Schilddrüsenkarzinom: Diagnostik, Therapie & Nachsorge
Hintergrund
Das Schilddrüsenkarzinom ist eine seltene maligne Erkrankung, deren Inzidenz in den letzten Jahren gestiegen ist. Dieser Anstieg ist vor allem auf die vermehrte Detektion von papillären Mikrokarzinomen zurückzuführen.
Zu den wichtigsten Risikofaktoren zählen eine familiäre Disposition, genetische Syndrome wie die Multiple Endokrine Neoplasie Typ 2 (MEN2) sowie eine vorausgegangene Strahlenexposition im Halsbereich.
Die AWMF-Leitlinie bietet eine umfassende Entscheidungshilfe für die Primärdiagnostik, die chirurgische und systemische Therapie sowie die strukturierte Nachsorge der verschiedenen histologischen Subtypen.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie warnt davor, einen postoperativ niedrigen basalen Thyreoglobulinwert (< 2 ng/ml) als alleinigen Parameter zum Ausschluss von Lymphknoten- oder Fernmetastasen zu verwenden. Es wird betont, dass bei Vorliegen von Thyreoglobulin-Antikörpern (TAK) der Thyreoglobulinwert falsch niedrig ausfallen kann und in diesen Fällen als diagnostisch nicht verwertbar betrachtet werden muss.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie wird eine Feinnadelpunktion nur bei suspekten Knoten ab einer Größe von 1 cm nach adäquater sonographischer Vorselektion empfohlen. Eine unselektierte Punktion von Schilddrüsenknoten wird ausdrücklich nicht empfohlen.
Bei einem PTMC ohne Risikofaktoren wird eine Hemithyreoidektomie als ausreichend erachtet. Liegen jedoch Risikofaktoren wie Multifokalität oder Lymphknotenmetastasen vor, wird eine totale Thyreoidektomie empfohlen.
Nein, die Indikation zur Radioiodtherapie wird risikoadaptiert gestellt. Bei einem postoperativen Zufallsbefund eines unifokalen papillären Mikrokarzinoms ohne Risikofaktoren wird von einer Radioiodtherapie abgeraten.
Die Leitlinie empfiehlt, dass gebärfähige Patientinnen nach einer Radioiodtherapie für 6 bis 12 Monate eine Schwangerschaft vermeiden sollten. Bei Männern wird eine Zeugungskarenz von 4 Monaten angeraten.
Der TSH-Zielwert richtet sich nach dem initialen Rezidivrisiko und dem Therapieansprechen. Bei exzellentem Ansprechen und niedrigem Risiko wird ein Wert im unteren Normbereich (0,5 - 2,0 mU/l) angestrebt, während bei hohem Risiko oder inkomplettem Ansprechen eine Suppression (< 0,1 mU/l) empfohlen wird.
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Quelle: Schilddrüsenkarzinom (AWMF). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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