StatPearls2026

Tonsillitis (Mandelentzündung): StatPearls

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die Tonsillitis ist eine Entzündung der Gaumenmandeln, die in 70 bis 95 Prozent der Fälle durch virale Erreger verursacht wird. Bakterielle Infektionen, insbesondere durch Streptokokken der Gruppe A (GAS), machen den restlichen Anteil aus und betreffen vor allem Kinder zwischen 5 und 15 Jahren.

Eine präzise Unterscheidung zwischen viraler und bakterieller Genese ist entscheidend. Laut der StatPearls-Leitlinie dient dies einerseits der Vermeidung unnötiger Antibiotikaverschreibungen und andererseits der Prävention schwerer Komplikationen wie Peritonsillarabszessen oder akutem rheumatischem Fieber.

Empfehlungen

Die StatPearls-Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen:

Diagnostik

Zur klinischen Einschätzung der Wahrscheinlichkeit einer Streptokokken-Infektion wird die Anwendung validierter Scores wie des Centor- oder McIsaac-Scores empfohlen. Der Centor-Score bewertet folgende Kriterien mit jeweils einem Punkt:

KriteriumPunkte
Fieber (> 38,0 °C)1
Fehlen von Husten1
Druckschmerzhafte vordere Halslymphknoten1
Tonsillenexsudate oder -schwellung1

Bei einem hohen Verdacht auf eine bakterielle Genese rät die Leitlinie zu einer mikrobiologischen Bestätigung mittels Antigen-Schnelltest (RADT) oder Rachenabstrich-Kultur. Eine routinemäßige Labor- oder Bildgebungsdiagnostik ist bei unkomplizierten Verläufen nicht indiziert.

Konservative Therapie

Bei viraler Tonsillitis wird eine rein symptomatische Therapie mit ausreichender Flüssigkeitszufuhr sowie Analgetika wie Ibuprofen oder Paracetamol empfohlen.

Bei einer bestätigten Infektion mit Streptokokken der Gruppe A empfiehlt die Leitlinie eine antibiotische Therapie:

  • Penicillin V oder Amoxicillin für 10 Tage als Erstlinientherapie

  • Makrolide (z. B. Azithromycin) oder Cephalosporine der ersten Generation bei Penicillinallergie

  • Eine Einmaldosis Kortikosteroide (z. B. Dexamethason) zur raschen Symptomlinderung bei starker Odynophagie

Chirurgische Intervention

Eine Tonsillektomie wird bei rezidivierender Tonsillitis empfohlen, wenn die sogenannten Paradise-Kriterien erfüllt sind. Diese umfassen:

  • Mindestens 7 Episoden in einem Jahr

  • Mindestens 5 Episoden pro Jahr in zwei aufeinanderfolgenden Jahren

  • Mindestens 3 Episoden pro Jahr in drei aufeinanderfolgenden Jahren

Zusätzlich muss jede Episode durch spezifische klinische Zeichen wie Fieber, zervikale Lymphadenopathie oder positive Streptokokken-Tests dokumentiert sein.

Kontraindikationen

Die Leitlinie warnt vor dem unkritischen Einsatz von Kortikosteroiden bei Personen mit Diabetes mellitus oder Immunsuppression, da hier die Risiken den Nutzen überwiegen können.

Zudem wird von einer routinemäßigen mikrobiologischen Testung auf Streptokokken bei Kindern unter 3 Jahren abgeraten, da in dieser Altersgruppe das Risiko für Komplikationen wie das rheumatische Fieber sehr gering ist.

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💡Praxis-Tipp

Ein zentraler Hinweis der Leitlinie ist, dass Antibiotika die Symptomdauer einer bakteriellen Tonsillitis nur minimal (um etwa 16 Stunden) verkürzen. Ihr primärer Nutzen liegt in der Prävention schwerer Komplikationen wie dem rheumatischen Fieber. Daher wird betont, Antibiotika ausschließlich bei mikrobiologisch bestätigten Streptokokken-Infektionen einzusetzen, um Resistenzen zu vermeiden.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie wird eine Tonsillektomie bei rezidivierenden Infektionen nach den Paradise-Kriterien empfohlen. Dies ist der Fall bei mindestens sieben Episoden in einem Jahr oder fünf Episoden jährlich über zwei Jahre.

Bei einer bestätigten Streptokokken-Infektion empfiehlt die Leitlinie Penicillin V oder Amoxicillin als Erstlinientherapie für 10 Tage. Bei einer Penicillinallergie wird auf Makrolide oder Cephalosporine der ersten Generation ausgewichen.

Die Leitlinie empfiehlt die Nutzung klinischer Scores wie des Centor-Scores zur ersten Einschätzung. Eine sichere Unterscheidung erfordert jedoch einen Antigen-Schnelltest oder eine Rachenabstrich-Kultur.

Eine Einmaldosis Kortikosteroide wie Dexamethason kann laut Leitlinie bei sehr starken Schmerzen und Schluckbeschwerden zur raschen Linderung erwogen werden. Bei Diabetikern oder immunsupprimierten Personen wird jedoch zur Vorsicht geraten.

Als häufigste lokale Komplikation nennt die Leitlinie den Peritonsillarabszess. Zu den seltenen, aber schweren systemischen Folgen zählen das akute rheumatische Fieber und die Poststreptokokken-Glomerulonephritis.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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