Tendinose: Diagnostik und Therapie laut StatPearls
Hintergrund
Die StatPearls-Zusammenfassung beschreibt Tendinopathie als Überbegriff für Sehnenbeschwerden, die auf einem gestörten Heilungsprozess basieren. Dabei wird zwischen der entzündlichen Tendinitis, der Tenosynovitis und der degenerativen Tendinose unterschieden.
Bei der Tendinose kommt es zu degenerativen Veränderungen der Sehne ohne wesentliche Entzündungszeichen. Die Pathophysiologie beruht auf einem Ungleichgewicht zwischen Mikrotraumata und der Gewebereparatur, was letztlich zu zellulärer Apoptose und Neovaskularisation führt.
Zu den systemischen und lebensstilbedingten Risikofaktoren zählen unter anderem Diabetes mellitus, Dyslipidämie, Rauchen sowie ein erhöhter Body-Mass-Index. Auch Hämodialyse und genetische Prädispositionen werden als begünstigende Faktoren für Sehnenverletzungen genannt.
Empfehlungen
Klassifikation
Der Text unterteilt Sehnenpathologien in drei spezifische Entitäten:
| Begriff | Definition | Pathologische Merkmale |
|---|---|---|
| Tendinitis | Akute/subakute Sehnenverletzung | Entzündliche, zellvermittelte histologische Veränderungen |
| Tenosynovitis | Entzündung der Sehnenscheide | Entzündung des Paratenons (Sehnenhüllgewebe) |
| Tendinose | Chronische Überlastungsverletzung | Degenerative Prozesse ohne primäre Entzündung |
Zudem wird die Sehnenheilung in drei Stadien eingeteilt, beginnend mit der initialen Schädigung über eine fehlgeschlagene Heilung bis hin zur zellulären Apoptose und schmerzhaften Neovaskularisation.
Diagnostik
Die Diagnose wird primär klinisch anhand der Anamnese und der körperlichen Untersuchung gestellt. Es wird empfohlen, den Verletzungsmechanismus sowie die Medikamentenanamnese (insbesondere Antibiotika und Lokalanästhetika) detailliert zu erheben.
Zur weiterführenden Diagnostik nennt der Text folgende Optionen:
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Ultraschall: Gilt als zunehmend bevorzugte Methode zur dynamischen Darstellung und Visualisierung von Neovaskularisationen.
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Labor (CRP, BSG): Dient dem Ausschluss systemischer entzündlicher Prozesse wie einer Spondyloarthritis.
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Röntgen: Wird bei Verdacht auf knöcherne Verletzungen eingesetzt.
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MRT: Wird aufgrund höherer Kosten und geringerer räumlicher Auflösung seltener als primäres Mittel bevorzugt.
Konservative Therapie
Als Erstlinientherapie wird ein konservatives Vorgehen empfohlen. Die Heilungsdauer beträgt in der Regel 3 bis 6 Monate.
Folgende Maßnahmen werden primär genannt:
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Schonung und Kryotherapie
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Gezielte exzentrische und isotonische Übungen unter physiotherapeutischer Anleitung
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Korrektur der Biomechanik
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Extrakorporale Stoßwellentherapie als mögliches Adjuvans
Interventionelle und chirurgische Therapie
Bei Versagen der konservativen Maßnahmen fokussieren sich weitere Therapieoptionen auf die Zerstörung der schmerzverursachenden Neovaskularisation.
Zu den genannten fortgeschrittenen Behandlungsansätzen gehören:
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Ultraschallgestützte Injektionen und perkutane Nadeltenotomie
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Sklerosierung und perkutanes Schaben ("Scraping")
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Orthobiologika wie plättchenreiches Plasma (PRP) oder Stammzellen
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Chirurgisches Release als letzte Option bei Ausschöpfung aller anderen Maßnahmen
Kontraindikationen
Der Text warnt vor mehreren Medikamentenklassen, die das Risiko für Sehnenrupturen oder eine Progression der Tendinose erhöhen können:
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Kortikosteroide: Reduzieren die Zellviabilität und fördern die Apoptose. Injektionen gelten nicht mehr als Erstlinientherapie, da sie mit schlechteren Langzeitergebnissen assoziiert sind.
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NSAR: Können das Sehnenwachstum verringern und schädigende Enzyme fördern. Ihr Einsatz bei Überlastungsverletzungen wird zunehmend kritisch gesehen.
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Fluorchinolone: Wirkstoffe wie Levofloxacin und Ciprofloxacin sind mit Tendinopathien und Sehnenrupturen assoziiert. Das Risiko steigt bei gleichzeitiger Kortikosteroidgabe um das 46-Fache.
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Lokalanästhetika: Bupivacain und Lidocain zeigten in In-vitro-Studien eine höhere Toxizität auf Tenozyten als Mepivacain oder Ropivacain.
💡Praxis-Tipp
Bei der Behandlung von Sehnenbeschwerden sollte beachtet werden, dass Kortikosteroid-Injektionen und NSAR zwar kurzfristig Schmerzen lindern können, langfristig jedoch die Sehnenheilung beeinträchtigen und das Rupturrisiko erhöhen. Es wird empfohlen, primär auf exzentrisches Training und Belastungsanpassung zu setzen, anstatt entzündungshemmende Medikamente bei einer degenerativen Tendinose zu verordnen.
Häufig gestellte Fragen
Laut Text nimmt die Heilung einer Tendinose in der Regel 3 bis 6 Monate in Anspruch. Eine konsequente Therapie mit Schonung und gezielten Übungen kann den Verlauf positiv beeinflussen.
Die Zusammenfassung rät von Kortikosteroid-Injektionen als Erstlinientherapie ab. Sie bieten zwar kurzfristige Schmerzlinderung, sind jedoch mit schlechteren Langzeitergebnissen und einem erhöhten Rupturrisiko assoziiert.
Fluorchinolone wie Levofloxacin und Ciprofloxacin werden mit Tendinopathien und Sehnenrupturen in Verbindung gebracht. Das Risiko ist besonders hoch bei Niereninsuffizienz oder gleichzeitiger Kortikosteroid-Einnahme.
Ultraschall wird aufgrund der dynamischen Darstellungsmöglichkeiten und der Visualisierung von Neovaskularisationen zunehmend bevorzugt. Die MRT ist ebenfalls nützlich, wird aber wegen höherer Kosten seltener primär eingesetzt.
Der Nutzen von NSAR wird kontrovers diskutiert. Der Text weist darauf hin, dass NSAR das Sehnenwachstum hemmen können und möglicherweise das Risiko für eine Chronifizierung bei Überlastungsverletzungen erhöhen.
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Quelle: StatPearls: Tendinosis (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.