BfArM2013

Risperidon & Paliperidon: IFIS-Risiko bei Katarakt-OP

Diese Leitlinie stammt aus 2013 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: BfArM (2013)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der Rote-Hand-Brief des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) aus dem Jahr 2013 warnt vor einer spezifischen ophthalmologischen Komplikation. Diese Zusammenfassung basiert auf dem Kurztext der Sicherheitswarnung und wurde um allgemeines medizinisches Hintergrundwissen ergänzt.

Es geht um das Risiko eines intraoperativen Floppy Iris Syndroms (IFIS) bei Patienten, die sich einer Kataraktoperation unterziehen. Betroffen sind Personen, die mit den atypischen Antipsychotika Risperidon oder Paliperidon behandelt werden.

Das IFIS ist eine bekannte Komplikation während einer Kataraktoperation, die durch eine unzureichende Pupillenerweiterung, eine schlaffe Iris und einen Irisprolaps gekennzeichnet ist. Ursächlich ist häufig die alpha-1-adrenerge Rezeptorblockade, die als pharmakologische Eigenschaft auch bei diesen Antipsychotika vorliegt.

Empfehlungen

Präoperative Risikobewertung

Der Rote-Hand-Brief formuliert folgende zentrale Sicherheitsinformationen für die Praxis:

  • Es besteht ein signifikantes Risiko für das Auftreten eines intraoperativen Floppy Iris Syndroms (IFIS) während einer Kataraktoperation.

  • Dieses Risiko betrifft Patienten, die aktuell mit risperidon- oder paliperidonhaltigen Arzneimitteln behandelt werden.

  • Es wird impliziert, dass der behandelnde Augenarzt vor einem geplanten Eingriff zwingend über die Einnahme dieser Medikamente informiert sein sollte.

Chirurgisches Management

Durch die präoperative Kenntnis der Medikation können rechtzeitig geeignete chirurgische Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden. Dazu gehört laut allgemeinem medizinischen Standard beispielsweise die Bereitstellung von Iris-Retraktoren oder spezifischen Mydriatika, um Komplikationen während der Operation zu minimieren.

Kontraindikationen

Der Rote-Hand-Brief formuliert keine absolute Kontraindikation für Kataraktoperationen. Es wird jedoch ausdrücklich vor dem erhöhten IFIS-Risiko bei Patienten unter Risperidon- oder Paliperidon-Therapie gewarnt, was eine besondere chirurgische Vorbereitung erfordert.

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💡Praxis-Tipp

Es wird empfohlen, bei der präoperativen Anamnese vor Kataraktoperationen gezielt nach der Einnahme von atypischen Antipsychotika wie Risperidon oder Paliperidon zu fragen. Das chirurgische Vorgehen kann so frühzeitig an das mögliche Auftreten eines intraoperativen Floppy Iris Syndroms (IFIS) angepasst werden, um intraoperative Komplikationen zu vermeiden.

Häufig gestellte Fragen

IFIS ist eine Komplikation bei Kataraktoperationen, die durch eine schlaffe Iris, eine progressive intraoperative Miosis und eine Neigung zum Irisprolaps gekennzeichnet ist. Es erschwert den chirurgischen Eingriff erheblich und erfordert spezielle Operationstechniken.

Beide Wirkstoffe besitzen antagonistische Eigenschaften an alpha-1-adrenergen Rezeptoren. Diese Blockade führt zu einer Entspannung des Musculus dilatator pupillae, was die typischen IFIS-Symptome während der Augenoperation auslösen kann.

Der Rote-Hand-Brief gibt keine explizite Empfehlung zum präoperativen Absetzen der Medikation. In der klinischen Praxis wird ein Absetzen oft nicht empfohlen, da das IFIS-Risiko auch nach Beendigung der Therapie bestehen bleiben kann und psychiatrische Risiken abgewogen werden müssen.

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Quelle: Rote-Hand-Brief zu risperidonhaltigen oder paliperidonhaltigen Arzneimitteln: Risiko eines intraoperativen Floppy Iris Syndroms (IFIS) (BfArM, 2013). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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