IQWiG2026Neurologie

Migräneprophylaxe mit Akupunktur: IQWiG-Bewertung

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die Migräne ist eine häufige neurologische Erkrankung, die mit mittel bis schwer ausgeprägten, meist einseitigen Kopfschmerzattacken einhergeht. Eine prophylaktische Behandlung hat das Ziel, die Häufigkeit, Schwere und Dauer der Attacken sowie einen möglichen Schmerzmittelübergebrauch zu reduzieren.

Zur medikamentösen Prophylaxe werden in Deutschland unter anderem Betablocker, Flunarizin, Topiramat, Amitriptylin, Onabotulinumtoxin A sowie CGRP-Antikörper eingesetzt. Diese Medikamente können jedoch Nebenwirkungen wie Müdigkeit, Schwindel oder gastrointestinale Beschwerden verursachen.

Die klassische manuelle Akupunktur mit Nadeln stellt ein komplementärmedizinisches Verfahren dar. In Deutschland wird sie zur Migräneprophylaxe derzeit als individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) angeboten, während Leitlinien anderer Länder sie teilweise als Alternative bei Unwirksamkeit von Medikamenten erwähnen.

Empfehlungen

Der IQWiG-Vorbericht formuliert basierend auf der Auswertung von fünf randomisierten kontrollierten Studien folgende zentrale Bewertungsergebnisse:

Akupunktur vs. medikamentöse Prophylaxe

Laut Bericht ergibt sich ein Anhaltspunkt für einen höheren Nutzen der klassischen manuellen Akupunktur im Vergleich zu bestimmten medikamentösen Prophylaxen (Flunarizin, Topiramat, Onabotulinumtoxin A oder individuelle Medikation).

  • Dieser Vorteil zeigt sich bei verschiedenen Endpunkten in einem Zeitraum von bis zu 4 Monaten nach Studienbeginn.

  • Es wird darauf hingewiesen, dass keine Studien zum Vergleich mit in Deutschland häufig eingesetzten Betablockern oder neueren CGRP-Antikörpern vorliegen.

  • Die Übertragbarkeit der Ergebnisse auf den deutschen Versorgungskontext wird daher als eingeschränkt bewertet.

Langzeiteffekte und alternative Fragestellungen

Für den Zeitraum ab 6 Monaten nach Studienbeginn lässt sich dem Bericht zufolge kein Anhaltspunkt für einen höheren Nutzen der Akupunktur ableiten.

  • Für spätere Zeitpunkte liegen keine verwertbaren Daten zur Beurteilung der Wirksamkeitsdauer vor.

  • Hinsichtlich des Vergleichs der Akupunktur mit keiner medikamentösen Behandlung (bei Patientengruppen mit Kontraindikationen oder Unverträglichkeiten) liegen laut Bericht keine geeigneten Studien vor, sodass hier kein Anhaltspunkt für einen Nutzen oder Schaden abgeleitet wird.

Nebenwirkungen

Der Bericht leitet bezüglich der unerwünschten Ereignisse einen Anhaltspunkt für einen geringeren Schaden der Akupunktur im Vergleich zur medikamentösen Therapie ab. Schwerwiegende Nebenwirkungen der Akupunktur treten laut Hintergrundtext sehr selten auf, während milde Ereignisse wie Hämatome oder Schmerzen an der Einstichstelle häufiger sind.

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💡Praxis-Tipp

Der IQWiG-Bericht weist darauf hin, dass die positiven Kurzzeiteffekte der Akupunktur (bis 4 Monate) lediglich im Vergleich zu ausgewählten Medikamenten wie Flunarizin oder Topiramat belegt sind. Es wird betont, dass direkte Vergleichsstudien mit den in Deutschland häufig als Erstlinie eingesetzten Betablockern oder modernen CGRP-Antikörpern fehlen, was die Übertragbarkeit auf den Praxisalltag einschränkt.

Häufig gestellte Fragen

Laut IQWiG-Vorbericht gibt es einen Anhaltspunkt für einen höheren Nutzen der manuellen Akupunktur im Vergleich zu einigen medikamentösen Prophylaxen für einen Zeitraum von bis zu 4 Monaten. Für Langzeiteffekte ab 6 Monaten liegen keine Belege vor.

Der Bericht wertete Studien aus, in denen Akupunktur mit Flunarizin, Topiramat, Onabotulinumtoxin A oder einer individuellen Medikation verglichen wurde. Vergleiche mit Betablockern oder CGRP-Antikörpern fehlen in der aktuellen Evidenzbasis.

Das IQWiG leitet aus den Daten einen Anhaltspunkt für einen geringeren Schaden durch Akupunktur ab. Schwerwiegende Nebenwirkungen sind bei der Akupunktur sehr selten, es kann jedoch zu milden lokalen Reaktionen wie Hämatomen kommen.

Dem Bericht zufolge wird die Akupunktur zur Migräneprophylaxe in Deutschland derzeit nur als individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) für Selbstzahler angeboten. Sie ist in dieser Indikation nicht Teil des GKV-Leistungskatalogs.

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Quelle: IQWiG N25-01: Akupunktur zur Prophylaxe bei Migräne (IQWiG, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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