Querschnittlähmung: Therapie der Steh- und Gehfunktion
Hintergrund
Die AWMF-S2e-Leitlinie der Deutschsprachigen Medizinischen Gesellschaft für Paraplegiologie (DMGP) behandelt die Rehabilitation der unteren Extremität bei Querschnittlähmung (QSL). Sie fokussiert sich auf die Verbesserung der Steh- und Gehfunktion in der akuten, subakuten und chronischen Phase.
Die Empfehlungen orientieren sich primär an der Funktionsfähigkeit der Betroffenen gemäß der Internationalen Klassifikation der Funktionsfähigkeit (ICF). Das Ausmaß der Lähmung oder die Läsionshöhe spielen für die Zielsetzung eine untergeordnete Rolle.
Da funktionelle Veränderungen dynamisch verlaufen, wird ein individualisierter Rehabilitationsprozess empfohlen. Dieser umfasst sowohl Maßnahmen zur Neuroplastizität und Restauration als auch kompensatorische Ansätze und Sekundärprävention.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie warnt davor, das Sturzrisiko bei gehfähigen Patienten mit Querschnittlähmung isoliert durch ein einzelnes Assessment zu beurteilen. Es wird stattdessen empfohlen, das individuelle Sturzrisiko immer im Kontext der gesamten klinischen Beurteilung und unter Einbezug verschiedener Einflussfaktoren zu evaluieren.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie sollen je nach Leistungsstand der 10-Meter-Gehtest (10 MWT), der 2-Minuten-Gehtest (2 MWT) oder der 6-Minuten-Gehtest (6 MWT) eingesetzt werden. Zusätzlich wird der Timed Up and Go (TUG) empfohlen, sobald Aufstehen und Gehen möglich sind.
Die Leitlinie empfiehlt als Standard die modifizierte Ashworth Scale (MAS). Zur differenzierten Beschreibung von Spasmen und Klonus sollten ergänzend die Penn Spasm Frequency Scale (PSFS) und der SCATS angewendet werden.
Es wird der ISNCSCI (International Standards for Neurological Classification of Spinal Cord Injury) als bevorzugtes neurologisches Assessment in allen Phasen empfohlen. Bei Kindern und Jugendlichen muss dieses altersgerecht angepasst werden.
Die Leitlinie empfiehlt Wassertherapie in der subakuten und chronischen Phase, wenn Spastik oder Schmerzen im Vordergrund stehen. Voraussetzung ist, dass keine Kontraindikationen wie eine Inkontinenz vorliegen.
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Quelle: Rehabilitation der unteren Extremität, der Steh- und Gehfunktion bei Menschen mit Querschnittlähmung (AWMF). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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