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MRSA & Staphylokokken: RKI-Ratgeber Leitlinie

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf RKI Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Die Methicillin-Resistenz (MRSA) beruht auf dem mecA-Gen (PBP2a) und bedingt eine Kreuzresistenz gegen alle Beta-Laktam-Antibiotika.
  • Die Übertragung erfolgt meist exogen über die Hände des medizinischen Personals, Hauptreservoir ist der Nasen-Rachen-Raum.
  • Zur Sanierung einer nasalen Besiedlung ist Mupirocin-Nasensalbe das Standardverfahren.
  • Der direkte Nachweis von MRSA in Blut oder Liquor ist nach § 7 IfSG namentlich meldepflichtig.
  • Ambulant erworbene MRSA (cMRSA) verursachen oft tiefe Hautinfektionen und bilden häufig das Panton-Valentin-Leukozidin (PVL).
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Hintergrund

Staphylococcus aureus ist ein grampositiver, fakultativ pathogener Erreger, der Haut und Schleimhäute (insbesondere den Nasenvorhof) besiedelt. Die Methicillin-Resistenz (MRSA) entsteht durch die Bildung des modifizierten Penicillinbindeproteins PBP2a (kodiert durch das mecA-Gen). Dies führt zu einer Kreuzresistenz gegen alle Beta-Laktam-Antibiotika.

Neben den klassischen krankenhausassoziierten Stämmen (HA-MRSA) treten zunehmend ambulant erworbene Stämme (community-acquired, cMRSA) auf. Diese sind häufig mit tiefgehenden Haut- und Weichteilinfektionen assoziiert und bilden oft das makrophagenschädigende Panton-Valentin-Leukozidin (PVL).

Klinische Symptomatik

Die durch S. aureus und MRSA verursachten Krankheitsbilder lassen sich in zwei Hauptgruppen unterteilen:

ErkrankungstypBeispielePathomechanismus / Auslöser
Pyogene/Invasive InfektionenFurunkel, Abszesse, Pneumonie, Osteomyelitis, Sepsis, EndokarditisDirekte Infektion, oft begünstigt durch Fremdkörper (Katheter, Gelenkersatz) oder Wunden.
Toxin-vermittelt: SSSSDermatitis exfoliativa (Ritter von Rittershain), bullöse ImpetigoExfoliative Toxine (ETA, ETB, ETC) führen zur intradermalen Spaltbildung.
Toxin-vermittelt: TSSToxisches Schock-Syndrom (Fieber, Exanthem, Hypotonie, Multiorganversagen)Superantigene, primär das Toxic-shock-syndrome-Toxin-1 (TSST-1).
LebensmittelintoxikationÜbelkeit, Erbrechen, Diarrhoe (Inkubationszeit 2-6h)Hitzestabile Enterotoxine in kontaminierten Lebensmitteln.

Diagnostik

Für die Diagnose MRSA muss sowohl die Spezies S. aureus als auch die Oxacillin- bzw. Cefoxitin-Resistenz einwandfrei nachgewiesen werden.

Diagnostik-ZielPhänotypische VerfahrenGenotypische Verfahren (Referenz)
Spezies (S. aureus)Koagulase-Test, Agglutination, Automaten (VITEK-2, Phoenix)16S rRNA Sequenzierung, nuc-Gen PCR
Resistenz (MRSA)MHK-Bestimmung, Cefoxitin-TestblättchenmecA-Gen PCR

Sanierung und Therapie

Eine Sanierung von MRSA-Trägern ist grundsätzlich zu empfehlen, um Infektionen und Weiterverbreitung zu verhindern.

  • Nasale Besiedlung: Standardverfahren ist die Anwendung von Mupirocin-Nasensalbe.
  • Haut und Rachen: Zusätzlich desinfizierende Mundspülungen und Ganzkörperwaschungen (inklusive Haare) mit antiseptischen Seifen/Lösungen.
  • Erfolgskontrolle: Ab dem Folgetag nach Beendigung der Therapie müssen drei negative Kontrollabstriche an aufeinanderfolgenden Tagen entnommen werden (mindestens Nase, Rachen, Wunden).

Prävention und Hygienemaßnahmen

Im klinischen Bereich ist ein konsequentes MRSA-Management essenziell:

  • Frühzeitiges Screening von Risikopatienten.
  • Konsequente (Kohorten-)Isolierung von MRSA-kolonisierten oder -infizierten Patienten.
  • Strikte Einhaltung der Händehygiene und Tragen von Schutzkleidung bei möglichem Kontakt mit Sekreten.
  • Vorabinformation der Zieleinrichtung bei Verlegungen.

Meldepflicht

Gemäß § 7 Abs. 1 IfSG ist der direkte Nachweis von MRSA in Blut oder in Liquor namentlich meldepflichtig. Die Meldung muss dem Gesundheitsamt spätestens 24 Stunden nach erlangter Kenntnis vorliegen.

💡Praxis-Tipp

Führen Sie die mikrobiologische Erfolgskontrolle nach einer MRSA-Sanierung frühestens am Folgetag nach Therapieende durch. Es sind zwingend drei negative Abstriche an drei aufeinanderfolgenden Tagen erforderlich.

Häufig gestellte Fragen

cMRSA (community-acquired MRSA) treten bei Personen ohne vorherigen Krankenhausaufenthalt auf. Sie verursachen oft tiefe, nekrotisierende Hautinfektionen (wie Furunkulose) und bilden häufig das Panton-Valentin-Leukozidin (PVL).
Der Standard zur nasalen Sanierung ist Mupirocin-Nasensalbe. Dies wird kombiniert mit desinfizierenden Mundspülungen und antiseptischen Ganzkörperwaschungen.
Nach § 7 IfSG ist ausschließlich der direkte Nachweis von MRSA in Blut oder Liquor (z.B. bei Sepsis oder Meningitis) innerhalb von 24 Stunden namentlich meldepflichtig.
Durch das mecA-Gen und das veränderte Penicillinbindeprotein (PBP2a) besteht eine Kreuzresistenz gegen alle Beta-Laktam-Antibiotika (Penicilline, Cephalosporine, Carbapeneme).

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