Fibromyalgiesyndrom (FMS): Diagnostik und Therapie
Hintergrund
Das Fibromyalgiesyndrom (FMS) wird als funktionelles somatisches Syndrom klassifiziert. Kernsymptome sind chronische Schmerzen in mehreren Körperregionen, Schlafstörungen und eine körperliche sowie geistige Erschöpfungsneigung.
Die Ätiologie ist nicht vollständig geklärt, jedoch wird ein biopsychosoziales Modell postuliert. Biologische Faktoren, psychische Belastungen und Lebensstilfaktoren können mit der Entstehung assoziiert sein.
Die Mortalität beim FMS ist laut Leitlinie nicht erhöht. Es wird betont, dass das FMS nicht pauschal mit einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung oder einer depressiven Störung gleichzusetzen ist, auch wenn häufig Überlappungen und Komorbiditäten bestehen.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie betont, dass eine medikamentöse Therapie beim Fibromyalgiesyndrom nicht zwingend notwendig ist und die Risiken genau gegen den Nutzen abgewogen werden müssen. Es wird darauf hingewiesen, dass nicht-medikamentöse Verfahren wie Ausdauertraining und kognitive Verhaltenstherapie eine vergleichbare Wirksamkeit wie Medikamente aufweisen, jedoch ein deutlich geringeres Risiko für schwerwiegende Nebenwirkungen bergen. Bei fehlendem Ansprechen einer Medikation nach vier Wochen wird ein Absetzen empfohlen.
Häufig gestellte Fragen
Die Leitlinie empfiehlt eine klinische Diagnose basierend auf der Anamnese, einer körperlichen Untersuchung und dem Ausschluss anderer Erkrankungen. Die Diagnose kann anhand der ACR-1990-Kriterien (Tender Points) oder der modifizierten ACR-2010-Kriterien gestellt werden.
Es wird eine Basisdiagnostik mit Bestimmung von BSG, CRP, kleinem Blutbild, Kreatinkinase, Kalzium, TSH basal und Vitamin D empfohlen. Bei unauffälligen Werten soll auf eine weiterführende apparative Diagnostik verzichtet werden.
Die Leitlinie empfiehlt Ausdauertraining mit geringer bis mittlerer Intensität, wie schnelles Spazierengehen, Walking, Fahrradfahren oder Aquajogging. Dieses sollte zwei- bis dreimal wöchentlich für mindestens 30 Minuten durchgeführt werden.
Nein, die Leitlinie rät vom Einsatz nichtsteroidaler Antirheumatika (NSAR) und starker Opioide ab. Starke Opioide wurden von Betroffenen sogar als die am schädlichsten bewertete Medikamentenklasse eingestuft.
Es wird empfohlen, bei Kindern und Jugendlichen mit chronischen Schmerzen in mehreren Körperregionen keine medikamentöse Schmerztherapie durchzuführen. Stattdessen wird eine multimodale Schmerztherapie angeraten.
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Quelle: S3-Leitlinie Fibromyalgiesyndrom (DGPPN, 2017). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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