Mpox (Affenpocken): Therapie, Triage und IPC-Maßnahmen

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: WHO (2025)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die WHO-Leitlinie (2025) liefert aktualisierte Empfehlungen zum klinischen Management und zur Infektionsprävention (IPC) bei Mpox (Affenpocken). Seit 2022 hat sich das Virus weltweit ausgebreitet, wobei neben Klade IIb nun auch Ausbrüche der Kladen Ia und Ib, vor allem in afrikanischen Ländern, verzeichnet werden.

Mpox überträgt sich primär durch engen körperlichen oder sexuellen Kontakt mit infektiösen Hautläsionen. Die Inkubationszeit beträgt in der Regel 3 bis 17 Tage, gefolgt von Symptomen wie Fieber, Lymphadenopathie und einem charakteristischen Hautausschlag.

Besonders gefährdet für schwere Verläufe sind immunsupprimierte Personen, insbesondere Menschen mit unzureichend behandelter HIV-Infektion (CD4 < 350 Zellen/mm³). Zu den häufigsten Komplikationen zählen sekundäre bakterielle Infektionen, Proktitis und starke Schmerzen.

Empfehlungen

Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen für das Management von Mpox:

Screening und Triage

Laut Leitlinie wird bei Patienten mit Fieber, Hautausschlag oder Lymphadenopathie ein sofortiges Screening empfohlen. Bei Verdacht auf Mpox sollte der Person umgehend ein medizinischer Mund-Nasen-Schutz angelegt und eine räumliche Trennung veranlasst werden.

Zur Bestätigung der Diagnose wird eine schnellstmögliche PCR-Testung von Läsionsabstrichen empfohlen. Zudem wird bei Verdachtsfällen eine frühzeitige HIV-Testung sowie das Screening auf andere sexuell übertragbare Infektionen (STI) angeraten.

Infektionsprävention und Isolation

Für das häusliche Umfeld bei milden Verläufen gibt die Leitlinie folgende Empfehlungen:

  • Eine strikte Isolation ist nicht zwingend erforderlich (bedingte Empfehlung, niedrige Evidenz).

  • Voraussetzung ist, dass alle Läsionen abgedeckt sind und bei Kontakt mit anderen ein medizinischer Mund-Nasen-Schutz getragen wird.

  • Diese Maßnahmen gelten, bis alle Läsionen vollständig abgeheilt sind (Krusten abgefallen, neue Hautschicht gebildet).

Für das medizinische Personal in Gesundheitseinrichtungen wird die Anwendung von Kontakt- und Tröpfcheninfektionsvorkehrungen empfohlen (bedingte Empfehlung). Dies umfasst Handschuhe, Kittel, medizinische Maske und bei Bedarf Augenschutz. Atemschutzmasken (z. B. FFP2/N95) werden bei aerosolgenerierenden Prozeduren (AGP) oder schlechter Belüftung empfohlen.

Spezifische Patientengruppen

Für Menschen mit HIV und Mpox-Koinfektion empfiehlt die Leitlinie eine rasche Initiierung der antiretroviralen Therapie (ART) innerhalb von 7 Tagen nach der HIV-Diagnose (starke Empfehlung, moderate Evidenz). Eine Verzögerung der ART wird aufgrund des Risikos einer fortschreitenden Mpox-Erkrankung nicht empfohlen.

Für stillende Mütter mit Mpox wird empfohlen, das Stillen fortzusetzen, jedoch den direkten Hautkontakt mit dem Säugling zu minimieren (bedingte Empfehlung). Läsionen an der Brust oder anderen Körperteilen müssen abgedeckt und eine Maske getragen werden. Sobald die Läsionen abgeheilt sind, kann der uneingeschränkte Kontakt wieder aufgenommen werden.

Dosierung

Symptomatische Therapie (Schmerz und Fieber)

MedikamentIndikationDosierung ErwachseneDosierung Kinder
ParacetamolFieber / Leichte Schmerzen1 g PO/IV alle 6-8 h (Max. 4 g/24 h)10-15 mg/kg PO/IV alle 4-6 h (Max. 60 mg/kg/Tag)
TramadolStarke Schmerzen50-100 mg PO/IV alle 4-6 h (Max. 400 mg/Tag)1-2 mg/kg alle 4-6 h (> 6 Monate, Max. 400 mg/Tag)
MorphinStarke Schmerzen (Alternative)10 mg PO alle 4 h nach Bedarf (Max. 60 mg/Tag)0,2-0,4 mg/kg PO alle 4 h nach Bedarf
OndansetronÜbelkeit / Erbrechen8 mg PO alle 12 h oder 4 mg IV alle 8 h0,15 mg/kg PO/IV alle 12 h (Max. 8 mg)

Antibiotische Therapie bei sekundären bakteriellen Hautinfektionen

Die Leitlinie empfiehlt Antibiotika ausschließlich bei Vorliegen einer bakteriellen Superinfektion.

MedikamentDosierung ErwachseneDosierung Kinder
Cloxacillin (Flucloxacillin)500 mg PO alle 8 h25 mg/kg PO alle 6 h
Cefalexin500 mg PO alle 8 h25 mg/kg PO alle 12 h
Amoxicillin-Clavulansäure500/125 mg PO alle 8 h30 mg/kg (Amoxicillin) PO alle 8 h
Clindamycin (bei MRSA-Verdacht)600 mg PO alle 8 h10 mg/kg PO alle 8 h

Kontraindikationen

Die Leitlinie rät vom empirischen oder prophylaktischen Einsatz von Antibiotika bei unkomplizierter Mpox-Erkrankung ab.

Zudem wird darauf hingewiesen, dass bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren auf Salicylate (z. B. Aspirin) verzichtet werden sollte, um das Risiko eines Reye-Syndroms zu vermeiden. Steroidhaltige Augensalben sollten bei okulären Läsionen vermieden werden, da sie die Viruspräsenz im Gewebe verlängern können.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Ein zentraler Praxisaspekt der Leitlinie ist die Erkenntnis, dass eine strikte häusliche Isolation bei milden Mpox-Verläufen nicht mehr zwingend erforderlich ist, sofern Läsionen konsequent abgedeckt werden und eine Maske getragen wird. Zudem wird betont, dass bei Personen mit einer HIV-Koinfektion die antiretrovirale Therapie (ART) sofort und ohne Verzögerung eingeleitet werden sollte, da das Risiko einer unkontrollierten Mpox-Erkrankung die Gefahr eines Immunrekonstitutionssyndroms (IRIS) deutlich übersteigt.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie gelten Betroffene als infektiös, bis alle Hautläsionen verkrustet sind, die Krusten abgefallen sind und sich eine neue, intakte Hautschicht gebildet hat. Dies dauert in der Regel 2 bis 4 Wochen.

Die Leitlinie empfiehlt Paracetamol als Basistherapie für leichte Schmerzen und Fieber. Bei starken Schmerzen wird der Einsatz von Tramadol oder Morphin empfohlen, wobei die Dosierung an die Schmerzintensität angepasst werden sollte.

Es wird empfohlen, Antibiotika nur bei nachgewiesenen oder hochgradig verdächtigen sekundären bakteriellen Hautinfektionen (wie Zellulitis oder Abszessen) einzusetzen. Ein prophylaktischer Einsatz bei unkomplizierten Verläufen wird von der Leitlinie ausdrücklich nicht empfohlen.

Die Leitlinie empfiehlt, das Stillen fortzusetzen, jedoch den direkten Hautkontakt zu minimieren. Es wird angeraten, Läsionen sorgfältig abzudecken und während des Stillens eine medizinische Maske zu tragen.

Für medizinisches Personal wird bei Kontakt mit Mpox-Erkrankten das Tragen von Handschuhen, einem Schutzkittel und einer medizinischen Maske empfohlen. Atemschutzmasken (FFP2/N95) werden laut Leitlinie nur bei aerosolgenerierenden Maßnahmen oder unzureichender Belüftung benötigt.

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Quelle: Clinical management and infection prevention and control for mpox: living guideline, May 2025 (WHO, 2025). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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