Sertralin (SSRI): Dosierung, Indikation, Nebenwirkungen
Hintergrund
Diese Zusammenfassung basiert auf dem pharmakologischen Kurzprofil der DrugBank-Datenbank. Sertralin gehört zur Wirkstoffklasse der selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) und wird primär in der Psychiatrie eingesetzt.
Der Wirkmechanismus beruht auf einer selektiven Hemmung des Serotonin-Transporters (SERT) im präsynaptischen Neuron, was die serotonerge Neurotransmission verstärkt. Eine Besonderheit von Sertralin unter den SSRI ist die zusätzliche, leichte Hemmung der Dopamin-Wiederaufnahme.
Laut Profil weist die Substanz minimale histaminerge, cholinerge oder adrenerge Effekte auf. Die orale Bioverfügbarkeit liegt bei 44 Prozent, und ein Steady-State wird nach etwa sieben Tagen erreicht.
Empfehlungen
Das DrugBank-Profil listet verschiedene psychiatrische Anwendungsgebiete sowie spezifische pharmakologische Eigenschaften auf.
Indikationen
Sertralin wird laut Quelle für eine Reihe von psychiatrischen Erkrankungen eingesetzt. Dazu gehören:
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Major Depression (MDD)
-
Generalisierte Angststörung (GAD) und Panikstörung
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Zwangsstörung (OCD) und Posttraumatische Belastungsstörung (PTSD)
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Soziale Phobie und Prämenstruelle dysphorische Störung (PMDD)
Wichtige Arzneimittelinteraktionen
Das Profil warnt vor mehreren klinisch relevanten Wechselwirkungen. Die Kombination mit MAO-Hemmern, Tramadol oder Triptanen birgt das Risiko eines lebensbedrohlichen Serotoninsyndroms.
Bei gleichzeitiger Gabe von Warfarin kann es zu einer Erhöhung der INR kommen. Zudem wird Sertralin als leichter CYP2D6-Inhibitor beschrieben, was den Metabolismus von Metoprolol oder Codein beeinflussen kann. Auch Lithium kann den serotonergen Effekt verstärken.
Nebenwirkungen und Warnhinweise
Zu den häufigsten unerwünschten Wirkungen zählen laut Profil gastrointestinale Beschwerden wie Übelkeit und Durchfall, die bei Sertralin häufiger auftreten als bei anderen SSRI. Weitere Nebenwirkungen umfassen:
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Sexuelle Dysfunktion
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Schlaflosigkeit oder Schläfrigkeit
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Kopfschmerzen und Schwindel
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Gewichtsveränderungen
Ein besonderer Warnhinweis (Black-Box-Warnung) besteht für das Risiko von Suizidgedanken bei Patienten unter 25 Jahren.
Dosierung
Das Profil gibt folgende Dosierungsrichtlinien für die orale Einnahme vor. Es wird darauf hingewiesen, dass die Medikation zum Absetzen ausgeschlichen werden muss, um Entzugssymptome zu vermeiden.
| Indikation / Phase | Dosierung | Intervall / Hinweise |
|---|---|---|
| Standard-Startdosis | 50 mg | Einmal täglich |
| Startdosis bei Panikstörung | 25 mg | Einmal täglich |
| Dosissteigerung | um 50 mg | Alle 1 bis 2 Wochen |
| Erhaltungsdosis | 50 bis 200 mg | Einmal täglich |
Kontraindikationen
Laut DrugBank-Profil gelten folgende Kontraindikationen für die Einnahme von Sertralin:
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Gleichzeitige Einnahme von MAO-Hemmern (eine 14-tägige Auswaschphase ist erforderlich)
-
Gleichzeitige Einnahme von Pimozid
-
Bekannte Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff
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Gleichzeitige Anwendung der oralen Konzentrat-Formulierung mit Disulfiram (aufgrund des Alkoholgehalts im Konzentrat)
💡Praxis-Tipp
Ein wichtiger klinischer Hinweis aus dem Profil ist die erhöhte Rate an gastrointestinalen Nebenwirkungen wie Übelkeit und Durchfall im Vergleich zu anderen SSRI. Zudem wird betont, dass bei Personen unter 25 Jahren ein erhöhtes Risiko für Suizidgedanken besteht, was eine engmaschige klinische Beobachtung in dieser Altersgruppe erforderlich macht.
Häufig gestellte Fragen
Laut DrugBank-Profil beträgt die Halbwertszeit von Sertralin etwa 26 Stunden. Der aktive Metabolit Desmethylsertralin hat eine noch längere Halbwertszeit von 62 bis 104 Stunden.
Das Profil weist darauf hin, dass Sertralin ausgeschlichen werden muss. Ein abruptes Absetzen wird nicht empfohlen, um Entzugssymptome zu vermeiden.
Nein, die gleichzeitige Einnahme ist laut Quelle kontraindiziert, da ein lebensbedrohliches Serotoninsyndrom droht. Es wird eine 14-tägige Auswaschphase zwischen den beiden Medikamenten gefordert.
Das pharmakologische Profil beschreibt, dass Sertralin als Besonderheit unter den SSRI eine leichte Hemmung der Dopamin-Wiederaufnahme aufweist. Zudem verursacht es häufiger gastrointestinale Nebenwirkungen als andere Vertreter dieser Klasse.
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Quelle: DrugBank: Sertraline - Pharmacological Profile (DrugBank Open Data, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt. Vor jeder Anwendung oder Verschreibung muss die aktuelle Fachinformation konsultiert werden.
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