IQWiG2022

Cannabisbezogene Störungen: IQWiG Evidenzbericht

Diese Leitlinie stammt aus 2022 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2022)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der vorliegende IQWiG-Evidenzbericht (V21-06B) dient als Grundlage für die S3-Leitlinie zur Behandlung cannabisbezogener Störungen bei Erwachsenen. Er untersucht systematisch die Evidenz zu den Effekten von psycho- und soziotherapeutischen Interventionen.

Ziel der bewerteten Therapien ist die Konsumreduktion oder Rückfallprophylaxe bei schädlichem Gebrauch oder Abhängigkeit von pflanzlichem Cannabis. Ausgeschlossen wurden Personen, die medizinisches Cannabis oder synthetische Cannabinoide konsumieren.

Die Evidenzbewertung basiert ausschließlich auf randomisierten kontrollierten Studien (RCTs). Pharmakologische oder rein app-basierte Interventionen ohne therapeutische Interaktion sind nicht Gegenstand dieses Berichts.

Empfehlungen

Der IQWiG-Bericht definiert spezifische Kriterien und Endpunkte für die Bewertung der therapeutischen Ansätze.

Untersuchte Interventionen

Die Evidenzrecherche fokussiert sich auf folgende psychotherapeutische Kerninterventionen:

  • Therapie zur Motivationssteigerung (MET)

  • Kognitive Verhaltenstherapie (KVT)

  • Kontingenzmanagement (abstinenz- oder adhärenzbasiert)

  • Kombinationen dieser Verfahren

Vergleichsbedingungen

Die Wirksamkeit der aktiven Therapien wird anhand verschiedener Kontrollgruppen bewertet. Dazu zählen Wartekontrollgruppen, keine zusätzliche Behandlung oder die übliche Standardtherapie (TAU).

Definierte Endpunkte

Für die Bewertung der Studienqualität und des therapeutischen Nutzens wurden die Endpunkte in zwei Relevanzkategorien eingeteilt.

KategorieBewertete Endpunkte
Kritisch für die EntscheidungCannabisabstinenz, Konsumhäufigkeit, Konsummenge, Schwere der Abhängigkeit, Verbesserung cannabisbedingter Probleme
Wichtig für die EntscheidungSymptomreduktion/Remission, Aufhör-/Veränderungsmotivation, psychische Probleme, anderer Substanzkonsum
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💡Praxis-Tipp

Der Bericht schließt Personengruppen aus, die medizinisches Cannabis oder synthetische Cannabinoide konsumieren. Es wird darauf hingewiesen, dass die Evidenzbewertung streng zwischen dem missbräuchlichen Konsum von pflanzlichem Cannabis und anderen Formen unterscheidet.

Häufig gestellte Fragen

Der IQWiG-Bericht untersucht primär die Therapie zur Motivationssteigerung (MET), die kognitive Verhaltenstherapie (KVT) sowie das Kontingenzmanagement. Auch Kombinationen dieser Verfahren werden in der Evidenzrecherche berücksichtigt.

Laut Bericht sind medikamentöse Interventionen von dieser spezifischen Fragestellung ausgeschlossen. Die Untersuchung beschränkt sich auf psycho- und soziotherapeutische Maßnahmen.

Als kritische Endpunkte definiert der Bericht unter anderem die Cannabisabstinenz, die Konsumhäufigkeit und die Konsummenge. Auch die Schwere der Abhängigkeit wird als entscheidendes Kriterium gewertet.

Rein digitale Interventionen wie App- oder Web-basierte Programme ohne therapeutische Interaktion wurden aus dieser Analyse ausgeschlossen. Digitale Therapien mit direkter Therapeuteninteraktion konnten jedoch berücksichtigt werden.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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