BfArM2018

Radium-223 (Xofigo): Rote-Hand-Brief zu Frakturrisiko

Diese Leitlinie stammt aus 2018 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: BfArM (2018)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat 2018 einen Rote-Hand-Brief zu Radium-223-dichlorid (Xofigo) veröffentlicht. Hintergrund sind neue Sicherheitsbedenken bezüglich der Therapie des kastrationsresistenten Prostatakarzinoms.

In einer klinischen Studie wurde ein erhöhtes Risiko für Knochenfrakturen sowie ein Trend zu einer erhöhten Mortalität beobachtet. Diese Risiken traten insbesondere bei der Kombinationstherapie mit Abirateronacetat und Prednison/Prednisolon bei Patienten mit asymptomatischem oder leicht symptomatischem kastrationsresistentem Prostatakarzinom auf.

Empfehlungen

Der Rote-Hand-Brief formuliert folgende Kernempfehlungen und Einschränkungen für den klinischen Einsatz:

Indikationseinschränkungen

Laut BfArM soll Radium-223-dichlorid ausschließlich als Monotherapie oder in Kombination mit einem LHRH-Analogon eingesetzt werden. Die Anwendung ist auf folgende Patientengruppe beschränkt:

  • Erwachsene Patienten mit metastasiertem kastrationsresistentem Prostatakarzinom (mCRPC) und symptomatischen Knochenmetastasen ohne bekannte viszerale Metastasen.

  • Patienten, bei denen die Erkrankung nach mindestens zwei vorausgehenden systemischen Therapielinien (außer LHRH-Analoga) fortschreitet.

  • Alternativ bei Patienten, für die keine andere verfügbare systemische mCRPC-Therapie geeignet ist.

Nicht empfohlene Anwendungen

Von einem Einsatz wird in folgenden Situationen abgeraten:

  • Bei Patienten mit einer geringen Anzahl osteoblastischer Knochenmetastasen.

  • Bei Patienten mit ausschließlich asymptomatischen Knochenmetastasen.

  • In Kombination mit anderen systemischen Krebstherapien (mit Ausnahme von LHRH-Analoga).

Bei Patienten mit lediglich leicht symptomatischen Knochenmetastasen wird eine sorgfältige Abwägung des Therapienutzens gegen das Risiko empfohlen.

Monitoring und Prophylaxe

Vor Beginn der Behandlung wird die Ermittlung des Knochenstatus sowie des Ausgangsrisikos für Frakturen empfohlen.

Zudem wird eine engmaschige Überwachung über einen Zeitraum von mindestens 24 Monaten angeraten. Die präventive Anwendung von knochenprotektiven Substanzen wie Bisphosphonaten oder Denosumab sollte in Betracht gezogen werden.

Dosierung

Da der Rote-Hand-Brief keine absoluten Dosisangaben in Milligramm enthält, fasst die folgende Tabelle die zulässigen und kontraindizierten Kombinationsschemata für die Anwendung von Radium-223-dichlorid zusammen:

KombinationstherapieStatusAnmerkung
MonotherapieZugelassenBei mCRPC nach 2 Vortherapien
Mit LHRH-AnalogonZugelassenStandardkombination möglich
Mit Abirateronacetat + Prednison/PrednisolonKontraindiziertErhöhtes Fraktur- und Mortalitätsrisiko
Mit anderen systemischen KrebstherapienNicht empfohlenAußer LHRH-Analoga

Kontraindikationen

Laut Rote-Hand-Brief besteht eine absolute Kontraindikation für die Kombination von Radium-223-dichlorid mit Abirateronacetat plus Prednison/Prednisolon.

Hintergrund dieser Kontraindikation ist das in Studien beobachtete erhöhte Risiko für Knochenfrakturen sowie ein Trend zu einer erhöhten Mortalität unter dieser spezifischen Kombinationstherapie.

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💡Praxis-Tipp

Ein zentraler Aspekt für die Praxis ist die proaktive Frakturprävention. Es wird empfohlen, vor Beginn einer Therapie mit Radium-223 den Knochenstatus zu erheben und den prophylaktischen Einsatz von Bisphosphonaten oder Denosumab zu prüfen, da das Frakturrisiko signifikant erhöht sein kann.

Häufig gestellte Fragen

Laut Rote-Hand-Brief ist Radium-223 in Kombination mit Abirateronacetat und Prednison/Prednisolon kontraindiziert. Diese Kombination zeigte in Studien ein erhöhtes Fraktur- und Mortalitätsrisiko.

Die Anwendung bei ausschließlich asymptomatischen Knochenmetastasen wird nicht empfohlen. Die Indikation beschränkt sich auf Patienten mit symptomatischen Knochenmetastasen.

Es wird eine engmaschige Überwachung des Knochenstatus und des Frakturrisikos für mindestens 24 Monate nach Behandlungsbeginn empfohlen.

Die präventive Anwendung von knochenprotektiven Medikamenten wie Bisphosphonaten oder Denosumab sollte laut BfArM in Betracht gezogen werden.

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Quelle: Radium-223-dichlorid (Xofigo®): Neue Einschränkungen für den Gebrauch aufgrund von erhöhtem Frakturrisiko und einem Trend zu erhöhter Mortalität (BfArM, 2018). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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