Neunerregel: KOF-Berechnung und Volumentherapie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die Neunerregel (auch Wallace-Neunerregel) ist ein klinisches Instrument zur Beurteilung der verbrannten Gesamtkörperoberfläche (TBSA) bei Verbrennungspatienten. Eine präzise Einschätzung ist entscheidend für die Berechnung des Flüssigkeitsbedarfs in der Akutphase.

Laut der StatPearls-Zusammenfassung birgt sowohl eine Unter- als auch eine Überversorgung mit Flüssigkeit erhebliche Risiken. Eine unzureichende Volumentherapie kann zu einem Schock und Endorganschäden führen, während eine Überwässerung das Risiko für ein akutes Atemnotsyndrom (ARDS) und ein abdominelles Kompartmentsyndrom erhöht.

Es wird betont, dass nur zweit- und drittgradige Verbrennungen (Teil- und Vollhautverbrennungen) in die Berechnung der TBSA einbezogen werden. Oberflächliche Verbrennungen ersten Grades bleiben bei der Flächenberechnung unberücksichtigt.

Empfehlungen

Die Leitlinie formuliert folgende Kernaspekte zur Anwendung der Neunerregel und der daraus resultierenden Therapie:

Berechnung der Körperoberfläche

Die Leitlinie beschreibt die klassische Neunerregel für Erwachsene zur schnellen Einschätzung der verbrannten Körperoberfläche.

KörperregionAnteil an der Gesamtkörperoberfläche (TBSA)
Gesamter Kopf9 % (4,5 % anterior, 4,5 % posterior)
Gesamter Rumpf36 % (18 % anterior, 18 % posterior)
Obere Extremitäten18 % (9 % pro Arm)
Untere Extremitäten36 % (18 % pro Bein)
Genitalbereich1 %

Volumentherapie

Ab einer betroffenen Körperoberfläche von über 20 % wird bei Erwachsenen eine intravenöse Flüssigkeitssubstitution empfohlen. Die Berechnung erfolgt häufig über die Parkland-Formel (4 ml Kristalloid pro kg Körpergewicht pro % TBSA) oder die modifizierte Brooke-Formel (2 ml/kg/% TBSA).

Die Verabreichung der berechneten Gesamtmenge für die ersten 24 Stunden folgt einem festen Schema:

  • Die erste Hälfte des Volumens wird in den ersten 8 Stunden nach dem Verbrennungszeitpunkt verabreicht.

  • Die zweite Hälfte wird über die verbleibenden 16 Stunden gegeben.

  • Kolloide werden in den ersten 8 Stunden nicht empfohlen.

Monitoring und Zielwerte

Das Monitoring der Volumentherapie erfolgt primär über die Urinausscheidung. Die Leitlinie nennt folgende Zielwerte:

  • Erwachsene und Kinder über 30 kg: > 0,5 ml/kg/h (ca. 30 ml/h)

  • Kinder unter 30 kg: > 1,0 ml/kg/h

Besondere Patientengruppen

Bei adipösen und pädiatrischen Patienten stößt die klassische Neunerregel an ihre Grenzen. Für diese Gruppen werden modifizierte Ansätze beschrieben:

  • Adipöse Patienten (BMI > 30): Der Rumpf macht einen größeren Anteil aus. Es wird die "Fünferregel" (Rule of Fives) erwähnt: 50 % Rumpf, 20 % pro Bein, 5 % pro Arm.

  • Kinder (< 10 kg): Aufgrund des proportional größeren Kopfes wird die "Achterregel" (Rule of Eights) genannt: 32 % Rumpf, 20 % Kopf, 16 % pro Bein, 8 % pro Arm. Alternativ wird das Lund-Browder-Schema empfohlen.

  • Kleine Verbrennungen: Hier kann die Handflächenregel (Rule of Palms) angewendet werden, wobei die Handfläche inklusive Fingern des Patienten etwa 1 % der Körperoberfläche entspricht.

Kontraindikationen

Die Leitlinie warnt ausdrücklich vor einer unkritischen Überwässerung durch strikte Anwendung der Berechnungsformeln ohne individuelle Anpassung. Eine Überestimation der verbrannten Fläche, die laut Studien häufig vorkommt, kann zu Volumenüberladung, Lungenödem und erhöhter kardialer Belastung führen.

Zudem wird darauf hingewiesen, dass Kolloide in den ersten 8 Stunden nach dem Trauma vermieden werden sollten. Die geschädigte Endothelbarriere kann den Verlust von intravaskulärer Flüssigkeit in dieser Phase nicht aufhalten.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Ein häufiger Fehler in der Praxis ist die Einbeziehung von erstgradigen Verbrennungen (nur Rötung, keine Blasen) in die Berechnung der betroffenen Körperoberfläche. Laut Leitlinie dürfen für die Neunerregel und die anschließende Volumentherapie ausschließlich zweit- und drittgradige Verbrennungen herangezogen werden. Zudem wird betont, dass die Handflächenregel (Handfläche inklusive Finger) oft zu einer leichten Überschätzung führt, da sie real nur etwa 0,8 % der Körperoberfläche bei Männern und 0,7 % bei Frauen ausmacht.

Häufig gestellte Fragen

Laut der StatPearls-Zusammenfassung werden nur zweit- und drittgradige Verbrennungen (Teil- und Vollhautverbrennungen) in die Berechnung einbezogen. Erstgradige Verbrennungen bleiben unberücksichtigt.

Die Leitlinie beschreibt die Parkland-Formel (4 ml/kg/% TBSA) und die modifizierte Brooke-Formel (2 ml/kg/% TBSA) zur Berechnung des 24-Stunden-Bedarfs. Die erste Hälfte der berechneten Menge wird in den ersten 8 Stunden nach dem Unfall verabreicht.

Bei Kindern, insbesondere unter 10 kg Körpergewicht, ist die klassische Neunerregel ungenau, da der Kopf proportional größer ist. Es wird stattdessen die Nutzung des Lund-Browder-Schemas oder der sogenannten "Achterregel" empfohlen.

Für Erwachsene und Kinder über 30 kg wird eine Urinausscheidung von mehr als 0,5 ml pro kg Körpergewicht pro Stunde (ca. 30 ml/h) angestrebt. Bei Kindern unter 30 kg liegt der Zielwert bei über 1 ml/kg/h.

Bei adipösen Patienten (BMI > 30) macht der Rumpf einen deutlich größeren Anteil der Körperoberfläche aus. Die Leitlinie erwähnt hierfür die "Fünferregel", bei der der Rumpf mit 50 %, jedes Bein mit 20 % und jeder Arm mit 5 % berechnet wird.

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Quelle: StatPearls: Rule of Nines (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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