Post-COVID-Syndrom: Rehabilitation, Pacing & Therapie
Hintergrund
Die AWMF-Leitlinie behandelt die medizinische Rehabilitation nach einer SARS-CoV-2-Infektion. Dies umfasst die Frührehabilitation auf der Intensivstation sowie die Langzeitbetreuung bei Long COVID (LC) und Post COVID (PC).
Laut Leitlinie wird LC als Persistenz von Symptomen über vier Wochen hinaus definiert. Von PC wird gesprochen, wenn Beschwerden länger als zwölf Wochen bei Erwachsenen beziehungsweise zwei Monate bei Kindern anhalten.
Zu den häufigsten Langzeitfolgen zählen Fatigue, kognitive Störungen, respiratorische Probleme sowie orthostatische Intoleranz. Die Leitlinie betont, dass die Symptomkonstellationen interindividuell stark variieren und eine phänotypspezifische Behandlung erfordern.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie hebt hervor, dass vor Beginn einer jeden Rehabilitationsmaßnahme zwingend das Vorliegen einer post-exertionellen Malaise (PEM) abgeklärt werden muss. Wird bei Personen mit PEM ein klassisches, aktivierendes körperliches Training durchgeführt, kann dies zu einer massiven und langanhaltenden Symptomverschlechterung führen. Stattdessen wird in diesen Fällen ein striktes Pacing (Energiemanagement) empfohlen.
Häufig gestellte Fragen
Die Leitlinie empfiehlt zur Abklärung einen Schellong-Test oder einen angelehnten Stehtest. Dabei werden Blutdruck und Herzfrequenz nach 5 Minuten Liegen, während 10 Minuten Stehen und nach weiteren 5 Minuten Liegen minütlich dokumentiert.
Bei Fatigue ohne post-exertionelle Malaise (PEM) wird ein individualisiertes körperliches Training sowie eine kognitive Verhaltenstherapie empfohlen. Liegt jedoch eine PEM vor, rät die Leitlinie zu Pacing-Strategien und einem strikten Energiemanagement.
Eine neurologisch-neurochirurgische Frührehabilitation soll laut Leitlinie bei schwer Betroffenen mit relevanten Schädigungen des peripheren oder zentralen Nervensystems erfolgen. Dies schließt fallbezogen auch eine prolongierte Beatmungsentwöhnung (Weaning) ein.
Es wird empfohlen, den Rehabilitationsfortschritt und den weiteren Unterstützungsbedarf im ersten Jahr nach der Akuterkrankung einmal im Quartal zu kontrollieren. Ab dem zweiten Jahr können die Intervalle je nach Verlauf angepasst werden.
Die Leitlinie nennt unter anderem die Hospital Anxiety and Depression Scale (HADS) und den PHQ-9 zur Erfassung von Depressivität und Ängsten. Bei der Auswertung ist jedoch zu beachten, dass somatische Symptome der Fatigue die Depressions-Scores fälschlich erhöhen können.
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Quelle: COVID-19 und (Früh-) Rehabilitation (AWMF). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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