Querschnittlähmung: Management Schwangerschaft & Geburt

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AWMF|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Schwangerschaften bei Frauen mit Querschnittlähmung gelten grundsätzlich als Risikoschwangerschaften. Die Betreuung erfordert ein interdisziplinäres Team aus Gynäkologie, Neuro-Urologie und Paraplegiologie.

Häufige Komplikationen umfassen Harnwegsinfekte, eine Zunahme der Spastik sowie respiratorische Einschränkungen. Zudem besteht ein erhöhtes Risiko für Frühgeburten und das Auftreten einer lebensbedrohlichen autonomen Dysreflexie.

Die Leitlinie zielt darauf ab, standardisierte und praxisorientierte Hilfen für die präkonzeptionelle Beratung, die Schwangerschaftsbetreuung und die Entbindung zu etablieren.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie warnt nachdrücklich davor, eine autonome Dysreflexie (AD) mit einer Präeklampsie zu verwechseln. Bei Schwangeren mit einer Läsionshöhe oberhalb von T6 kann ein extrem rascher Blutdruckanstieg auftreten, der oft durch eine volle Harnblase oder Wehen getriggert wird. Da wehenbedingte Schmerzen aufgrund der Lähmung häufig nicht gespürt werden, wird eine frühzeitige Anlage eines Periduralkatheters zur Blockade der auslösenden Reize empfohlen.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie stellt eine Querschnittlähmung per se keine medizinische Indikation für eine Sectio dar. Eine vaginale Entbindung ist grundsätzlich möglich, erfordert jedoch eine individuelle Geburtsplanung und interdisziplinäre Überwachung.

Als erste Maßnahme wird empfohlen, den auslösenden Reiz zu beseitigen, beispielsweise durch die Entleerung der Harnblase. Bei medikamentösem Bedarf gilt orales Nifedipin als Mittel der ersten Wahl zur akuten Blutdrucksenkung.

Die Leitlinie empfiehlt Betalaktam-Antibiotika wie Penicilline und Cephalosporine als Mittel der ersten Wahl. Eine Therapie sollte immer testgerecht nach Anlage einer Urinkultur und für eine Dauer von 7 bis 10 Tagen erfolgen.

Es wird eine generelle medikamentöse Thromboseprophylaxe mit niedermolekularem Heparin ab der 28. Schwangerschaftswoche bis sechs Wochen nach der Geburt empfohlen. Bei zusätzlichen Risikofaktoren sollte die Prophylaxe bereits früher beginnen.

Die Leitlinie rät zu einer strengen Indikationsstellung und empfiehlt, Anticholinergika im ersten Trimenon möglichst abzusetzen. Falls eine Therapie zwingend erforderlich ist, wird vorzugsweise Oxybutynin eingesetzt.

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Quelle: Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett bei Frauen mit Querschnittlähmung (AWMF). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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