen Therapie als Add-on zu einer Richtlinientherapie.

Für weitere Störungsbilder formuliert der Bericht folgende positive Bewertungen:

  • Bei Essstörungen besteht ein Anhaltspunkt für einen Nutzen im Vergleich zu anderen psychotherapeutischen Behandlungen.

  • Bei hyperkinetischen Störungen zeigt sich ein Anhaltspunkt für einen Nutzen als Add-on zu einer medikamentösen Therapie.

  • Bei Substanzkonsumstörungen wird ein höherer Nutzen gegenüber der Richtlinientherapie festgestellt.

Limitationen der Evidenz

Der Bericht weist auf deutliche Einschränkungen der Studienlage hin. Das Verzerrungspotenzial der meisten eingeschlossenen Studien wird als hoch eingestuft.

Zudem fehlen in den Studien häufig Daten zu unerwünschten Ereignissen. Eine abschließende Nutzen-Schaden-Abwägung ist daher laut IQWiG nur eingeschränkt möglich.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Der IQWiG-Bericht weist darauf hin, dass bei affektiven Störungen im Kindes- und Jugendalter ein Anhaltspunkt für einen geringeren Nutzen der Systemischen Therapie im Vergleich zu etablierten Richtlinientherapien besteht. Es wird zudem betont, dass die Datenlage zu unerwünschten Ereignissen über alle Indikationen hinweg stark limitiert ist, was bei der Therapieentscheidung berücksichtigt werden sollte.

Häufig gestellte Fragen

Laut IQWiG gibt es Anhaltspunkte für einen Zusatznutzen bei Angst- und Zwangsstörungen (als Add-on zur Richtlinientherapie) sowie bei hyperkinetischen Störungen (als Add-on zur Medikation). Auch bei Essstörungen und Substanzkonsumstörungen zeigen sich positive Effekte.

Der Bericht stellt bei affektiven Störungen einen Anhaltspunkt für einen geringeren Nutzen der Systemischen Therapie fest. Dies bezieht sich auf den direkten Vergleich mit etablierten Richtlinientherapien.

Die Evidenz ist laut Bericht durch ein hohes Verzerrungspotenzial in den meisten eingeschlossenen Studien limitiert. Zudem fehlen oft Daten zu unerwünschten Ereignissen, was die Nutzen-Schaden-Abwägung erschwert.

Für Störungen des Sozialverhaltens konnte das IQWiG keinen Anhaltspunkt für einen Nutzen oder Schaden der Systemischen Therapie ermitteln. Die vorliegenden Daten ließen in diesem Bereich keine eindeutigen Schlüsse zu.

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Quelle: IQWiG N21-03: Systemische Therapie bei Kindern und Jugendlichen als Psychotherapieverfahren (IQWiG, 2023). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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