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WHO2025

Mpox (Affenpocken) Leitlinie 2025 (WHO)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf WHO Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Bei leichten Mpox-Verläufen ist eine häusliche Isolation nicht zwingend erforderlich, sofern Läsionen abgedeckt sind und eine medizinische Maske getragen wird.
  • Bei HIV-Koinfektion wird ein rascher Beginn der antiretroviralen Therapie (ART) stark empfohlen.
  • Gesundheitspersonal sollte bei Kontakt- und Tröpfcheninfektionen entsprechende Schutzmaßnahmen (Handschuhe, Kittel, Maske) anwenden.
  • Stillende Mütter mit Mpox sollten das Stillen fortsetzen, aber den direkten Hautkontakt zum Säugling einschränken, bis alle Läsionen abgeheilt sind.
  • Ein CD4-Wert < 350 Zellen/mm³ bei HIV-Patienten ist ein signifikanter Risikofaktor für schwere Krankheitsverläufe.
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Hintergrund

Mpox (früher Affenpocken) wird durch das humane Mpox-Virus (MPXV) verursacht. Die Inkubationszeit beträgt in der Regel 3 bis 17 Tage. Die aktuelle WHO-Leitlinie berücksichtigt die neuen Entwicklungen der Viruskladen, insbesondere die rasche Ausbreitung der Klade Ib durch Mensch-zu-Mensch-Übertragung.

KladeVerbreitungsschwerpunktÜbertragungswege
IaDR Kongo, ZentralafrikaZoonotisch, zunehmend Mensch-zu-Mensch
IbDR Kongo, Ostafrika, globalMensch-zu-Mensch (inkl. sexuell)
IIaWestafrikaMensch-zu-Mensch (neu seit 2024)
IIbGlobal (Ausbruch 2022)Mensch-zu-Mensch (v. a. sexuell)

Screening und Triage

Beim ersten Kontakt mit dem Gesundheitssystem muss ein Screening von Personen mit Ausschlag, Fieber und/oder Lymphadenopathie erfolgen.

  • Verdachtsfälle isolieren: Patienten sofort mit einer gut sitzenden medizinischen Maske ausstatten und in einem gut belüfteten Einzelzimmer isolieren.
  • Triage: Priorisierung nach Schweregrad mittels standardisierter Tools (z. B. Interagency Integrated Triage Tool der WHO/IFRC).
  • Diagnostik: Schnellstmögliche Testung auf MPXV. Ein frühzeitiger HIV-Test wird bei allen Verdachtsfällen empfohlen.

Risikofaktoren und Komplikationen

Die Schwere der Erkrankung hängt stark vom Immunstatus ab. Die WHO definiert folgende Risikofaktoren für eine Hospitalisierung oder einen schweren Verlauf:

RisikofaktorEvidenzgradBemerkung
HIV-positivModeratErhöhtes Risiko für schwere Verläufe und Mortalität
HIV mit CD4 < 350 Zellen/mm³HochSignifikanter Risikofaktor für schwere Erkrankung
Alter / GeschlechtNiedrigWahrscheinlich kein signifikanter Einfluss auf die Schwere

Bei schweren Verläufen treten häufig Komplikationen auf. Zu den häufigsten in der schweren Kohorte zählen:

  • Sekundäre bakterielle Infektionen (21 %)
  • Schwere Schmerzen (27 %)
  • Proktitis (24 %)
  • Zellulitis (15 %)

Management bei leichten Verläufen (Heimbetreuung)

Patienten mit unkomplizierter Mpox-Infektion können zu Hause betreut werden.

  • Isolation nicht zwingend: Die WHO schlägt vor, dass eine strikte häusliche Isolation nicht erforderlich ist, sofern die Läsionen abgedeckt sind und bei Kontakt mit anderen eine medizinische Maske getragen wird (Bedingte Empfehlung).
  • IPC-Maßnahmen: Händehygiene, eigene persönliche Gegenstände, separates Waschen von Kleidung/Bettwäsche und regelmäßige Reinigung der Umgebung sind Gute klinische Praxis, bis alle Läsionen abgeheilt sind (Krusten abgefallen, neue Hautschicht gebildet).

Infektionsschutz für Gesundheitspersonal

Patienten mit Komplikationen oder hohem Risiko müssen stationär überwacht werden.

  • Kontakt- und Tröpfchenvorkehrungen: Das Personal muss Handschuhe, Kittel, eine medizinische Maske und (je nach Risikobewertung) einen Augenschutz tragen (Bedingte Empfehlung).

HIV-Koinfektion

  • ART-Initiierung: Bei Mpox-Patienten mit HIV, die bisher keine antiretrovirale Therapie (ART) erhalten haben oder diese unterbrochen haben, wird ein rascher Beginn der ART stark empfohlen.

Schwangerschaft und Stillzeit

  • Stillen: Mütter mit Mpox sollten das Stillen fortsetzen, jedoch den direkten Hautkontakt zum nicht-infizierten Säugling einschränken (Bedingte Empfehlung).
  • Wiederaufnahme des Kontakts: Sobald alle Läsionen abgeheilt sind, kann der direkte Kontakt und das reguläre Stillen wieder aufgenommen werden.

💡Praxis-Tipp

Führen Sie bei jedem Mpox-Verdachtsfall frühzeitig einen HIV-Test durch. Bei bestätigter HIV-Koinfektion und fehlender Vorbehandlung sollte die antiretrovirale Therapie (ART) rasch eingeleitet werden, um das Risiko schwerer Komplikationen zu minimieren.

Häufig gestellte Fragen

Nein, laut aktueller WHO-Leitlinie ist eine strikte Isolation bei leichten Verläufen nicht zwingend, sofern alle Läsionen abgedeckt sind und bei Kontakt mit anderen eine medizinische Maske getragen wird.
Wenn alle Läsionen verkrustet sind, die Schorfe abgefallen sind und sich darunter eine neue, gesunde Hautschicht gebildet hat.
Es werden Kontakt- und Tröpfchenvorkehrungen empfohlen: Handschuhe, Schutzkittel, medizinische Maske und je nach Risiko ein Augenschutz.
Ja, das Stillen soll fortgesetzt werden. Der direkte Hautkontakt zum Säugling sollte jedoch eingeschränkt werden, bis alle Läsionen abgeheilt sind.
Personen mit schlecht eingestellter HIV-Infektion (insbesondere CD4-Zellzahl < 350 Zellen/mm³) haben ein signifikant erhöhtes Risiko für schwere Verläufe und Mortalität.

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