Pharyngitis: Diagnostik und Therapie laut StatPearls
Hintergrund
Die Pharyngitis ist eine Entzündung der Schleimhäute des Oropharynx, die in den meisten Fällen durch virale oder bakterielle Infektionen verursacht wird. Laut der StatPearls-Leitlinie sind 50 bis 80 Prozent der Fälle viral bedingt, wobei Erreger wie Rhinoviren, Adenoviren oder das Epstein-Barr-Virus (EBV) dominieren.
Die häufigste bakterielle Ursache sind betahämolysierende Streptokokken der Gruppe A (GABHS), die für 5 bis 36 Prozent der akuten Pharyngitiden verantwortlich sind. Seltener können auch Allergien, Traumata oder Toxine eine Rolle spielen.
Die Erkrankung betrifft vor allem Kinder unter fünf Jahren, kann aber auch bei Erwachsenen auftreten. Weltweit sind die Raten insbesondere in Ländern mit hohem Antibiotikaverbrauch erhöht.
Empfehlungen
Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen zur Evaluation und Behandlung der Pharyngitis:
Klinische Evaluation
Die Leitlinie betont die Wichtigkeit, unkomplizierte Verläufe von potenziell lebensbedrohlichen Erkrankungen wie Epiglottitis oder Abszessen abzugrenzen. Virale Infektionen gehen häufig mit Husten, Rhinorrhö, Konjunktivitis und Exanthemen einher. Eine GABHS-Infektion zeichnet sich hingegen durch einen akuten Beginn, Fieber, tonsilläre Exsudate und zervikale Lymphadenopathie aus.
Diagnostik und Centor-Score
Zur Risikostratifizierung und Indikationsstellung für Tests und Therapien wird der Centor-Score empfohlen. Dieser bewertet vier klinische Kriterien bei der Untersuchung auf GABHS:
| Kriterium | Punkte |
|---|---|
| Tonsilläres Exsudat | 1 |
| Druckschmerzhafte vordere zervikale Lymphadenopathie | 1 |
| Fieber in der Anamnese | 1 |
| Fehlen von Husten | 1 |
Basierend auf der erreichten Punktzahl ergeben sich laut Leitlinie folgende Handlungsempfehlungen:
| Punktzahl | Empfohlenes Vorgehen |
|---|---|
| 0-1 | Keine Testung, keine Antibiotika |
| 2-3 | Antigen-Schnelltest (RADT) |
| 4 | Keine Testung, kalkulierte Antibiotikatherapie |
Bei einem negativen Antigen-Schnelltest wird insbesondere bei Kindern die Anlage einer Rachenkultur empfohlen. Weiße Blutkörperchen haben laut Leitlinie nur einen minimalen Wert für die Unterscheidung zwischen viraler und bakterieller Genese.
Therapie der Streptokokken-Pharyngitis
Die Leitlinie empfiehlt folgende Ansätze zur kausalen Therapie:
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Eine antibiotische Therapie ist nur bei nachgewiesener GABHS-Infektion indiziert, um die Symptomdauer zu verkürzen und ein rheumatisches Fieber zu verhindern.
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Als Standardtherapie wird eine zehntägige orale Gabe von Penicillin V oder Amoxicillin empfohlen.
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Bei leichter Penicillinallergie können Cephalosporine eingesetzt werden.
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Bei stattgehabter Anaphylaxie auf Penicillin wird die Gabe von Azithromycin oder Clindamycin empfohlen.
Symptomatische Behandlung und Nachsorge
Zur Linderung der Beschwerden wird der Einsatz von Analgetika wie Paracetamol oder nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) sowie Gurgeln mit Salzwasser empfohlen. Eine Einmaldosis Dexamethason kann zur Reduktion der Symptomschwere erwogen werden. Nach 24 Stunden effektiver Antibiotikatherapie gilt die Erkrankung als nicht mehr infektiös.
Kontraindikationen
Die Leitlinie warnt davor, jungen Kindern bei Fieber Aspirin zu verabreichen. Bei Verdacht auf eine infektiöse Mononukleose (Epstein-Barr-Virus) wird vor der Gabe von Amoxicillin gewarnt, da dies zur Entwicklung eines morbilliformen Exanthems führen kann. Zudem wird empfohlen, dass Patienten mit infektiöser Mononukleose aufgrund des Risikos einer Milzruptur für 6 bis 8 Wochen auf Kontaktsportarten verzichten.
💡Praxis-Tipp
Ein häufiger Fehler in der Praxis ist die unkritische Antibiotikaverschreibung bei viralen Pharyngitiden. Die Leitlinie betont, dass bei Vorliegen typischer viraler Symptome wie Husten oder Rhinorrhö primär von einer viralen Genese auszugehen ist und Antibiotika den Krankheitsverlauf in diesen Fällen nicht positiv beeinflussen.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie ist eine antibiotische Therapie nur bei einem positiven Nachweis von Streptokokken der Gruppe A (GABHS) durch einen Schnelltest oder eine Kultur angezeigt. Bei einem Centor-Score von 4 kann auch eine kalkulierte Therapie erfolgen.
Es wird eine zehntägige orale Therapie mit Penicillin V oder Amoxicillin empfohlen. Bei einer leichten Penicillinallergie können alternativ Cephalosporine verwendet werden.
Die Leitlinie gibt an, dass die Erkrankung 24 Stunden nach Beginn einer wirksamen Antibiotikatherapie nicht mehr infektiös ist.
Es wird empfohlen, auf Amoxicillin zu verzichten, da dies ein Exanthem auslösen kann. Zudem sollten Betroffene wegen der Gefahr einer Milzruptur für 6 bis 8 Wochen keinen Kontaktsport betreiben.
Zur Symptomlinderung werden Gurgeln mit Salzwasser, eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr sowie die Einnahme von Paracetamol oder NSAR empfohlen. Eine Einmaldosis Dexamethason kann ebenfalls erwogen werden.
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Quelle: StatPearls: Pharyngitis (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.