Primäre Hyperhidrose: Diagnostik und Stufentherapie
Hintergrund
Die AWMF-Leitlinie definiert die primäre Hyperhidrose als ein krankhaftes Übermaß an Schwitzen ohne zugrunde liegende internistische Erkrankung. Sie tritt typischerweise fokal an Prädilektionsstellen wie Achseln, Handflächen, Fußsohlen oder der Stirn auf.
Bei den Betroffenen sind die ekkrinen Schweißdrüsen nicht vermehrt oder vergrößert, sondern durch das vegetative Nervensystem überstimuliert. Dies führt häufig zu erheblichen sozialen und beruflichen Einschränkungen und einer verminderten Lebensqualität.
Die primäre fokale Hyperhidrose ist oft eine zeitlich limitierte Erkrankung, die sich auf die Pubertät und das frühe Erwachsenenalter begrenzt. Dies sollte bei der Auswahl der therapeutischen Interventionen berücksichtigt werden.
💡Praxis-Tipp
Topische Präparate wie Aluminiumchloridhexahydrat oder Glycopyrroniumbromid sollten stets abends vor dem Schlafengehen aufgetragen werden. Da Patienten mit primärer fokaler Hyperhidrose nachts nicht schwitzen, kann die Wirksubstanz in dieser Zeit optimal in die Ausführungsgänge der Schweißdrüsen eindringen und die Wirksamkeit der Therapie deutlich erhöhen.
Häufig gestellte Fragen
Typische anamnestische Zeichen sind ein Beginn vor dem 25. Lebensjahr, ein symmetrisches Auftreten an Prädilektionsstellen und mindestens eine Episode pro Woche. Zudem sistiert das Schwitzen laut Leitlinie typischerweise während des Schlafes.
Bei Vorliegen der typischen klinischen Kriterien für eine primäre fokale Hyperhidrose sind keine routinemäßigen Laboruntersuchungen indiziert. Die Leitlinie bezeichnet die routinemäßige Bestimmung von Hormonwerten als obsolet.
Es wird Jodlösung auf das betroffene Hautareal aufgetragen und anschließend mit Stärkepuder bestäubt. An den aktiv schwitzenden Stellen kommt es zu einer Dunkelfärbung, wodurch das zu behandelnde Areal exakt eingegrenzt werden kann.
Die radikale Exzision wird aufgrund starker Narbenbildung nur noch im Einzelfall empfohlen. Stattdessen werden subkutane Kürettage-Methoden, insbesondere die Saugkürettage in Tumeszenz-Lokalanästhesie, als chirurgische Option der Wahl beschrieben.
Die Methode ist bei palmarer und plantarer Hyperhidrose sehr gut durch Studien belegt und wirksam. Um den Therapieerfolg zu erhalten, muss sie jedoch als Dauertherapie mit regelmäßigen Heimanwendungen fortgeführt werden.
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Quelle: Definition und Therapie der primären Hyperhidrose (AWMF). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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