DGOOCS2e2021Orthopädie

Proximale Femurfraktur Kind: Diagnostik und Therapie

Diese Leitlinie stammt aus 2021 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: DGOOC (2021)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die DGOOC-Leitlinie (S2e, 2021) behandelt proximale Femurfrakturen bei Kindern und Jugendlichen vor dem Schluss der Wachstumsfugen. Diese Verletzungen sind mit unter 1 % aller kindlichen Frakturen sehr selten.

Ursächlich sind meist Hochrasanztraumen wie Verkehrsunfälle oder Stürze aus großer Höhe. Es wird darauf hingewiesen, bei unklarem Unfallhergang auch an pathologische Frakturen oder Kindesmisshandlung zu denken.

Das primäre Behandlungsziel ist der Erhalt des Hüftgelenks. Eine schnellstmögliche Wiederherstellung der Achsenverhältnisse wird angestrebt, um Perfusionsschäden zu vermeiden.

Empfehlungen

Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen zur Versorgung:

Diagnostik

Als Standarddiagnostik wird eine Beckenübersichtsaufnahme sowie eine axiale Aufnahme des proximalen Oberschenkels empfohlen. Bei klinischem Verdacht, aber fehlendem radiologischem Frakturnachweis, ist eine MRT-Untersuchung das Verfahren der Wahl (Evidenzgrad IIa).

Von gehaltenen Aufnahmen, Arthroskopien und Skelettszintigraphien wird explizit abgeraten.

Klassifikation

Die Einteilung der proximalen Femurfrakturen erfolgt laut Leitlinie häufig nach der Delbet-Klassifikation:

Typ nach DelbetBeschreibung
Typ ITraumatische Epiphysiolyse
Typ IITranszervikale Fraktur
Typ IIIZervikobasale Fraktur
Typ IVIntertrochantere Fraktur

Klinische Erstversorgung

Es wird empfohlen, auf eine Extensionsbehandlung zu verzichten. Eine starke Extension erhöht den Druck in der Gelenkkapsel und hat keinen positiven Effekt auf die Reposition.

Stattdessen wird eine bequeme Lagerung des verletzten Beines auf Kissen angeraten.

Therapie

Die operative Behandlung gilt als Verfahren der Wahl bei allen verschobenen proximalen Femurfrakturen des Kindes. Eine nicht-operative Therapie mittels Becken-Bein-Gips ist stabilen, unverschobenen Frakturen bei Kleinkindern vorbehalten.

Es wird eine frühzeitige Operation innerhalb von 24 Stunden nach dem Trauma empfohlen, da dies das Risiko einer Hüftkopfnekrose signifikant senkt (Evidenzgrad IIa).

Operative Verfahren

Die Wahl des Osteosyntheseverfahrens richtet sich nach dem Frakturtyp:

  • Typ I: Schraubenosteosynthese, Bohrdrähte bei Säuglingen oder winkelstabile Platten bei älteren Kindern

  • Typ II und III: Schraubenosteosynthese (möglichst ohne Fugenkreuzung), Bohrdrähte oder winkelstabile Platten

  • Typ IV: Elastisch-stabile Markraumschienung (ESIN) oder winkelstabile Platten

Bei intrakapsulären Frakturen wird eine Kapsulotomie zur Dekompression empfohlen, um die Nekroserate zu reduzieren.

Kontraindikationen

Die Leitlinie nennt allgemeine oder lokale Kontraindikationen gegen eine Operation als Grund für ein konservatives Vorgehen.

Zudem wird explizit vor einer Extensionsbehandlung in der Erstversorgung gewarnt, da diese den intraartikulären Druck erhöht.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie betont, dass eine frühzeitige operative Versorgung innerhalb von 24 Stunden essenziell ist, um das Risiko einer aseptischen Hüftkopfnekrose signifikant zu minimieren. Zudem wird explizit darauf hingewiesen, in der klinischen Erstversorgung auf eine Extensionsbehandlung zu verzichten, da diese den Kapseldruck ungünstig erhöht.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie ist die operative Behandlung das Verfahren der Wahl bei allen verschobenen Frakturtypen. Auch bei unverschobenen Frakturen älterer Kinder wird zur Operation geraten, um eine Sekundärdislokation zu vermeiden.

Es wird eine dringliche Operation innerhalb von 24 Stunden nach dem Trauma empfohlen. Die Leitlinie gibt an, dass dies das Risiko einer Hüftkopfnekrose signifikant senkt.

Standardmäßig wird eine Beckenübersichtsaufnahme und eine axiale Röntgenaufnahme empfohlen. Bei unklarem Röntgenbefund, aber klinischem Verdacht, ist laut Leitlinie ein MRT das Verfahren der Wahl.

Die Leitlinie rät von einer Extensionsbehandlung ab. Diese erhöht den Druck in der Gelenkkapsel und zeigt keinen positiven Effekt auf die Reposition.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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