Pyoderma gangraenosum: Diagnostik und Wundmanagement

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AWMF|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Das Pyoderma gangraenosum (PG) ist eine seltene, primär sterile, neutrophile Dermatose. Es handelt sich um eine schwerwiegende und potenziell lebensbedrohliche Erkrankung, die oftmals schwierig zu therapieren ist.

Die Pathogenese ist nicht vollständig geklärt, jedoch weisen Untersuchungen auf eine immunologische oder autoinflammatorische Störung hin. Eine Vaskulitis im Sinne einer primär gegen die Gefäßwand gerichteten Entzündung liegt laut Leitlinie nicht vor.

Klinisch präsentiert sich das PG typischerweise durch schmerzhafte Ulzerationen, die aus sterilen Pusteln entstehen. Charakteristisch sind livide, oft ödematös aufgeworfene und unterminierte Wundränder, wobei die Läsionen häufig nach Bagatelltraumen oder Operationen auftreten (Pathergie-Phänomen).

Das PG ist in vielen Fällen mit Komorbiditäten assoziiert. Dazu zählen chronisch entzündliche Darmerkrankungen (CED), rheumatoide Arthritis, Diabetes mellitus sowie maligne und hämatoonkologische Erkrankungen.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Laut Leitlinie ist eine ausreichend tiefe Spindelbiopsie vom Ulkusrand bis in das gesunde Gewebe und hinab zur Faszie essenziell, um Differenzialdiagnosen wie das Ulcus hypertonicum (Martorell) sicher auszuschließen. Es wird davor gewarnt, oberflächliche Stanzbiopsien durchzuführen oder unkritisch chirurgisch zu debridieren, da letzteres durch das Pathergie-Phänomen zu einer massiven Befundverschlechterung führen kann.

Häufig gestellte Fragen

Das Pathergie-Phänomen beschreibt die Entstehung neuer Ulzerationen oder die Verschlechterung bestehender Wunden nach Bagatelltraumen oder chirurgischen Eingriffen. Die Leitlinie rät daher von unkritischem chirurgischem Debridement ab, solange die Inflammation nicht durch eine Immunsuppression kontrolliert ist.

Es wird die Verwendung von nicht-adhäsiven Wundauflagen wie silikonbeschichteten Schaumverbänden oder kühlenden Hydrogelen empfohlen. Zur lokalen Schmerzlinderung kann laut Leitlinie ein 0,1%iges Morphinhydrochlorid-Gel aufgetragen werden.

Als Erstlinientherapie empfiehlt die Leitlinie systemische Glukokortikoide (z.B. Prednisolon) oder Ciclosporin. Bei unzureichendem Ansprechen oder begleitender chronisch entzündlicher Darmerkrankung wird der Einsatz von TNF-α-Inhibitoren wie Infliximab empfohlen.

Gemäß Leitlinie sollte ein Screening auf chronisch entzündliche Darmerkrankungen, rheumatoide Arthritis, Diabetes mellitus und maligne Erkrankungen erfolgen. Diese Komorbiditäten treten bei einem großen Teil der Betroffenen auf und beeinflussen die Therapieentscheidung.

Die Leitlinie empfiehlt eine tiefe Spindelbiopsie, die vom Ulkusrand in das klinisch unauffällige Gewebe und bis zur Faszie reicht. Einfache 3-4 mm Stanzbiopsien sind nicht ausreichend, um wichtige Differenzialdiagnosen wie das Ulcus hypertonicum auszuschließen.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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