Depression bei Kindern und Jugendlichen: AWMF-Leitlinie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AWMF|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Depressive Störungen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter. Die Prävalenz steigt mit zunehmendem Alter deutlich an und liegt im Jugendalter bei acht bis 15 Prozent. Eine verzögerte Behandlung kann zur Chronifizierung beitragen und die psychosoziale Entwicklung erheblich beeinträchtigen.

Die aktualisierte S3-Leitlinie der AWMF bietet evidenzbasierte Empfehlungen zur Behandlung dieser Altersgruppe. Dabei wird zwischen jüngeren Kindern (drei bis sechs Jahre), älteren Kindern (sieben bis zwölf Jahre) und Jugendlichen (13 bis 18 Jahre) differenziert.

Die Leitlinie betont die Wichtigkeit einer altersgerechten Aufklärung und der gemeinsamen Entscheidungsfindung mit den Sorgeberechtigten. Zudem wird ein kultursensibler Umgang mit komorbiden Erkrankungen und familiären Belastungen empfohlen.

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💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie warnt ausdrücklich vor dem Einsatz von Paroxetin und Venlafaxin bei Kindern und Jugendlichen, da diese Substanzen mit einer stark erhöhten Wahrscheinlichkeit für suizidale Handlungen assoziiert sind. Es wird empfohlen, bei jeder pharmakologischen Behandlung das Auftreten unerwünschter Nebenwirkungen, insbesondere eine Verstärkung der Suizidalität, engmaschig zu überwachen.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie ist in Deutschland derzeit nur Fluoxetin für die Behandlung von mittelgradigen und schweren depressiven Störungen ab acht Jahren zugelassen. Der Einsatz anderer empfohlener Substanzen wie Sertralin oder Escitalopram erfolgt im Off-Label-Use und erfordert eine besondere Aufklärung.

Die Leitlinie empfiehlt, den Therapieeffekt einer medikamentösen Behandlung mit SSRI nach einem Zeitraum von mindestens vier Wochen zu überprüfen. Bei unzureichender Response kann dann eine Anpassung der Behandlungsstrategie erwogen werden.

Es wird von der Gabe von Johanniskrautextrakten bei Kindern und Jugendlichen abgeraten. Die Leitlinie begründet dies mit unzureichender Evidenz und dem möglichen Auftreten unerwünschter Nebenwirkungen.

Bei Kindern zwischen sieben und zwölf Jahren wird primär die kognitive Verhaltenstherapie (KVT) empfohlen. Für jüngere Kinder zwischen drei und sechs Jahren rät die Leitlinie zur Parent-Child Interaction Therapy (PCIT-ED).

Nein, die Leitlinie empfiehlt, bei Jugendlichen mit einer leichten depressiven Episode oder Dysthymia auf eine Pharmakotherapie als Therapie der ersten Wahl zu verzichten. Hier hat die Psychotherapie klaren Vorrang.

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Quelle: S3-Leitlinie Behandlung von depressiven Störungen bei Kindern und Jugendlichen (AWMF). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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