ARFID: Medikamentöse Therapie und Leitlinien-Empfehlung
Hintergrund
Der IQWiG-Evidenzbericht (2026) zur S3-Leitlinie „Diagnostik und Therapie der Essstörungen“ untersucht die Wirksamkeit medikamentöser Interventionen bei der vermeidend-restriktiven Ernährungsstörung (ARFID) und Fütterstörungen im frühen Kindesalter.
ARFID und frühkindliche Fütterstörungen sind durch eine unzureichende Nahrungsaufnahme gekennzeichnet. Dies führt häufig zu Gewichtsverlust, Mangelernährung oder einer Abhängigkeit von künstlicher Sondenernährung.
Ziel des Berichts war es, die Evidenz für medikamentöse Therapien im Vergleich zu anderen Interventionen systematisch zu bewerten. Dabei wurden klinisch relevante Endpunkte wie Mortalität, Mangelernährung und Nebenwirkungen analysiert.
💡Praxis-Tipp
Laut dem Evidenzbericht gibt es aktuell keine belastbare wissenschaftliche Grundlage für den routinemäßigen Einsatz von Megestrol bei frühkindlichen Fütterstörungen oder ARFID. Es wird deutlich, dass medikamentöse Ansätze in diesem Bereich experimentell bleiben und eine sorgfältige individuelle Nutzen-Risiko-Abwägung unter Berücksichtigung des fehlenden Zulassungsstatus erfordern.
Häufig gestellte Fragen
Laut dem IQWiG-Bericht ist der in Studien untersuchte Wirkstoff Megestrol in Deutschland für diese Indikation nicht zugelassen. Die medikamentöse Behandlung erfolgt in diesem Bereich in der Regel im Off-Label-Use.
Die Auswertung zeigt keinen statistisch signifikanten Vorteil von Megestrol gegenüber Placebo. Die Vertrauenswürdigkeit dieser Evidenz wird aufgrund sehr geringer Patientenzahlen als sehr niedrig eingestuft.
In der vom IQWiG eingeschlossenen Studie zeigte sich bei den schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen kein signifikanter Unterschied zwischen der Megestrol- und der Placebogruppe. Detaillierte Daten zu leichten Nebenwirkungen liefert der Bericht nicht.
Der Bericht fand keine Beweise dafür, dass Megestrol die Erreichung einer ausreichenden oralen Energiezufuhr signifikant verbessert. Die untersuchte Studie kombinierte das Medikament mit einer ernährungsbasierten Verhaltensintervention, ohne dass ein Zusatznutzen belegt werden konnte.
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Quelle: IQWiG V25-05: Evidenzrecherche zur S3-Leitlinie Diagnostik und Therapie der Essstörungen (IQWiG, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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