StatPearls2026

Parkland-Formel bei Verbrennungen: StatPearls Leitlinie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Schwere Verbrennungen lösen eine hypermetabolische Reaktion mit erhöhter Kapillarpermeabilität aus. Dies führt zu massiven Flüssigkeitsverschiebungen in das Interstitium und einem intravasalen Volumenmangel.

Der resultierende Verbrennungsschock ist eine Kombination aus hypovolämischem, distributivem und kardiogenem Schock. Die maximale Ödembildung und Hypovolämie treten typischerweise 8 bis 12 Stunden nach dem Trauma auf.

Eine frühzeitige und aggressive Volumentherapie ist entscheidend, um die Gewebeperfusion aufrechtzuerhalten und Ischämien der Endorgane zu verhindern. Der StatPearls-Artikel beschreibt hierfür die Parkland-Formel als etablierten Standard zur initialen Berechnung des Flüssigkeitsbedarfs.

Empfehlungen

Indikation und Vorbereitung

Laut Text ist die Parkland-Formel für Erwachsene mit tiefen zweit- oder drittgradigen Verbrennungen von über 20 Prozent der Körperoberfläche (TBSA) indiziert. Bei Kindern wird die Anwendung ab einer betroffenen Fläche von über 10 Prozent empfohlen.

Es wird die Anlage von zwei großlumigen peripheren venösen Zugängen empfohlen, vorzugsweise durch unverbannte Haut. Bei Hypotonie sollte stets an andere traumatische Ursachen wie Blutungen oder einen Pneumothorax gedacht werden, da ein reiner Verbrennungsschock erst spät zu einem Blutdruckabfall führt.

Berechnung der Körperoberfläche

Zur Bestimmung der betroffenen Körperoberfläche (TBSA) werden oberflächliche Verbrennungen nicht mitgerechnet. Der Text nennt folgende Methoden zur Abschätzung:

  • Neunerregel als schnellste Methode für Erwachsene

  • Lund-Browder-Diagramm für Kinder zur Berücksichtigung altersabhängiger Körperproportionen

  • Handflächenregel (ein Prozent TBSA pro Handfläche inklusive Fingern) für kleinere Verbrennungen

Flüssigkeitsmanagement und Monitoring

Als bevorzugte kristalloidale Lösung wird Ringer-Laktat empfohlen, da es isoton ist und das Risiko einer hyperchlorämischen Azidose im Vergleich zu physiologischer Kochsalzlösung minimiert.

Die Urinausscheidung wird als zuverlässigster Indikator für eine adäquate Volumentherapie beschrieben. Die Infusionsrate sollte so angepasst werden, dass folgende Zielwerte erreicht werden:

  • Erwachsene: 0,5 bis 1 ml/kg/h

  • Kinder: 1,0 bis 1,5 ml/kg/h

Nach den ersten 24 Stunden wird ein Wechsel auf eine Erhaltungstherapie mit 5-prozentiger Glukose in halb-isotoner Kochsalzlösung empfohlen. Zudem wird die Gabe von Kolloiden zwischen der 8. und 24. Stunde nach der Verbrennung als mögliche Strategie zur Reduktion des Gesamtflüssigkeitsbedarfs erwähnt.

Dosierung

Die Berechnung des Flüssigkeitsbedarfs für die ersten 24 Stunden nach dem Trauma erfolgt nach der Parkland-Formel. Die Hälfte der berechneten Menge wird in den ersten 8 Stunden nach dem Unfallzeitpunkt verabreicht, die zweite Hälfte über die folgenden 16 Stunden.

PatientengruppeFormel (Ringer-Laktat für 24h)Zusätzliche Flüssigkeit
Erwachsene4 ml × Körpergewicht (kg) × % TBSAKeine
Kinder3 ml × Körpergewicht (kg) × % TBSAErhaltungsbedarf (wegen Hypoglykämierisiko)

Kontraindikationen

Es gibt keine absoluten Kontraindikationen für die Anwendung der Parkland-Formel.

Bei Patienten mit Komorbiditäten wie Herzinsuffizienz oder terminaler Niereninsuffizienz wird jedoch eine besonders engmaschige Überwachung des Volumenstatus empfohlen. Bei kleineren Verbrennungen und erhaltener oraler Nahrungsaufnahme ist eine intravenöse Volumentherapie nicht erforderlich.

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💡Praxis-Tipp

Der Text warnt ausdrücklich vor den Gefahren einer Überwässerung (Fluid Creep), die zu Kompartmentsyndromen und akutem Lungenversagen (ARDS) führen kann. Es wird betont, dass die Parkland-Formel nur einen initialen Richtwert darstellt und die tatsächliche Laufrate stets an die klinische Reaktion, insbesondere die Urinausscheidung, angepasst werden muss. Zudem muss zwingend die Zeit seit dem Unfallereignis, nicht seit dem Eintreffen in der Klinik, für die Berechnung der ersten 8 Stunden herangezogen werden.

Häufig gestellte Fragen

Laut Text werden ausschließlich tiefe zweitgradige (partial-thickness) und drittgradige (full-thickness) Verbrennungen in die Berechnung einbezogen. Oberflächliche Verbrennungen ersten Grades werden nicht berücksichtigt.

Die Berechnung der ersten 8 Stunden beginnt exakt zum Zeitpunkt des Unfallereignisses. Es wird darauf hingewiesen, dass bei verzögerter Vorstellung die erste Hälfte der Flüssigkeit entsprechend schneller infundiert werden muss.

Der Text empfiehlt Ringer-Laktat, da es der Plasmazusammensetzung ähnlicher ist. Die Gabe großer Mengen an physiologischer Kochsalzlösung wird vermieden, da dies zu einer hyperchlorämischen Azidose führen kann.

Als Zielwert für eine adäquate Organperfusion bei Erwachsenen wird eine Urinausscheidung von 0,5 bis 1 ml pro Kilogramm Körpergewicht pro Stunde empfohlen. Die Infusionsrate sollte entsprechend titriert werden.

Ja, der Text betont, dass alle vor dem Eintreffen in der Klinik verabreichten Flüssigkeiten dokumentiert und von der berechneten Menge für die ersten 8 Stunden abgezogen werden müssen.

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Quelle: StatPearls: Parkland Formula (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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