Spannungskopfschmerz: Diagnostik, Therapie, Prophylaxe
Hintergrund
Der Kopfschmerz vom Spannungstyp (KST) ist der weltweit häufigste primäre Kopfschmerz. Die AWMF-Leitlinie betont, dass insbesondere die chronische Form die Lebensqualität der Betroffenen stark einschränkt.
Klinisch präsentiert sich der KST meist als milder bis mittelschwerer, beidseitiger Kopfschmerz mit dumpf-drückendem Charakter. Im Gegensatz zur Migräne fehlen vegetative Begleitsymptome wie Erbrechen völlig, und körperliche Routineaktivitäten führen nicht zu einer Schmerzverstärkung.
Die Leitlinie unterscheidet zwischen dem selten auftretenden episodischen, dem häufig auftretenden episodischen und dem chronischen KST. Letzterer ist definiert durch ein Auftreten an mindestens 15 Tagen pro Monat über mehr als drei Monate.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie weist darauf hin, dass koffeinhaltige Kombinationsanalgetika zwar wirksamer sind, aber auch mehr Nebenwirkungen verursachen. Es wird empfohlen, diese erst nach Versagen von Monopräparaten einzusetzen. Zudem wird betont, dass bei fehlender Wirksamkeit einer medikamentösen Prophylaxe unter fortgeführtem Medikamentenübergebrauch zunächst eine Einnahmepause für Akutmedikamente erfolgen sollte.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie fehlen beim Kopfschmerz vom Spannungstyp vegetative Begleitsymptome wie Erbrechen völlig. Zudem führt körperliche Anstrengung wie Treppensteigen nicht zu einer Verstärkung der Schmerzen.
Die Leitlinie empfiehlt das trizyklische Antidepressivum Amitriptylin als Mittel der ersten Wahl. Die Dosis sollte langsam gesteigert werden, beginnend mit 10 bis 25 mg.
Nein, die Leitlinie rät von der Verwendung von Botulinumtoxin ab. Placebokontrollierte Studien zeigten beim chronischen Kopfschmerz vom Spannungstyp ausschließlich negative Befunde.
Es wird empfohlen, primär nicht medikamentöse Maßnahmen wie das Auftragen von Pfefferminzöl zu nutzen. Falls Medikamente nötig sind, kann laut Leitlinie Paracetamol während der gesamten Schwangerschaft und Ibuprofen im ersten und zweiten Trimenon eingesetzt werden.
Die Leitlinie stuft Opiate als ausdrücklich nicht indiziert ein. Es wird vor dem hohen Abhängigkeitspotenzial und der Gefahr einer Schmerzchronifizierung gewarnt.
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Quelle: Diagnostik und Therapie des Kopfschmerzes vom Spannungstyp (AWMF). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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