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Salmonellose: RKI-Ratgeber zu Diagnostik & Therapie

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf RKI Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Die Salmonellose ist primär eine lebensmittelbedingte Gastroenteritis, meist ausgelöst durch S. Enteritidis oder S. Typhimurium.
  • Bei unkomplizierten Verläufen ist eine Antibiotikatherapie kontraindiziert, da sie die Erregerausscheidung verlängert.
  • Antibiotika sind bei Sepsis, Säuglingen unter 1 Jahr, Senioren und Immunsupprimierten indiziert (nach Resistenztestung).
  • Erkrankte Kinder unter 6 Jahren dürfen Gemeinschaftseinrichtungen erst 48 Stunden nach Symptomfreiheit wieder besuchen.
  • Es besteht eine namentliche Meldepflicht nach IfSG bei Erregernachweis sowie bei Verdacht in Lebensmittelberufen.
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Hintergrund

Die Salmonellose ist eine weltweit verbreitete, klassische Lebensmittelinfektion. Ausgelöst wird sie durch nichttyphoidale Salmonellen (in Deutschland meist Salmonella Enteritidis oder Salmonella Typhimurium). Das Hauptreservoir bilden landwirtschaftliche Nutztiere, wobei die Tiere selbst selten klinisch erkranken.

ParameterDetails
HauptreservoirNutztiere (Rinder, Schweine, Geflügel)
InfektionswegOral (kontaminierte Lebensmittel, Kreuzkontamination, selten direkter Tierkontakt wie Reptilien)
Infektionsdosis10^4 – 10^6 Keime (bei Risikogruppen oder fettreichen Lebensmitteln < 10^2)
Inkubationszeit6 – 72 Stunden (in der Regel 12 – 36 Stunden)

Klinische Symptomatik

Die Erkrankung manifestiert sich typischerweise als akute Darmentzündung. Die Symptome halten oft über mehrere Tage an:

  • Plötzlich einsetzender Durchfall
  • Kopf- und Bauchschmerzen
  • Unwohlsein und Erbrechen
  • Häufig leichtes Fieber

Bei Kleinkindern und älteren Menschen steht die Gefahr einer ausgeprägten Dehydrierung im Vordergrund. In seltenen Fällen (insbesondere bei Personen über 60 Jahre) kann es zu septischen Verläufen und fokalen Absiedlungen (z.B. Endokarditis, Meningitis, Arthritis, Cholezystitis) kommen.

Diagnostik

Der Erregernachweis erfolgt in der Regel kulturell aus Stuhl, Rektalabstrichen oder Erbrochenem. Bei Verdacht auf einen systemischen Verlauf sind Blutkulturen indiziert.

Indikationen für eine mikrobiologische Stuhldiagnostik:

  • Länger anhaltender Durchfall (> 3 Tage)
  • Sichtbares Blut im Stuhl
  • Hospitalisation

Therapie

Die Behandlung richtet sich nach der Schwere der Erkrankung und den Risikofaktoren des Patienten. Eine unkritische Antibiotikagabe ist obsolet, da sie die Erregerausscheidung verlängern kann.

Verlaufsform / PatientengruppeTherapieBemerkung
Unkomplizierte GastroenteritisSymptomatisch (Flüssigkeits- und Elektrolytausgleich)Keine Antibiotika!
SIRS / SepsisAntimikrobielle TherapieResistenzbestimmung zwingend erforderlich.
Risikogruppen (Säuglinge <1 J., Senioren, Immunschwäche, Herzklappenanomalien)Antibiotika erwägenZur Vermeidung von Komplikationen und fokalen Absiedlungen.
Dauerausscheider (> 1 Jahr)Gezielte AntibioseVorab prädisponierende Faktoren (z.B. Gallensteine) abklären.

Mögliche Antibiotika (nach Antibiogramm): Cephalosporine der 3. Generation, Co-Trimoxazol, Ampicillin oder Fluorochinolone (z.B. Ciprofloxacin bei Erwachsenen).

Infektionsschutz und Meldepflicht

Die Ausscheidung von Enteritis-Salmonellen dauert bei Erwachsenen durchschnittlich einen Monat, bei Kindern unter 5 Jahren oft 7 Wochen oder länger. Strenge Hände- und Lebensmittelhygiene sind essenziell.

BereichRegelung nach IfSG
Meldepflicht (§6 & §7)Namentliche Meldung bei Erregernachweis. Klinischer Verdacht meldepflichtig bei Lebensmittelberufen oder Ausbrüchen (≥2 Fälle).
Gemeinschaftseinrichtungen (§33/34)Kinder <6 Jahre: Besuchsverbot. Wiederzulassung frühestens 48 Stunden nach Symptomfreiheit.
Lebensmittelberufe (§42)Striktes Tätigkeitsverbot für Erkrankte, Verdachtsfälle und Ausscheider.

💡Praxis-Tipp

Verzichten Sie bei einer unkomplizierten Salmonellen-Gastroenteritis auf Antibiotika, da diese die Erregerausscheidung verlängern. Denken Sie bei Säuglingen mit Salmonellose auch an exotische Haustiere (z.B. Reptilien) als mögliche Infektionsquelle im Haushalt.

Häufig gestellte Fragen

Die Inkubationszeit beträgt 6 bis 72 Stunden, in der Regel liegt sie bei 12 bis 36 Stunden.
Kinder unter 6 Jahren dürfen Gemeinschaftseinrichtungen frühestens 48 Stunden nach Abklingen der klinischen Symptome wieder besuchen.
Bei schweren Verläufen (Sepsis/SIRS) sowie bei Risikogruppen wie Säuglingen unter 1 Jahr, Senioren, Immunsupprimierten oder Patienten mit Herzklappenanomalien.
Die Erregerausscheidung dauert bei Erwachsenen durchschnittlich einen Monat, bei Kindern unter 5 Jahren oft 7 Wochen oder länger.

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