Rotatorenmanschetten-Tendinitis: StatPearls Leitlinie
Hintergrund
Die Rotatorenmanschetten-Tendinitis ist eine Entzündung der Sehnen von Supraspinatus, Infraspinatus, Teres minor und Subscapularis. Laut der StatPearls-Zusammenfassung tritt diese Erkrankung häufig in Verbindung mit einem subakromialen Impingement-Syndrom auf.
Die Ursachen können akut durch Traumata oder chronisch durch repetitive Überlastung bedingt sein. Chronische Verläufe entstehen durch extrinsische Kompression oder intrinsische Degeneration der Sehnen.
Schulterbeschwerden stellen einen der häufigsten Vorstellungsgründe in der ärztlichen Praxis dar. Die Prävalenz von Rotatorenmanschetten-Läsionen steigt mit zunehmendem Alter deutlich an.
Empfehlungen
Die StatPearls-Zusammenfassung formuliert detaillierte Ansätze zur Evaluation und Behandlung der Rotatorenmanschetten-Tendinitis.
Klinische Untersuchung
Es wird empfohlen, bei Schulterbeschwerden stets eine begleitende zervikale Radikulopathie durch eine Untersuchung der Halswirbelsäule auszuschließen. Bei der Inspektion sollte auf Asymmetrien, Muskelatrophien und eine Scapula alata geachtet werden.
Laut Leitlinie zeigt sich bei einer Tendinitis typischerweise ein anterolateraler Druckschmerz. Die aktive Beweglichkeit ist oft eingeschränkt, während die passive Beweglichkeit vollständig erhalten bleibt.
Spezifische Schultertests
Zur isolierten Überprüfung der einzelnen Muskeln und zur Impingement-Diagnostik werden folgende spezifische Tests beschrieben:
| Muskel / Struktur | Spezifische Tests | Positives Zeichen |
|---|---|---|
| Supraspinatus | Jobe-Test, Drop-Arm-Test | Schmerz/Schwäche bei Widerstand; Arm kann nicht gehalten werden |
| Infraspinatus | Außenrotations-Lag-Sign | Arm driftet nach Loslassen in Innenrotation |
| Teres minor | Hornblower-Zeichen | Arm driftet aus 90° Abduktion in Innenrotation |
| Subscapularis | Lift-off-Test, Belly-Press-Test | Position gegen Widerstand kann nicht gehalten werden |
| Subakromiales Impingement | Neer-Test, Hawkins-Test | Schmerzprovokation bei passiver Flexion/Innenrotation |
Bildgebende Diagnostik
Die Leitlinie empfiehlt bei allen Patienten mit akuten oder chronischen Schulterschmerzen eine Röntgenuntersuchung. Hierzu gehören eine true-a.p.-Aufnahme (Grashey-Zielaufnahme) zur Beurteilung des akromiohumeralen Abstands sowie eine Y-Aufnahme zur Bestimmung der Akromionmorphologie.
Eine Ultraschalluntersuchung wird als hochsensitive und spezifische Methode zur Beurteilung der Sehnenintegrität beschrieben. Zur detaillierten Beurteilung von Partial- oder Komplettrupturen, fettiger Degeneration und Begleitpathologien wird eine MRT empfohlen.
Konservative und operative Therapie
Die Behandlung richtet sich nach der Symptomatik und dem Ausmaß der Läsion:
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Bei asymptomatischen Partial- oder Komplettrupturen wird eine rein konservative Führung empfohlen, da eine Operation das Fortschreiten nicht sicher verhindert.
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Bei symptomatischen Partialrupturen ist die Physiotherapie in Kombination mit NSAR und subakromialen Kortisoninjektionen die Erstlinientherapie (moderate Empfehlung).
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Eine operative Intervention (z.B. subakromiale Dekompression) wird erst nach 4 bis 6 Monaten erfolgloser konservativer Therapie erwogen.
Bei chronischen Komplettrupturen mit Symptomen gibt es laut Leitlinie nur eine schwache Empfehlung für die operative Versorgung im Vergleich zur konservativen Therapie. Die Entscheidung sollte individuell getroffen werden.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie warnt vor einer zu langen Ruhigstellung im Schultergurt (Sling) nach einer subakromialen Dekompression ohne Sehnennaht. Es wird betont, dass eine frühzeitige passive Mobilisation wichtig ist, um einer Schultersteife vorzubeugen. In diesen Fällen muss keine Weichteilheilung einer genähten Sehne abgewartet werden.
Häufig gestellte Fragen
Laut StatPearls zeigt sich bei einer Rotatorenmanschetten-Tendinitis typischerweise eine eingeschränkte aktive, aber eine freie passive Beweglichkeit. Eine eingeschränkte passive Beweglichkeit spricht hingegen diagnostisch für eine adhäsive Kapsulitis (Frozen Shoulder).
Die Leitlinie empfiehlt bei symptomatischen Partialrupturen zunächst eine konservative Therapie für 4 bis 6 Monate. Erst bei anhaltenden Beschwerden sollte eine operative Intervention wie eine subakromiale Dekompression erwogen werden.
Es wird eine true-a.p.-Aufnahme (Grashey-Zielaufnahme) zur Beurteilung des Gelenkspalts und des akromiohumeralen Abstands empfohlen. Ergänzend ist eine Y-Aufnahme (Supraspinatus-Outlet-View) zur Beurteilung der Akromionform sinnvoll.
Als unabhängige Risikofaktoren für die Vergrößerung einer symptomatischen Ruptur nennt der Text das Vorliegen einer Komplettruptur, eine mittlere Rissgröße von 1 bis 3 cm sowie das Rauchen. Partialrupturen gelten in diesem Kontext nicht als primärer Risikofaktor für eine rasche Progression.
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Quelle: StatPearls: Rotator Cuff Tendonitis (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.