ME/CFS: Diagnostik, PEM-Leitsymptom und Therapieansätze
Hintergrund
Myalgische Enzephalomyelitis / Chronic Fatigue Syndrome (ME/CFS) ist eine komplexe, chronische und systemische Erkrankung. Zu den zentralen Symptomen gehören eine schwere und anhaltende Fatigue, Schlafstörungen, kognitive Beeinträchtigungen und Schmerzen.
Das charakteristische Leitsymptom der Erkrankung ist die Post-exertional Malaise (PEM). Dabei handelt es sich um eine unverhältnismäßige Verschlimmerung der Symptomatik nach geringer körperlicher oder kognitiver Anstrengung, die oft zeitversetzt auftritt und lange anhalten kann.
Die genaue Ätiologie von ME/CFS ist bislang ungeklärt, auch wenn die Erkrankung häufig nach einer akuten Infektion (wie EBV oder SARS-CoV-2) auftritt. In Deutschland wird die Zahl der Betroffenen auf etwa 140.000 bis 310.000 geschätzt, wobei die Erkrankung in schweren Fällen zu dauerhafter Pflegebedürftigkeit führen kann.
💡Praxis-Tipp
Der Bericht weist nachdrücklich darauf hin, dass aktivierende Therapien bei ME/CFS ein unklares Schadenspotenzial bergen und zu schwerwiegenden Verschlechterungen führen können. Es wird betont, dass das Leitsymptom der Post-exertional Malaise (PEM) bei jeglicher Therapieplanung zwingend berücksichtigt werden muss, um Überlastungen zu vermeiden.
Häufig gestellte Fragen
Laut IQWiG-Bericht erfolgt die Diagnose rein klinisch anhand von Symptomkriterien, da spezifische Biomarker fehlen. Ein zentrales und obligatorisches Kriterium in neueren Diagnosekatalogen ist das Vorliegen einer Post-exertional Malaise (PEM).
PEM ist eine unverhältnismäßige Verschlimmerung der Symptome nach geringer körperlicher oder geistiger Anstrengung. Diese Verschlechterung tritt oft zeitversetzt auf und kann Tage bis Wochen anhalten.
Der Bericht weist darauf hin, dass aktivierende Therapien (wie GET) ein unklares Schadenspotenzial bergen und zu einer Verschlechterung führen können. Es wird eine streng individuelle Abwägung unter Berücksichtigung der Belastungsintoleranz empfohlen.
Pacing (Energiemanagement) wird als wichtige Strategie beschrieben, um Aktivitäten an die eigenen Grenzen anzupassen und eine PEM zu vermeiden. Die vergleichende Studienlage hierzu wird jedoch als noch unzureichend bewertet.
Der Bericht hält es für plausibel, dass die Prävalenz von ME/CFS infolge der SARS-CoV-2-Pandemie ansteigt. Es wird beschrieben, dass ein Teil der Post-COVID-Betroffenen die Diagnosekriterien für ME/CFS erfüllt.
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Quelle: IQWiG N21-01: Aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisstand zu Myalgischer Enzephalomyelitis / Chronic Fatigue Syndrom (ME/CFS) (IQWiG, 2023). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
Verwandte Leitlinien
S3-Leitlinie Fibromyalgiesyndrom
IQWiG HT19-03: Multiple Sklerose: Führt die Nutzung von mHealth-Lösungen (z. B. Apps) im Selbstmanagement der Betroffenen zu besseren Ergebnissen?
AWMF 053-002: S3-Leitlinie Müdigkeit
Long/ Post-COVID
IQWiG V24-12: Evidenzrecherche zur S3-Leitlinie Definition, Ursachen, Diagnostik und Therapie des Fibromyalgiesyndroms
IQWiG HT21-04: Restless-Legs-Syndrom (unruhige Beine): Lassen sich durch nicht medikamentöse Verfahren die Symptome lindern?
IQWiG HT20-05: Störungen der Beweglichkeit: Hilft die Feldenkrais-Methode?
IQWiG HT19-02: Schmerzen bei Endometriose: Helfen anstelle von Schmerzmedikamenten auch andere Verfahren?
ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien
AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.
Kostenloses Konto erstellen