Kombinierte hormonale Kontrazeptiva: BfArM Rote-Hand-Brief
Hintergrund
Kombinierte hormonale Kontrazeptiva (KHK) gehören zu den am häufigsten verordneten Methoden der Empfängnisverhütung. Ein bekannter und klinisch relevanter Nebeneffekt dieser Präparate ist das erhöhte Risiko für venöse Thromboembolien (VTE).
Dieser Artikel basiert auf dem Rote-Hand-Brief des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) aus dem Jahr 2021. Da der Originaltext sehr kurz ist, wurden allgemeine medizinische Hintergrundinformationen zum besseren Verständnis ergänzt.
Das VTE-Risiko variiert signifikant zwischen den verschiedenen KHK-Präparaten. Maßgeblich für das individuelle Risiko ist dabei die Art des enthaltenen Gestagens, weshalb eine bewusste Präparatewahl entscheidend für die Patientensicherheit ist.
Empfehlungen
Der Rote-Hand-Brief formuliert folgende Kernaspekte für die Verordnung:
Risikoadaptierte Verordnung
Es wird nachdrücklich darauf hingewiesen, bei jeder Verordnung eines kombinierten hormonalen Kontrazeptivums (KHK) das spezifische VTE-Risiko des Präparats zu berücksichtigen. Laut BfArM sollen bevorzugt KHK mit dem niedrigsten Risiko für venöse Thromboembolien verordnet werden.
Gestagene und VTE-Risiko
Das BfArM benennt explizit die Wirkstoffe, die in Kombination mit einem Östrogen das vorteilhafteste Sicherheitsprofil bezüglich venöser Thromboembolien aufweisen.
| Gestagen | VTE-Risiko laut BfArM |
|---|---|
| Levonorgestrel | Geringstes Risiko |
| Norethisteron | Geringstes Risiko |
| Norgestimat | Geringstes Risiko |
Nutzung von Schulungsmaterialien
Zur Unterstützung einer sicheren Verordnungspraxis wird die Nutzung der behördlich genehmigten Schulungsmaterialien empfohlen. Das BfArM verweist dabei auf folgende Dokumente:
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Eine spezifische Checkliste für die Verschreibung von KHK durch Ärzte
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Eine Patientenkarte zur Aufklärung und Information der Anwenderinnen
💡Praxis-Tipp
Bei der Erstverordnung von kombinierten hormonalen Kontrazeptiva wird empfohlen, routinemäßig die behördliche Checkliste heranzuziehen. Es ist ratsam, Präparate mit Levonorgestrel, Norethisteron oder Norgestimat als Mittel der ersten Wahl zu betrachten, da diese das geringste VTE-Risiko aufweisen.
Häufig gestellte Fragen
Laut dem BfArM Rote-Hand-Brief weisen KHK mit den Gestagenen Levonorgestrel, Norethisteron oder Norgestimat das geringste Risiko für venöse Thromboembolien auf.
Es wird empfohlen, bei jeder Verordnung die unterschiedlichen VTE-Risiken der einzelnen Präparate zu berücksichtigen. Dabei sollen bevorzugt KHK mit dem niedrigsten VTE-Risiko ausgewählt werden.
Das BfArM stellt behördlich genehmigtes Schulungsmaterial zur Verfügung. Dieses umfasst eine Checkliste für die Verschreibung durch Ärzte sowie eine Patientenkarte zur Aufklärung.
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Quelle: Rote-Hand-Brief zu kombinierten hormonalen Kontrazeptiva: Verordnung solcher mit dem niedrigsten Risiko für venöse Thromboembolien und Nutzung des behördlich beauflagten Schulungsmaterials (BfArM, 2021). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.