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Lebensmittelhygiene im Krankenhaus: BfR/RKI-Leitlinie

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf Unknown Source Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Krankenhausküchen erfordern strengere Hygienemaßnahmen als die reguläre Gemeinschaftsverpflegung, da Patienten besonders infektionsanfällig sind.
  • Neben klassischen Lebensmittelinfektionen stellen multiresistente Erreger (z.B. ESBL-bildende E. coli) eine zunehmende Gefahr dar.
  • Eine ausreichende Erhitzung (mindestens 72 °C für 2 Minuten im Kern) inaktiviert die meisten vegetativen Bakterien.
  • Auf rohe tierische Lebensmittel, Sprossen und frische Kräuter sollte zur Risikominimierung verzichtet werden.
  • Ein routinemäßiges Stuhl-Screening des Personals wird nicht empfohlen, kann aber bei Ausbrüchen sinnvoll sein.
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Hintergrund

In Krankenhäusern werden Personengruppen verpflegt, die gegenüber lebensmittelbedingten Infektionen besonders empfindlich sind (z. B. Immunsupprimierte, Säuglinge, Schwangere, alte Menschen). Das Hygienemanagement muss hier über die üblichen Maßnahmen der Gemeinschaftsverpflegung hinausgehen. Neben klassischen Lebensmittelinfektionen stellen antibiotikaresistente Bakterien eine zunehmende Gefahr dar, da sie Patienten besiedeln und Resistenzgene auf pathogene Keime übertragen können.

Relevante bakterielle Gefahren

Die Gefahrenanalyse im Krankenhaus muss verschiedene Erregergruppen berücksichtigen:

ErregergruppeBeispieleKlinische Relevanz
ZoonoseerregerSalmonellen, Campylobacter, VTEC, ListerienKlassische Lebensmittelinfektionen, oft über tierische Rohwaren eingetragen.
ToxinbildnerBacillus cereus, Clostridium perfringens/botulinum, S. aureusBilden teils hitzestabile Toxine. Kurze Inkubationszeit (Übelkeit, Erbrechen).
Multiresistente ErregerESBL- und AmpC-bildende E. coli, Klebsiella spp.Gefahr der Kolonisation und des horizontalen Gentransfers auf pathogene Keime.

Eintragswege in die Krankenhausküche

Erreger können auf verschiedenen Wegen in die Küche und auf die Speisen gelangen:

  • Rohwaren: Rohes Geflügel-, Schweine- und Wildfleisch, Hackfleisch sowie rohe Eier.
  • Pflanzliche Lebensmittel: Sprossen, Keimlinge und frische Kräuter weisen häufig hohe Enterobacteriaceae-Gehalte auf.
  • Geschirrrücklauf: Tabletts, Geschirr und Besteck aus infektiösen Stationsbereichen.
  • Personal: Infiziertes oder besiedeltes Küchenpersonal (z. B. Dauerausscheider).
  • Wartung: Reinigungs- und Wartungsutensilien (z. B. Rohrreinigungsspiralen).

Prävention und Risikominimierung

Das Risiko für Patienten wird maßgeblich davon beeinflusst, ob Lebensmittel vor der Ausgabe ausreichend erhitzt wurden und Rekontaminationen vermieden werden.

ProzessschrittEmpfohlene MaßnahmeBemerkung
SpeisenauswahlVerzicht auf rohe tierische Produkte, Sprossen und frische KräuterGgf. Einsatz von Convenience Food oder Konserven zur Risikominimierung.
ZubereitungErhitzung auf mind. 72 °C für 2 Minuten im KernInaktiviert vegetative Bakterien. Sporen erfordern höhere Temperaturen.
KüchenhygieneStrikte räumliche/funktionelle Trennung von rein/unreinEigener Raum für rohes Fleisch/Geflügel. Keine Hochdruckreiniger nutzen.
TransportAktive oder passive Transportsysteme (Cook&Chill)Längere Standzeiten bei Raumtemperatur strikt vermeiden.

Speisenausgabe auf der Station

Auch auf den Stationen lauern Gefahren, die durch organisatorische Maßnahmen minimiert werden müssen:

  • Keine Selbstbedienung: Verzicht auf Stationsbuffets zur Vermeidung von Kontaminationen durch Patienten.
  • Trennung von Pflege und Verpflegung: Speisenausgabe und Pflegetätigkeiten dürfen nicht vermischt werden.
  • Schutzkleidung: Pflegepersonal muss bei der Speisenausgabe separate, saubere Schutzkleidung tragen.
  • Zutrittsverbot: Pflegepersonal darf die Krankenhausküche nicht betreten.

Personal und Screening

Sowohl Küchen- als auch Stationspersonal muss regelmäßig arbeitsplatzbezogen geschult werden.

Ein routinemäßiges Stuhl-Screening des Personals auf pathogene oder multiresistente Erreger wird nicht generell empfohlen, da der Nutzen nicht belegt ist. In spezifischen Ausbruchssituationen kann ein gezieltes Screening jedoch erwogen werden.

💡Praxis-Tipp

Trennen Sie pflegerische Tätigkeiten strikt von der Speisenausgabe. Legen Sie beim Abräumen niemals medizinische Materialien (Pflaster, Kanülen) auf Speisentabletts ab, um den Rückfluss von Erregern in die Küche zu verhindern.

Häufig gestellte Fragen

Zur Risikominimierung sollte darauf verzichtet werden, da diese pflanzlichen Lebensmittel häufig mit pathogenen oder antibiotikaresistenten Bakterien kontaminiert sind.
Nein, ein routinemäßiges Screening wird nicht empfohlen. Es sollte nur in spezifischen Ausbruchssituationen erwogen werden.
Zur Inaktivierung vegetativer Bakterien ist eine Erhitzung auf mindestens 72 °C für zwei Minuten im Kern (oder ein gleichwertiges Verfahren) erforderlich.
Nein, auf Selbstbedienung an Stationsbuffets sollte verzichtet werden, um Kontaminationen der Lebensmittel durch Patienten zu vermeiden.

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