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Leptospirose: Symptome, Diagnostik & Therapie (RKI)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf RKI Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Leptospirose ist eine Zoonose, die meist durch Kontakt mit kontaminiertem Wasser (Nagerurin) übertragen wird.
  • Der Krankheitsverlauf ist oft biphasisch und reicht von milden grippeähnlichen Symptomen bis zum lebensbedrohlichen Morbus Weil.
  • Typische Frühsymptome sind hohes Fieber, starke Wadenmuskelschmerzen und Konjunktivitis.
  • Die Diagnostik erfolgt in der 1. Woche per PCR (Blut/Liquor), ab der 2. Woche serologisch (MAT als Goldstandard).
  • Die Therapie der Wahl ist Doxycyclin bei leichten Verläufen und Ceftriaxon oder Penicillin G bei schweren Formen.
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Hintergrund

Die Leptospirose ist eine weltweit verbreitete Zoonose, die durch Bakterien der Gattung Leptospira (Spirochäten) verursacht wird. In Deutschland treten jährlich etwa 37 bis 166 gemeldete Fälle auf, wobei von einer hohen Dunkelziffer auszugehen ist.

Als Hauptreservoir dienen Kleinsäuger (insb. Nagetiere wie Mäuse und Ratten), die den Erreger lebenslang im Urin ausscheiden, ohne selbst zu erkranken. Die Übertragung auf den Menschen erfolgt meist durch direkten oder indirekten Kontakt mit kontaminiertem Wasser oder Schlamm. Die Erreger dringen über kleine Hautverletzungen oder Schleimhäute (Auge, Nase, Mund) ein. Gefährdet sind insbesondere bestimmte Berufsgruppen (Kanalarbeiter, Landwirte) sowie Wassersportler (z. B. Triathleten nach Starkregen).

Klinische Symptomatik

Die Inkubationszeit beträgt in der Regel 7 bis 14 Tage (Spannweite 2-30 Tage). Die Erkrankung verläuft häufig biphasisch: Einer akuten septikämischen Phase folgt nach etwa einer Woche eine Immunphase. Über 90 % der Infektionen verlaufen mild oder subklinisch.

Die WHO teilt die Erkrankung in vier klinische Kategorien ein:

KategorieTypische Symptome und Merkmale
Grippeähnliche SymptomePlötzliches hohes Fieber (39-40°C), starke Myalgien (besonders Waden), Cephalgien, Konjunktivitis (Bindehauthyperämie).
Morbus WeilKlassische Trias: Nierenversagen (oft polyurisch mit Hypokaliämie), Ikterus (ohne starken Transaminasenanstieg) und Splenomegalie.
Meningitis / MeningoenzephalitisAseptische Meningitis (5-24 % der Fälle) mit starken Kopfschmerzen, Photophobie und Nackensteifigkeit.
Pulmonale HämorrhagienDiffuse Lungenblutungen mit respiratorischer Insuffizienz. Hohe Letalität, auch ohne Nierenversagen oder Ikterus möglich.

Folgeerkrankungen: Auch Jahre nach der Primärinfektion kann sich eine Uveitis (vermutlich autoimmun) manifestieren.

Diagnostik

Die Wahl der Diagnostik hängt entscheidend vom Zeitpunkt der Erkrankung ab. Ein negativer Antikörpertest in den ersten Tagen schließt eine Leptospirose nicht aus.

KrankheitsphaseEmpfohlene DiagnostikBemerkung
1. Woche (Akutphase)Direkter Erregernachweis (PCR oder Kultur)Material: Blut oder Liquor. Kultur ist langwierig (Verdopplungszeit ca. 8h).
Ab 2. Woche (Immunphase)Antikörpernachweis (MAT, ELISA)Goldstandard: Mikroagglutinationstest (MAT). Titeranstieg belegt frische Infektion. PCR aus Urin ebenfalls möglich.

Therapie

Obwohl die Studienlage begrenzt ist, besteht Konsens, dass eine frühzeitige antibiotische Therapie indiziert ist.

SchweregradWirkstoffDosierung (Erwachsene)Dauer
Leichte VerläufeDoxycyclin2 x 100 mg/d p.o.7 Tage
Schwere VerläufeCeftriaxon1 g/d i.v.7 Tage
Schwere Verläufe (Alternativ)Penicillin G1,5 Mio IE / 6 h i.v.7 Tage

Bemerkung: Bei schweren pulmonalen Verlaufsformen kann der Einsatz von Methylprednisolon erwogen werden.

Prävention und Meldepflicht

Zur Expositionsprophylaxe bei Risikogruppen gehören wasserdichte Schutzkleidung und das Abdecken von Wunden. Ein in Deutschland zugelassener Impfstoff für Menschen existiert nicht (nur für Hunde).

Meldepflicht: Nach § 7 IfSG ist der direkte oder indirekte Nachweis von humanpathogenen Leptospira sp. bei Hinweis auf eine akute Infektion namentlich an das Gesundheitsamt zu melden (innerhalb von 24 Stunden).

💡Praxis-Tipp

Denken Sie bei unklarem Fieber, starken Wadenmuskelschmerzen und Konjunktivitis nach Süßwasserkontakt (z.B. Triathlon, Kanalarbeiten) an eine Leptospirose. Ein negativer ELISA in den ersten Tagen schließt die Erkrankung nicht aus!

Häufig gestellte Fragen

Durch direkten oder indirekten Kontakt (z.B. Wasser, Schlamm) mit dem Urin infizierter Tiere, meist Nagetiere. Der Erreger dringt über kleine Hautverletzungen oder Schleimhäute ein.
Die klassische Trias besteht aus Nierenversagen (oft polyurisch mit Hypokaliämie), Ikterus (ohne starken Transaminasenanstieg) und Splenomegalie.
In der ersten Krankheitswoche erfolgt der direkte Erregernachweis (PCR aus Blut/Liquor), ab der zweiten Woche der Antikörpernachweis (MAT, ELISA).
Ja, der direkte oder indirekte Erregernachweis ist nach § 7 IfSG namentlich an das Gesundheitsamt zu melden.

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