Glycopyrronium: Dosierung bei axillärer Hyperhidrose
Hintergrund
Der IQWiG-Bericht (A22-82) bewertet den Zusatznutzen von topischem Glycopyrronium zur Behandlung der schweren primären axillären Hyperhidrose bei Erwachsenen.
Als zweckmäßige Vergleichstherapie legte der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) eine Aluminiumchlorid-haltige Rezeptur (mindestens 15 %) oder die Leitungswasseriontophorese fest.
Der pharmazeutische Unternehmer reichte für das Dossier Studien ein, die Glycopyrronium lediglich mit Placebo verglichen. Ein direkter Vergleich mit der vom G-BA geforderten zweckmäßigen Vergleichstherapie fehlte in der Datengrundlage.
💡Praxis-Tipp
Ein zentraler Aspekt des IQWiG-Berichts ist, dass der Zusatznutzen von Glycopyrronium mangels geeigneter Vergleichsstudien als nicht belegt eingestuft wird.
Es ist für den klinischen Alltag relevant, die strengen anticholinergen Kontraindikationen wie Glaukom oder Harnverhalt vor einer Verordnung zu prüfen.
Zudem wird im Bericht darauf hingewiesen, dass Aluminiumchlorid-haltige Rezepturen weiterhin als primäre Erstlinientherapie gelten.
Häufig gestellte Fragen
Laut IQWiG-Bericht ist ein Zusatznutzen gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie nicht belegt. Die eingereichten Studien verglichen den Wirkstoff lediglich mit Placebo und wiesen eine zu kurze Studiendauer auf.
Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) definiert eine Aluminiumchlorid-haltige Rezeptur (mindestens 15 %) oder die Leitungswasseriontophorese als zweckmäßige Vergleichstherapie. Botulinumtoxin A wird erst herangezogen, wenn topische Behandlungen nicht ausreichen.
In den ersten 4 Wochen wird die Creme einmal täglich, vorzugsweise abends, mit zwei Pumpstößen pro Achselhöhle aufgetragen. Ab der 5. Woche kann die Anwendung je nach Therapieerfolg auf zweimal wöchentlich reduziert werden.
Die Anwendung ist kontraindiziert bei Erkrankungen, die sich durch anticholinerge Effekte verschlechtern können. Dazu zählen unter anderem Glaukom, Myasthenia gravis, paralytischer Ileus und das Sjögren-Syndrom.
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Quelle: IQWiG A22-82: Glycopyrronium (axilläre Hyperhidrose) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2022). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
Verwandte Leitlinien
IQWiG A23-51: Secukinumab (Hidradenitis suppurativa) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V
IQWiG G25-17: Tiratricol (Allan-Herndon-Dudley-Syndrom) – Bewertung gemäß § 35a Abs. 1 Satz 11 SGB V
IQWiG A24-64: Bimekizumab (Hidradenitis suppurativa) - Nutzenbewertung gemäß §35a SGB V
IQWiG G12-01: Pasireotid - Bewertung gemäß § 35a Abs. 1 Satz 10 SGB V (Dossierbewertung)
IQWiG G20-07: Givosiran (akute hepatische Porphyrie) - Bewertung gemäß § 35a Abs. 1 Satz 11 SGB V
IQWiG A21-80: Berotralstat (Hereditäres Angioödem) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V
IQWiG G21-29: Vosoritid (Achondroplasie) - Bewertung gemäß § 35a Abs. 1 Satz 11 SGB V
IQWiG A25-52: Eplontersen (hereditäre Transthyretin-Amyloidose mit Polyneuropathie) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V
ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien
AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.
Kostenloses Konto erstellen