Neuromuskuläre Feedbacktherapie bei Querschnittlähmung: IQWiG
Hintergrund
Der IQWiG-Bericht E21-08 bewertet das Potenzial der neuromuskulären Feedbacktherapie bei Querschnittlähmung. Es handelt sich um eine Potenzialbewertung gemäß § 137e SGB V zur Prüfung einer neuen Untersuchungs- und Behandlungsmethode.
Die Zielpopulation umfasst querschnittgelähmte Personen mit chronischer Rückenmarksverletzung. Diese muss laut Bericht mindestens sechs Monate zurückliegen. Zudem müssen motorische Restfunktionen an den unteren Extremitäten erhalten sein.
Die Methode nutzt ein Robotersystem in Form eines Exoskeletts, das neuronale Bewegungsbefehle über Hautelektroden erfasst. Dadurch soll eine geschlossene Biofeedbackschleife aus intrinsischer Bewegungsidee und sensorischem Feedback entstehen.
Empfehlungen
Der Bericht formuliert folgende zentrale Erkenntnisse zur Bewertung der Methode:
Vergleichsinterventionen
Laut IQWiG werden als angemessene Vergleichsinterventionen alle Gangtherapien gemäß der gültigen AWMF-Leitlinie angesehen. Dazu gehören:
-
Gangtraining kombiniert mit funktioneller Elektrostimulation (FES)
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Einsatz von Hilfsmitteln wie Exoskeletten zur Unterstützung
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Laufbandtraining mit Gewichtsentlastung
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Konventionelles Overground-Training der Gehfunktion
Endpunkte und Wirksamkeit
Der entscheidende patientenrelevante Endpunkt in der Bewertung ist die Gehfähigkeit. Diese wurde primär über die Gehgeschwindigkeit im 10-Meter-Gehtest (10MWT) operationalisiert.
Die Auswertung vergleicht die Ergebnisse der Feedbacktherapie mit einer gepoolten Kontrollgruppe aus vier Standard-Gangtherapien nach 12 Wochen:
| Therapie | Ausgangswert (m/s) | Wert nach 12 Wochen (m/s) | Änderung (m/s) |
|---|---|---|---|
| Neuromuskuläre Feedbacktherapie | 0,14 | 0,28 | 0,14 |
| Standard-Gangtherapien (gepoolt) | 0,18 | 0,23 | 0,05 |
Im Vergleich zu anderen leitliniengerechten Gangtherapien ist die Methode laut Bericht mit einer besseren Gehfähigkeit verbunden.
Potenzialbewertung
Das IQWiG leitet aus den vorliegenden Daten ein Potenzial einer erforderlichen Behandlungsalternative ab. Diese Einschätzung beruht auf den vorhandenen Erkenntnissen zum Endpunkt Gehfähigkeit.
Es wird festgestellt, dass eine Erprobungsstudie zur Gewinnung notwendiger Erkenntnisse für eine finale Nutzenbewertung grundsätzlich möglich ist.
Unerwünschte Ereignisse
In den ausgewerteten Studien wurden unter der neuromuskulären Feedbacktherapie keine schwerwiegenden unerwünschten Ereignisse berichtet. Es traten lediglich leichte Hautrötungen im Bereich der Elektroden und Manschetten auf.
💡Praxis-Tipp
Laut IQWiG-Bericht setzt der Erfolg der neuromuskulären Feedbacktherapie voraus, dass noch motorische Restfunktionen an den unteren Extremitäten vorhanden sind. Es wird betont, dass diese Restfunktionen zwingend erforderlich sind, um das neuromuskuläre Feedback des Exoskeletts überhaupt triggern zu können.
Häufig gestellte Fragen
Laut IQWiG richtet sich die Therapie an Personen mit chronischer Querschnittlähmung, deren Verletzung mindestens sechs Monate zurückliegt. Voraussetzung ist das Vorhandensein motorischer Restfunktionen an den Beinen.
Der Bericht beschreibt ein Robotersystem, das neuronale Bewegungsbefehle über Hautelektroden aufnimmt. Diese Signale werden verarbeitet und durch das Exoskelett in vollständige Bewegungen umgesetzt.
Die Bewertung zeigt Hinweise auf eine verbesserte Gehgeschwindigkeit im Vergleich zu konventionellen Gangtherapien. Das IQWiG erkennt daher das Potenzial einer erforderlichen Behandlungsalternative an.
Als primärer patientenrelevanter Endpunkt wurde die Gehfähigkeit bewertet. Diese wurde laut Bericht vor allem durch den 10-Meter-Gehtest (10MWT) und den 6-Minuten-Gehtest (6MinWT) gemessen.
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Quelle: IQWiG E21-08: Neuromuskuläre Feedbacktherapie bei Querschnittlähmung (IQWiG, 2023). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.