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Knie- und Hüftarthrose: Leitlinie (RACGP)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf RACGP Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Die Diagnose einer Knie- oder Hüftarthrose erfolgt primär klinisch; eine routinemäßige Bildgebung ist bei typischer Präsentation nicht erforderlich.
  • Landbasierte Bewegungstherapie und Gewichtsreduktion (bei BMI ≥25) sind stark empfohlene Basistherapien.
  • Orale und transdermale Opioide werden zur Behandlung stark abgelehnt.
  • Orale NSAR und intraartikuläre Kortikosteroide können kurzzeitig zur Symptomkontrolle erwogen werden.
  • Arthroskopische Eingriffe bei Kniearthrose werden ohne Vorliegen mechanischer Blockaden nicht empfohlen.
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Hintergrund

Arthrose (Osteoarthritis, OA) ist eine chronische Erkrankung, die vor allem Knie und Hüfte betrifft und mit Gelenkschmerzen, Steifigkeit und Schwellungen einhergeht. Die RACGP-Leitlinie fokussiert sich auf das konservative, nicht-chirurgische Management. Ziel ist es, Schmerzen zu lindern, die Funktion zu verbessern und die Patienten zur Selbsthilfe zu befähigen.

Diagnostik

Die Diagnose einer Knie- oder Hüftarthrose sollte primär klinisch gestellt werden. Eine routinemäßige Bildgebung (Röntgen, MRT) ist bei typischer Präsentation nicht erforderlich und sollte atypischen Verläufen vorbehalten bleiben.

KriteriumTypische klinische Zeichen
Alter> 45 Jahre
SchmerzBelastungsabhängiger Gelenkschmerz
Morgensteifigkeit< 30 Minuten
UntersuchungKrepitation, knöcherne Verbreiterung, keine Überwärmung

Nicht-medikamentöse Therapie

Die Basis der Arthrose-Behandlung besteht aus Aufklärung, Bewegung und Gewichtsmanagement.

  • Starke Empfehlung für landbasierte Bewegungstherapie: Gehen, Muskelkräftigung und Tai Chi (für das Knie) werden für alle Patienten empfohlen, unabhängig von Alter oder Schweregrad.
  • Starke Empfehlung für Gewichtsmanagement: Bei Übergewicht (BMI ≥25) oder Adipositas (BMI ≥30) wird ein Gewichtsverlust von mindestens 5-7,5 % angestrebt.
  • Bedingte Empfehlung dafür: Kognitive Verhaltenstherapie (CBT), Wassergymnastik, kurzzeitige Massagetherapie, Wärmetherapie und Gehhilfen können individuell erwogen werden.
  • Bedingte Empfehlung dagegen: Kältetherapie, Akupunktur, therapeutischer Ultraschall und Kinesio-Taping.

Medikamentöse Therapie

Die medikamentöse Therapie dient primär der kurzzeitigen Symptomkontrolle und sollte mit nicht-medikamentösen Maßnahmen kombiniert werden.

WirkstoffklasseEmpfehlungsgradBemerkung
Orale NSARBedingt dafürNiedrigste wirksame Dosis, kurzzeitig. Monitoring von GI-, Nieren- und Herz-Kreislauf-Risiken.
DuloxetinBedingt dafürOff-Label-Use, wenn andere Analgetika unzureichend wirken.
Kortikosteroid-InjektionBedingt dafürKurzzeitige Schmerzlinderung. Vorsicht vor wiederholter Anwendung.
ParacetamolNeutralKurzzeitiger Versuch möglich, bei Ineffektivität absetzen.
Orale/Transdermale OpioideStark dagegenKeine Anwendung bei Knie- oder Hüftarthrose.
Glucosamin / ChondroitinBedingt dagegenKeine Empfehlung für diese Nahrungsergänzungsmittel.

Chirurgische Interventionen

  • Starke Empfehlung gegen arthroskopische Eingriffe: Lavage, Debridement, Meniskektomie und Knorpelreparatur beim Knie werden nicht empfohlen, es sei denn, es liegt ein mechanisch blockiertes Knie ("locked knee") vor.
  • Gelenkersatz: Eine Überweisung zur Endoprothetik sollte erst erwogen werden, wenn alle konservativen Maßnahmen über einen angemessenen Zeitraum ausgeschöpft sind und eine erhebliche Einschränkung der Lebensqualität besteht.

💡Praxis-Tipp

Verzichten Sie bei typischer klinischer Präsentation (Alter >45, belastungsabhängiger Schmerz, Morgensteifigkeit <30 Min) auf eine routinemäßige Bildgebung. Fokussieren Sie sich stattdessen frühzeitig auf Aufklärung, Bewegungstherapie und Gewichtsreduktion.

Häufig gestellte Fragen

Nur bei atypischen Symptomen (z. B. Trauma, rasche Verschlechterung, Verdacht auf Entzündung oder Tumor) oder wenn die klinische Diagnose unklar ist.
Nein, die Leitlinie spricht eine starke Empfehlung gegen den Einsatz von oralen und transdermalen Opioiden bei Knie- und Hüftarthrose aus.
Es wird bedingt davon abgeraten, Glucosamin, Chondroitin oder Vitamin D zur Behandlung der Arthrose einzusetzen.
Eine Arthroskopie (Lavage, Debridement, Meniskektomie) wird stark abgelehnt, außer es liegen mechanische Blockaden ('locked knee') vor.
Bei einem BMI ≥25 wird ein initialer Gewichtsverlust von mindestens 5 bis 7,5 % des Körpergewichts stark empfohlen.

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