StatPearls2026Orthopädie

Bizepssehnenluxation (LHBT): Diagnostik und Therapie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die StatPearls-Leitlinie befasst sich mit Erkrankungen der langen Bizepssehne (LHBT), einschließlich primärer und sekundärer Tendinitis, Instabilität und Rupturen. Diese Pathologien treten häufig in Verbindung mit Läsionen der Rotatorenmanschette auf.

Anatomisch wird die Stabilität der LHBT maßgeblich durch das Weichteil-Pulley-System gewährleistet. Dieses besteht aus dem Ligamentum coracohumerale (CHL), dem superioren glenohumeralen Ligament (SGHL) sowie Fasern des Subscapularis und Supraspinatus.

Biomechanisch fungiert der Bizeps primär als starker Supinator des Unterarms und schwacher Ellenbogenbeuger. Bei der dynamischen Schulterstabilität spielt die LHBT laut Leitlinie in der Regel nur eine vernachlässigbare Rolle.

Empfehlungen

Die StatPearls-Leitlinie beschreibt ein stufenweises Vorgehen bei der Evaluation und Behandlung von Pathologien der langen Bizepssehne (LHBT).

Klinische Diagnostik

Laut Leitlinie wird eine umfassende Anamnese und körperliche Untersuchung empfohlen, um Begleitverletzungen der Schulter auszuschließen. Es wird darauf hingewiesen, dass Patienten häufig über ein schmerzhaftes Klicken oder hörbares Knacken bei Abduktion und Rotation berichten.

Für die spezifische Untersuchung der LHBT nennt die Leitlinie verschiedene Provokationstests:

  • Speed-Test

  • Uppercut-Test

  • Yergason-Test

  • Dynamische Tests für Symptome im Sulcus bicipitalis

Bildgebende Diagnostik

Es wird empfohlen, bei allen Patienten mit akuten oder chronischen Schulterschmerzen Röntgenaufnahmen (Grashey-Zielaufnahme, Scapula-Y, axillär) anzufertigen.

Der Ultraschall wird als kosteneffizientes Instrument zur Diagnose von Sehnenverdickungen, Tenosynovitis und Ergüssen beschrieben. Die Magnetresonanz-Arthrographie (MRA) gilt laut Leitlinie als beste Bildgebungsmodalität zur Erkennung von Läsionen des Weichteil-Pulleys.

Klassifikation von Pulley-Läsionen

Die Leitlinie führt verschiedene Klassifikationssysteme für Weichteilverletzungen auf. Die Einteilung nach Habermeyer beschreibt folgende Subtypen:

TypBeschreibung der Läsion
Typ IIsolierte SGHL-Läsion
Typ IISGHL-Läsion und partiale artikularseitige Supraspinatussehnenruptur
Typ IIISGHL-Läsion und tiefe Ruptur der Subscapularissehne
Typ IVSGHL-Läsion kombiniert mit partialen Rissen von Supraspinatus und Subscapularis

Konservative Therapie

Die initiale Behandlung einer LHBT-Instabilität erfolgt laut Leitlinie in der Regel nicht-operativ. Es wird eine Phase der Ruhigstellung und Aktivitätsmodifikation in Kombination mit nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) empfohlen.

Zusätzlich wird eine gezielte Physiotherapie zur Wiederherstellung des muskulären Gleichgewichts im Schultergürtel beschrieben. Injektionen können erwogen werden, wobei ultraschallgestützte Injektionen in die Sehnenscheide eine deutlich höhere Genauigkeit aufweisen als blinde Injektionen.

Operative Therapie

Eine chirurgische Intervention ist indiziert, wenn die konservative Therapie versagt oder eine signifikante Instabilität mit funktioneller Beeinträchtigung vorliegt. Die Leitlinie beschreibt primär zwei Verfahren, die vergleichbare Langzeitergebnisse und hohe Patientenzufriedenheitsraten aufweisen:

VerfahrenIndikation und EigenschaftenMögliche Komplikationen
Bizeps-TenotomieBei geringer Sehnenbeteiligung, einfache DurchführungKosmetische "Popeye"-Deformität (10-70%), Muskelkrämpfe (15-25%)
Bizeps-TenodeseBevorzugt bei jüngeren Patienten, Sportlern und ArbeiternRestschmerzen im vorderen Schulterbereich (5-10%)

Für die intraoperative Beurteilung der Sehnenschädigung wird die Lafosse-Klassifikation herangezogen. Eine Tenotomie wird häufig bei Läsionen vom Grad 1 (weniger als 50% der Sehnenbreite betroffen) durchgeführt.

Kontraindikationen

Die Leitlinie warnt davor, Injektionen direkt in die Bizepssehne (intratendinös) zu verabreichen. Es wird darauf hingewiesen, dass dies den Patienten für eine Sehnenruptur prädisponieren kann.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie betont, dass eine Instabilität der langen Bizepssehne fast immer mit anderen Schulterpathologien, insbesondere Läsionen der Subscapularissehne, vergesellschaftet ist. Es wird empfohlen, bei Verdacht auf eine LHBT-Pathologie stets das gesamte Pulley-System und die Rotatorenmanschette arthroskopisch oder bildgebend zu evaluieren, da isolierte Bizepssehnenverletzungen selten sind.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie eignen sich spezifische Provokationstests wie der Speed-Test, der Yergason-Test und der Uppercut-Test. Zudem wird die direkte Palpation des Sulcus bicipitalis zur Schmerzprovokation empfohlen.

Die Leitlinie empfiehlt die Tenodese bevorzugt bei jüngeren, aktiven Patienten, Sportlern und körperlich arbeitenden Menschen. Sie wird auch bei Patienten angeraten, die eine postoperative kosmetische "Popeye"-Deformität vermeiden möchten.

Die Magnetresonanz-Arthrographie (MRA) wird in der Leitlinie als die beste Bildgebungsmodalität zur Erkennung von Läsionen des Weichteil-Pulleys beschrieben. Sie weist eine hohe Sensitivität und Spezifität für die Darstellung von Sehnenverschiebungen auf.

Gemäß Leitlinie wird das Tragen einer Schlinge für 3 bis 4 Wochen empfohlen, gefolgt von passivem Bewegungstraining. Die Rückkehr zu uneingeschränkten Aktivitäten ist meist nach 3 bis 4 Monaten postoperativ möglich.

Das "Popeye"-Zeichen ist eine kosmetische Deformität am Oberarm, die durch das distale Zurückziehen des Muskelbauchs nach einer kompletten Ruptur oder einer chirurgischen Tenotomie der langen Bizepssehne entsteht. Die Leitlinie gibt an, dass diese Deformität bei 10 bis 70 % der Tenotomie-Patienten auftritt.

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Quelle: StatPearls: Biceps Tendon Dislocation and Instability (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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