Achillessehnenruptur: StatPearls Leitlinie
Hintergrund
Die Achillessehnenruptur ist die häufigste Sehnenruptur der unteren Extremität. Sie betrifft laut der StatPearls-Leitlinie vorwiegend Erwachsene in der dritten bis fünften Lebensdekade. Oft tritt die Verletzung bei unregelmäßig sportlich aktiven Personen auf, die als sogenannte "Wochenend-Krieger" bezeichnet werden.
Typische Risikofaktoren umfassen eine vorbestehende Tendinose, die Einnahme von Fluorchinolonen oder Kortikosteroiden sowie chronische Nierenerkrankungen. Auch anatomische Fehlstellungen wie ein Cavus-Fuß oder eine eingeschränkte Dorsalextension können das Risiko erhöhen.
Die Ruptur ereignet sich meist zwei bis sechs Zentimeter oberhalb der kalkanearen Insertion. In diesem Bereich ist die Blutversorgung der Sehne anatomisch bedingt reduziert, was degenerative Prozesse begünstigt.
Empfehlungen
Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen zur Diagnostik und Therapie der Achillessehnenruptur:
Klinische und apparative Diagnostik
Laut Leitlinie wird die Diagnose primär klinisch gestellt. Es wird die Durchführung des Thompson-Tests empfohlen, welcher eine hohe Sensitivität und Spezifität aufweist.
Röntgenaufnahmen werden empfohlen, um knöcherne Verletzungen oder Frakturen auszuschließen. Eine Magnetresonanztomographie (MRT) sollte gemäß Leitlinie nur bei unklaren Befunden oder zur präoperativen Planung bei subakuten und chronischen Verletzungen erfolgen.
Therapiewahl
Die Leitlinie betont, dass sowohl die operative als auch die konservative Behandlung zu guten funktionellen Ergebnissen führen. Die Entscheidung sollte individuell unter Abwägung der Vor- und Nachteile getroffen werden.
| Therapieansatz | Bevorzugte Zielgruppe | Vorteile | Risiken und Nachteile |
|---|---|---|---|
| Konservativ | Ältere, weniger aktive Personen, Vorliegen von Komorbiditäten | Keine Operationsrisiken, keine Wundheilungsstörungen | Leicht erhöhtes Reruptur-Risiko, potenziell längere Ausfallzeit |
| Operativ | Sportler, junge und aktive Personen | Geringeres Reruptur-Risiko, schnellere Rückkehr zum Sport | Wundheilungsstörungen, Infektionen, Verletzung des N. suralis |
Konservative Therapie
Bei einer konservativen Behandlung wird eine initiale Ruhigstellung mit Hochlagerung und Schmerzkontrolle empfohlen. Die Heilungsraten unter funktioneller Orthesenbehandlung sind laut Leitlinie vergleichbar mit denen einer chirurgischen Naht.
Operative Therapie
Für die chirurgische Versorgung beschreibt die Leitlinie offene, mini-offene und minimalinvasive Techniken. Bei minimalinvasiven Verfahren wird auf ein erhöhtes Risiko für Läsionen des Nervus suralis hingewiesen, sofern der Nerv intraoperativ nicht dargestellt wird.
Der Einsatz von Biologika wie plättchenreichem Plasma (PRP) wird in der Leitlinie aufgrund widersprüchlicher Studienergebnisse nicht routinemäßig empfohlen.
Rehabilitation
Unabhängig von der gewählten Therapieform wird eine frühzeitige funktionelle Rehabilitation empfohlen. Für konservativ behandelte Personen beschreibt die Leitlinie folgendes Stufenschema:
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Woche 0 bis 2: Entlastung an Unterarmgehstützen
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Woche 2 bis 4: Orthese mit Fersenkeilen und schrittweise Belastungssteigerung
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Woche 4 bis 6: Vollbelastung in der Orthese nach Toleranz
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Woche 6 bis 8: Schrittweise Reduktion der Fersenkeile
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Woche 8 bis 12: Entwöhnung von der Orthese
💡Praxis-Tipp
Laut Leitlinie werden bis zu 25 Prozent der Achillessehnenrupturen initial fälschlicherweise als Sprunggelenksdistorsionen fehldiagnostiziert. Es wird daher bei akuten Schmerzen im hinteren Unterschenkel stets die Durchführung des Thompson-Tests empfohlen, um eine Ruptur sicher auszuschließen.
Häufig gestellte Fragen
Der Patient liegt in Bauchlage mit 90 Grad flektiertem Kniegelenk. Der Untersucher komprimiert die Wadenmuskulatur, was bei intakter Sehne zu einer Plantarflexion führt. Ein Ausbleiben der Plantarflexion spricht laut Leitlinie für eine Ruptur.
Nein, die Leitlinie rät von einem routinemäßigen MRT ab, da die klinische Diagnose oft sensitiver ist. Ein MRT wird nur bei unklaren Befunden oder zur präoperativen Planung empfohlen.
Die Leitlinie nennt insbesondere Fluorchinolon-Antibiotika und orale Bisphosphonate als medikamentöse Risikofaktoren. Zudem wird eine systemische oder lokale Therapie mit Kortikosteroiden mit einem erhöhten Rupturrisiko assoziiert.
Die Rückkehr zum Sport ist individuell, jedoch zeigt die Leitlinie, dass professionelle Athleten im ersten Jahr nach der Operation oft noch Leistungseinbußen aufweisen. Eine vollständige Rückkehr zum Ausgangsniveau wird meist erst nach zwei Jahren erreicht.
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Quelle: StatPearls: Achilles Tendon Rupture (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.